Das deutsche Quartett TMCA versucht, das verjährte Konzept der schwedischen Popband Alacazar neu zu beleben: Mit seinem Debütalbum will es den Disco-Sound der 70er wieder salon- und chartsfähig machen. Am Ende landen aber nur Schlagerfreunde und Oma Renate auf der Tanzfläche. Mehr...

Oma, pass bloß auf dein Hüftgelenk auf!
© Electrola / Martin Holzner

Wäre diese Rezension eine Folge von „South Park“, würde sie vermutlich mit folgendem Aufschrei beginnen: „Oh mein Gott, sie haben Disco getötet, die Schweine!“

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Die Rede ist von der neuen Formation TMCA. Die vierköpfige Retortenband besteht aus ehemaligen Kandidaten diverser Castingshows. Tesireé, Marlin, Chris und Anna haben es sich zum Ziel gesetzt, mit ihrem Debütalbum „Remember Disco“ den Clubsound der 70er wieder salon- und chartsfähig zu machen. TMCA steht dabei nicht nur für die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen, sondern fungiert auch als Hommage an „Y.M.C.A.“, den großen Hit der Village People.

Wer ist „Strong Enough“ für miese Coverversionen?

Auf eine naheliegende Coverversion des Klassikers hat das Quartett zum Glück verzichtet. An „Daddy Cool“ von Boney M., „Can You Feel It“ von den Jackson Five, „Staying Alive“ von den Bee Gees, „I Was Made For Loving You“ von Kiss und „Strong Enough“ von CherAnzeige haben sie sich dennoch vergangen. Doch die Schuld trifft weniger die zappelnden Marionetten in schrillen Outfits, die sich am Mikro immerhin bemühen.

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Für die billige Produktion mit Beats und Sounds aus dem 90er-Eurodance-Baukasten zeichnen sich Thorsten Brötzmann (No Angels, Unheilig) und Ivo Moring (Sarah Connor, Adoro) verantwortlich. Die müssten es nach vielen erfolgreichen Jahren im Musikgeschäft eigentlich besser wissen und können. Zuletzt haben beide allerdings verstärkt deutschen Schlager produziert. Vielleicht hat sie das abstumpfen lassen. Oder sie wollen mit eigenkreierten Disco-Liedchen wie „You've Got To Move It“, „Kissing Under Neon Lights“, „Just Dance“ und „I Just Wanna Feel“ eine ganz ähnliche Zielgruppe bedienen.

Was dafür spricht: TMCA traten kürzlich in der „Schlagerboom“-Show von Florian Silbereisen auf. Und siehe da: Die Fans von Helene Fischer, Andrea Berg, Kerstin Ott, Maite Kelly, Andreas Gabalier und Co haben brav mitgeklatscht – trotz englischer Texte. Doch diese sind so primitiv gehalten, dass selbst die 80-jährige Oma Renate alles versteht. Damals in den groovenden 70ern war sie bestimmt noch flott unterwegs.

Warum in der Disco geheult wird...

„You've got to move it, move it, keep dancing all night long. You've got to move it, move it, shake it on the dancefloor“, dieser Aufforderung sollte sie aber heute besser nicht mehr nachkommen. Sonst riskiert sie, sich das Hüftgelenk auszurenken.

Anno 2001 sah das möglicherweise noch etwas anders aus: Damals versuchte sich die schwedische Popband AlcazarAnzeige an einem Disco-Revial und landete mit „Crying At The Discotheque“ einen Riesenhit.

Der Titelsong der TMCA-Scheibe klingt leider nur wie ein schlechter Abklatsch des Ohrwurms. In anderen Worten: Alles ziemlich überflüssig... und in der Tat zum Heulen!

Mehr Infos zur Band: www.universal-music.de/tmca

Veröffentlichung am 01.11.2019 (Electrola / Universal Music)

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