Keine Cookies ohne Zustimmung: Das Cookie Policy Notification Banner Plugin hilft Joomla-Anwendern bei der Umsetzung der DSGVO-Vorgabe. hitchecker.de hat die Erweiterung getestet.

Getestet: Joomla-Plugin für datenschutzkonformen Cookie-Banner
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Keine Cookies ohne Zustimmung: Das Cookie Policy Notification Banner Plugin hilft Joomla-Anwendern bei der Umsetzung der DSGVO-Vorgabe.

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Es gestaltet sich durchaus als kleine Herausforderung, einen datenschutzkonformen Cookie-Consent-Banner für Joomla-Websites umzusetzen. Zwar sind zahlreiche Erweiterungen für das Conent Management System (CMS) erhältlich. Viele davon werden aber den strengen Vorgaben der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht vollends gerecht. Andere, zumeist CMS-unabhängige Lösungen, erfüllen alle Anforderungen, sind jedoch mit hohen, zumeist völlig überzogenen Abokosten verbunden. Es sei ganz deutlich gesagt: Die Brisanz der Cookie-Thematik wollen viele Anbieter zu ihrem finanziellen Vorteil nutzen.

Mit dem GDPR Cookie Plugin von J!Extensions hat hitchecker.de kürzlich ein bezahlbares Tool vorgestellt und getestet. Eine weitere Alternative stellt das Joomla-Plugin Cookie Policy Notification Banner aus dem Hause Web357 dar. Es ist bereits ab 29 Euro erhältlich. Die erworbene Lizenz umfasst die Erlaubnis, die Erweiterung unbegrenzt auf beliebig vielen Websites zu nutzen. Kleiner Haken: Aktualisierungen des Plugins können nur in den ersten 12 Monaten nach Kauf kostenfrei von der Hersteller-Website heruntergeladen werden. Danach wird eine weitere Jahresgebühr fällig, wenn man auf die neueste Version zugreifen will.

Deutsche Übersetzung holprig und unvollständig

Die Installation der Cookie-Consent-Erweiterung erfolgt fix über das Joomla-Backend: Im Plugin-Bereich sind danach vier neue Einträge zu finden. Alle nötigen Einstellungen und Anpassungen werden über das Plugin „System – Web357 Cookie Policy Notification Bar“ vorgenommen. Nach dem Öffnen zeigt sich ein horizontales Menü mit sieben Reitern. Drei davon führen lediglich zu nähren Informationen über das Plugin. Die deutsche Übersetzung erweist sich leider als holprig und unvollständig. Zahlreiche Erklärungen sind nur auf Englisch verfügbar.

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Bei den „Grundeinstellungen“ lassen sich Details zur Position und zum Verhalten des Cookie-Banners festlegen. Darüber hinaus besteht die Option zum Neuladen der Website nach der Cookie-Zustimmung durch den Besucher. Das macht beispielsweise Sinn, wenn die Bestätigung für Werbebanner oder Social-Media-Plugins eingeholt wird. Bei solche Inhalten besteht in der Regel der Wunsch nach einer unmittelbaren Aufhebung der Blockade. Ohne aktivierte Reload-Funktion sieht ein Website-Nutzer diese erst bei Klick auf eine weitere Unterseite.

Unter dem Menüpunkt „Texte für unterschiedliche Sprachen“ geht es schließlich ins Detail: Dort stehen Formularfelder für individuelle Erklärungstexte und konkrete Bezeichnungen für die Buttons (z.B. „Ablehnen“, „Akzeptieren“ etc.) des Cookie-Banners bereit. Auch ein Link zur Datenschutzerklärung der Website kann hinterlegt werden.

Unglückliche Darstellung auf dem Smartphone

Das Design und das Format des Banner passt man unter „Gestaltung“ an. Im Grunde wäre das eine simple Angelegenheit: Die Farbgebung für die einzelnen Bereiche und Buttons funktioniert sehr einfach über die Anwahl von Farbpaletten beziehungsweise über die Eingabe von RGB-Farbcodes. Je nachdem, welche Banner-Position gewählt wurde, werden mitunter aber komplexere Anpassungen nötig.

Ohne diese sind auf mobilen Endgeräten sonst teilweise wichtige Inhalte und Buttons nicht sichtbar. Probleme ergeben sich im Frontend vor allem beim Öffnen des Cookie-Managers: Nutzt man ein Smartphone oder Tablet im Querfomat, bleiben die Buttons zum Akzeptieren oder Ablehnen der Cookies im Verborgenen. Zum Teil kommt es aber auch in der Desktop-Ansicht zu einem verschobenen Layout.

Immerhin stellt das Plugin ein Formularfeld für eigene CSS-Angaben bereit. Entsprechend können die Fehler korrigiert werden. Generell wurde der Cookie-Manager für die Darstellung auf Smartphones und kleinen Tablets aber sehr unglücklich aufbereitet. Wer das verschachtelte Layout mit benutzerunfreundlichen Scrollboxen komplett ersetzen will, muss viel Zeit investieren, um alles im Detail anzupassen.

