Andrew Roachford war in den vergangenen zehn Jahren vor allem als Sänger der Band Mike & The Mechanics aktiv. Nun hat der 55-Jährige jedoch ein neues Solowerk veröffentlicht: „Twice In A Lifetime“ bietet viel gepflegte Langeweile, aber eben auch diese wahnsinnig tolle Soulstimme. Mehr...

Neues Album von Roachford: Tolle Soulröhre, seichte Songs
© Andrew Cotterill / BMG Rights Management

Roachford steckt mit „Twice In A Lifetime“ zu sehr in der Vergangenheit und der Lovesong-Schublade fest.

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Der Brite Andrew Roachford war in den vergangenen zehn Jahren vor allem als Sänger der Band Mike & The Mechanics aktiv. Gemeinsam mit Kollege Tim Howar ersetzt er dort Paul Carrack, der die Formation 2006 verlassen hat. Roachfords Solokarriere lag seither aber nie völlig auf Eis. Zuletzt erschien 2016 ein Coveralbum mit dem Titel „Encore“. Dieses konnte allerdings nicht an die kommerziellen Erfolge des Londoners aus den 80ern und 90ern anknüpfen. Auch mit seinem neuen Werk „Twice In A Lifetime“ dürfte dem 55-Jährigen kein großes Comeback gelingen.

An seiner wie gehabt starken und überaus geschmeidigen Soulstimme liegt das wahrlich nicht. Auch nach einer komplizierten Stimmband-Operation vor zwei Jahren hat Roachfords Organ nichts an Gefühl oder jenem unverkennbaren, leicht angerauten Timbre eingebüßt. Vielmehr sorgen die aalglatte und mitunter arg altbackene Produktion durch Jimmy Hogarth (Amy Winehouse, Duffy) sowie die überraschungslosen Songs für viel gepflegte Langeweile.

Ziemlich retro, aber nicht zeitlos

Gleich die eröffnenden Tracks „High On Love“, „Love Remedy“ und „Too Much To Lose“ fallen in die Kategorie „Unaufdringlicher Soul-Pop fürs Mainstream-Radio der 90er“. Gleiches gilt für die weiter hinten platzierten Stücke „Once In A Lifetime“ und „You're The One“. „Give It Up And Let It Go“, „So Long“ und „Gonna Be The One“ grooven noch ein bisschen nostalgischer, aber ohne dabei das Prädikat zeitlos zu verdienen.

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Ähnlich verhält es sich mit der gefühlvollen Piano-Ballade „Won't Think Twice“: Als zu durchschaubar erweisen sich die Akkordfolgen, die warmen Orgelsounds und vor allem die Floskeln und Reime in den Lyrics. Inhaltlich bewegt sich Roachford quasi auf Schlagerniveau, wenn er über die Höhen und Tiefen der Liebe singt. So gerät auch „What We Had“, ein Duett mit Beverly Knight („Keep This Fire Burning“), zu einem banalen Unterfangen – trotz des schönen Gesangs.

Deutschland-Tour im März 2021

Auf der zweiten Albumhälfte bringt das rhythmisch-funkige „Are You Satisfied?“ ein wenig mehr Schwung ins Weichspül-Programm, leider ohne zündenden Refain. Das bluesige „The Truth Hurts Too Much“ und das melancholische „Written In My Heart“ servieren altbekannten Herzschmerz auf jeden Fall in edler musikalischer Verpackung.

Das Problem: Nachhaltig hängen bleibt keiner der neuen Songs. „Twice In A Lifetime“ ist nett anzuhören, dürfte Roachford aber nicht zurück in die Charts bringen. Dafür geht es auf Tour: Wegen Corona wurden die Konzerttermine für Deutschland in den März 2021 verlegt.

Mehr Infos zum Künstler: roachford.co.uk

Veröffentlichung am 11. September 2020 (BMG Rights Management)

„Twice In A Lifetime“ zu gewinnen

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Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen hat Kerstin G. aus Villingen-Schwenningen.

  • Rezension zu: Roachford: Twice In A Lifetime
  • Redaktionswertung:

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