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Himmelhorn: Kluftingers schwächster Fall

Himmelhorn: Kluftingers schwächster Fall © Droemer Knaur Verlag

Bei Kommissar Kluftinger ist die Luft raus: Der neue Allgäu-Krimi "Himmelhorn" kann weder mit Spannung noch mit Witz punkten.

Vor 14 Jahren veröffentlichte das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr mit "Milchgeld" den ersten Teil ihrer erfolgreichen Romanreihe um den Allgäuer Kommissar Kluftinger. Der Protagonist genießt unter Freunden der leichten, unterhaltsamen Lektüre längst Kultstatus und befeuerte damals den Hype um Regionalkrimis. Dieser will bis dato nicht abflachen und so ermittelt Kluftinger im aktuellen Buch "Himmelhorn" bereits in seinem neunten Fall.

Dieser beginnt noch recht vielversprechend: Auf einer gemeinsamen Radtour mit seinem verhassten Widersacher Dr. Langhammer stößt Kluftinger gleich auf drei Leichen: Der bekannter Dokumentarfilmer Andi Bischof und zwei einheimische Bergführer sind wohl bei waghalsigen Dreharbeiten am Himmelhorn abgestürzt. Doch war es wirklich ein Unfall?

Kluftinger hört auf sein Bauchgefühl

Trotz der Zweifel seiner Kollegen verlässt sich der Kommissar auf sein Bauchgefühl und stellt Nachforschungen an. Nach Gesprächen mit der Geschäftspartnerin und dem Sponsor des toten Filmemachers sowie den Angehörigen der anderen beiden Opfer bestätigt sich sein Mordverdacht. Die Frage ist nur: Wer hat die Bergsteiger nun tatsächlich auf dem Gewissen?

Während sich Kluftinger mit der Antwort schwertut, dürften die Leser schon mit einem sehr frühen Tätertipp richtig liegen. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass die Autoren beim Erzählen ihrer Geschichte wenig subtil vorgehen. Warum der Titelheld diesmal fast 500 zähe Seiten bis zur Aufklärung des Falles braucht, wird nach der durchaus spannenden Prämisse schnell deutlich: Kluftinger lässt sich einfach von zu vielen anderen Dingen ablenken.

Das Leben ist eine Seifenoper

Das Familienleben des Kommissars rückt noch stärker in den Mittelpunkt: Sein studierender Sohn befindet sich in der heißen Prüfungsphase und hat sich deshalb samt hochschwangerer Frau ins alte Kinderzimmer einquartiert. Die baldige Geburt des ersten Enkelkinds lässt Kluftinger zunehmend emotional werden. Er entdeckt sogar seine Leidenschaft für eine seichte Daily Soap, die ihn fortan mit Lebensweisheiten versorgt.

Mit technischen Neuheiten steht er wie gehabt auf dem Kriegsfuß: Auf dem Revier soll er jetzt mit einem Tablet arbeiten, was ihn zunächst hoffnungslos überfordert. Immerhin findet er zeitnah heraus, wie er damit die verpasste Folge seiner Seifenoper nachschauen kann. Das Gerät soll ihm auch dabei nützlich sein, aktuelle Aktienkurse zu überprüfen. Kollege Strobl hat ihm nämlich dazu geraten, in risikoreiche Wertpapiere zu investieren. Dabei stellt sich Kluftinger allerdings extrem dämlich an.

Eine Überdosis Klamauk und Geplänkel

Klüpfel und Kobr strapazieren die bekannten sowie die neuen Macken und Mankos ihrer Figur diesmal bis in die Extreme. Die einst so charmanten Running Gags verkommen zum redundanten und sehr platten Klamauk. Auch die vertrauten Kabbeleien zwischen den Kollegen auf dem Revier laufen sich mit unzähligen flachen Sprüchen tot. Zu allem Überfluss muss sich Kluftinger mit Langhammers Frau herumschlagen, die ihren untreuen Ehemann eifersüchtig machen will.

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Das wenig witzige Geplänkel bläht den Roman unnötig auf. Gerade im Mittelteil schleichen sich viele Längen mit schier unendlichen Dialogen ein. Der eigentliche Fall gerät mutunter völlig in den Hintergrund. Erst im letzten Fünftel des Buches geht es endlich voran mit den Ermittlungen und Erkenntnissen. Wie bereits angedeutet – die Täterüberführung kann schließlich nicht mehr überraschen.

Ein strenger Lektor hätte "Himmelhorn" um mindestens die Hälfte gekürzt. So wäre das Ergebnis vermutlich noch unterhaltsam und kurzweilig ausgefallen. In der vorliegenden Fassung weckt der Roman dagegen die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Reihe, bevor die Qualität noch weiter sinkt.

"Himmelhorn: Kluftingers neunter Fall" von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist im Oktober 2017 im Knaur Taschenbuch Verlag erschienen.

Mehr Infos zur Reihe: www.kommissar-kluftinger.de

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  • Rezension zu:
    Volker Klüpfel, Michael Kobr: Himmelhorn
  • Redaktionswertung:
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