Horror über den Wolken: Ein Psychiater soll ein Flugzeug zum Absturz bringen, um das Leben seiner Tochter und ihres ungeborenen Kindes zu retten.

Flugangst 7A: Zwischen Wehen und Wahnsinn
© FinePic / München / Helmut Henkensiefken, Droemer

Horror über den Wolken: Ein Psychiater soll ein Flugzeug zum Absturz bringen, um das Leben seiner Tochter und ihres ungeborenen Kindes zu retten.

Gerade mal sieben Monate nach seinem letzten Roman „AchtNacht“ hat der Berliner Bestseller-Autor Sebastian Fitzek seinen nächsten Psychothriller veröffentlicht: Mit „Flugangst 7A“ serviert der 46-Jährige erneut eine konfuse und ziemlich hanebüchene Geschichte.

Die Leser begleiten den Therapeuten Mats Krüger bei einem Langstreckenflug von Buenos Aires nach Berlin. Der Protagonist leidet zwar unter schrecklicher Flugangst. Doch er muss schnellstmöglich nach Deutschland kommen, weil er seiner hochschwangeren Tochter Nele nach der bevorstehenden Geburt unter die Arme greifen will. Nach dem tragischen Krebstod seiner Frau hatte er sein Kind einst im Stich gelassen und war nach Argentinien ausgewandert. Diesen Fehler plant er nun wiedergutzumachen.

Ein Therapeut in der Zwickmühle

Um sich bei einem möglichen Absturz die besten Überlebenschancen zu sichern, hat Mats gleich mehrere Plätze im Flieger gebucht. Allerdings erweist sich diese Vorkehrung schon bald als nutzlos. Denn kaum ist das Flugzeug gestartet, klingelt sein Handy: Ein unbekannter Erpresser behauptet, Nele entführt zu haben. Wenn Mats nicht seinen Anweisungen folge, werde er die gerade entbindenden Mutter und ihr Kind töten lassen.

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Die schockierende Bedingung, damit Nele und das Baby mit dem Leben davonkommen: Mats soll eine ehemalige Patientin, die an Bord als Stewardess arbeitet, gezielt manipulieren. Er muss sie dazu bringen, Amok zu laufen. Nur wenn das Flugzeug abstürzt und die gut 600 Insassen in den Tod reißt, ist Krügers Mission erfüllt.

Hauptsache hochdramatisch

So weit, so haarsträubend – im Detail wird Fitzek aber noch absurder und scheut keine Überspitzungen, um seine Figuren in noch dramatischere Situationen zu katapultieren: Die in den Wehen liegende Nele wird von einem soziopathischen Veganer in eine verlassene Stallanlage verschleppt. Dieser will Nele das Kind nach der Geburt wegnehmen. Das Szenario ist noch nicht schlimm genug? Kein Problem: Da Nele HIV-positiv ist, könnte sie ihr Baby bei der Entbindung mit dem Virus anstecken.

Ausgerechnet am Tag ihrer geplanten Hochzeit gerät auch Felicitas Heilmann in tödliche Gefahr: Sie erhält einen Anruf von ihrem verzweifelten Ex-Kollegen Mats aus dem Flieger. Obwohl sie nicht gut auf ihn zu sprechen ist, macht sie sich schließlich auf die Suche nach Nele. Ihre Nachforschungen am Boden liefern Mats nach und nach Hinweise darauf, wer hinter dem schrecklichen Komplott gegen ihn steckt.

Von Zufällen und Psychosen

Um all die wahnwitzigen Geschehnisse zu erklären, tischt Fitzek unzählige Zufälle und gleich mehrere psychisch gestörte Charaktere auf. Nur so kann er alle losen Enden verknüpfen und sein planlos wirkendes Story-Konstrukt abschließen. Entsprechend hoch ist der Trash-Faktor von „Flugangst 7A“.

Immerhin schreibt Fitzek sehr lebendig. So lässt sich der knapp 400-seitige Roman trotz inhaltlicher Mankos im Nu verschlingen. Die kompakten Kapitel hangeln sich von Cliffhanger zu Cliffhanger und kommen ganz ohne Längen aus. Nicht auszudenken, wie viel Spaß ein Fitzek-Thriller mit einer weniger abgehobenen Geschichte machen würde!

„Flugangst 7A“ von Sebastian Fitzek ist im Oktober 2017 im Droemer Verlag erschienen.

Mehr Infos zum Autor: www.sebastianfitzek.de

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  • Rezension zu: Sebastian Fitzek: Flugangst 7A
  • Redaktionswertung:

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