Eine Verbindung mit YouTube und ggf. eine Übertragung personenbezogener Daten finden erst nach Klick auf den unteren Button statt. Mehr Infos...

Quelle: YouTube / Web357 - Produkt-Clip

Beliebige Cookie-Kategorien anlegen

Vorab sollte man am besten austesten, ob die Funktionalität des Plugins grundsätzlich den eigenen Anforderungen entspricht. Der Bereich der erweiterten Einstellungen reguliert, wie die Anwendung mit Cookies umgeht. Welche sollen standardmäßig blockiert werden und brauchen eine Bestätigung durch die Website-Besucher? Welche sind essenziell und sollten unbedingt aktiviert bleiben?

Um dies konkret festzulegen, müssen zunächst Cookie-Kategorien angelegt werden. Eine Aufteilung in essenzielle Cookies, Social-Media-Cookies, Statistik-Cookies und Werbe-Cookies hat sich inzwischen als Standard etabliert. Generell ist man aber völlig frei in der Bezeichnung und Kommentierung der einzelnen Kategorien.

Die Einstellung unter „Checked by default“ bestimmt, ob eine Kategorie zum Abwählen gesperrt oder bereits mit einem Häkchen versehen sein soll. Um den Richtlinien der DSGVO zu folgen, empfiehlt es sich, ein solches nicht standardmäßig zu setzen. Es bedarf stets einer aktiven Zustimmung der Website-Besucher. Sprich: Diese müssen eine Kategorie selbst mit einem Häkchen bestätigen. Im Falle essenzieller Cookies, die für den Betrieb und die fehlerfreie Funktion einer Seite unverzichtbar sind, kann es aber auf jeden Fall Sinn machen, eine entsprechende Kategorie zu sperren.

Cookies via Javascript blockieren

Unter „Force allow these cookies“ (auch hier hat die deutsche Übersetzung versagt) ist es optional möglich, Cookies namentlich einzutragen, die unter gar keinen Umständen blockiert werden dürfen. Leider fehlt die Pendant-Funktion, bestimmte Cookies anhand ihres Namens zu blockieren. Das Plugin beschränkt sich stattdessen darauf, Cookies über ihren zugehörigen Javascript-Code zu sperren.

Zur Erklärung: Das Einbinden von Statistik-Tools oder Werbeprogrammen auf einer Website geschieht zumeist über kleine Code-Schnipsel. Diese setzen dann beispielsweise Tracking-Cookies, die es vor der Einwilligung eines Nutzers zu unterdrücken gilt. Dafür genügt ein Eintrag im Plugin. Jeder Javascript-Code wird dabei einer Cookie-Kategorie zugeordnet, also beispielsweise der Code für Google Analytics der Statistik-Kategorie. Wird eine Cookie-Kategorie später nicht durch einen Nutzer bestätigt, bleiben die dazugehörigen Codes und Cookies blockiert.

Dieses Prozedere greift sicher bei den meisten Anwendungsfällen. Doch es gibt auch Cookies, die etwa über Zählpixel und iframes gesetzt werden. Es wäre wünschenswert, diese über ihren Namen oder die Angabe ihrer verknüpften Domain blockieren zu können, wie es beim bereits erwähnten GDPR Cookie Plugin der Fall ist.

Benutzer-Zustimmungen werden protokolliert

An anderer Stelle punktet das Cookie Policy Notification Banner Plugin mit einer Funktion, die dem Konkurrenzprodukt fehlt: Es ermöglicht die Erstellung einer detaillierten Übersicht mit allen auf einer Website verwendeten Cookies – inklusive ihres Zwecks und ihrer Gültigkeitsdauer. Die Liste kann über einen Shortcode an beliebiger Stelle angezeigt werden, also zum Beispiel auf der Seite mit der Datenschutzerklärung.

In Zukunft wird es vermutlich häufiger zu Streitfällen kommen, in denen ein Website-Betreiber nachweisen muss, datenschutzkonform gehandelt zu haben. Zum Glück dokumentiert das Plugin sämtliche Cookie-Einstellungen der Website-Besucher. So lassen sich alle Cookie-Bestätigungen und auch die Widersprüche nachvollziehen.

Fazit: Mächtiges Tool mit kleinen Schwächen

Das Cookie Policy Notification Banner Plugin von Web357 ist ein mächtiges Tool zur Umsetzung eines individuellen Cookie-Consent-Banners in Joomla. Es eignet sich vor allem für Anwender mit einer überschaubaren Anzahl an Cookies auf ihrer Seite, die unkompliziert über die Javascript-Codes blockiert werden können. Nachbesserungsbedarf besteht bei der deutschen Übersetzung und vor allem bei der Banner-Darstellung auf Smartphones. Außerdem gilt es mögliche Folgekosten für Plugin-Updates zu bedenken.

Mehr Infos zum Plugin auf der Herstellerseite: www.web357.com/product/cookies-policy-notification-bar-joomla-plugin

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Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen hat Marco T. aus Haßloch.

  • Rezension zu: Web357 Cookie Policy Notification Banner
  • Redaktionswertung:

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