The Corrs vollziehen auf „Jupiter Calling“ einen Wechsel vom seichten Fiedel-Pop hin zum Plätscher-Folk. Selbst für einen besinnlichen Adventssonntag kommt das siebte Album der irischen Band zu schläfrig daher. Mehr...

The Corrs haben keine Lust mehr auf Hits
© Warner Music / Alex Lake

The Corrs vollziehen auf „Jupiter Calling“ einen Wechsel vom seichten Fiedel-Pop hin zum Plätscher-Folk.

Die irische Band The Corrs feierte Ende der 1990er ihre größten Erfolge mit folkig-seichten Pop-Hits, die noch heute regelmäßig im Radio zu hören sind. Nach gut zehnjähriger Schaffenspause fanden die Geschwister Andrea (Gesang), Caroline (Schlagzeug), Sharon (Violine, Gesang) und Jim (Multiinstrumentalist) 2015 wieder zusammen.

Mit „White Light“ veröffentlichten sie eine routinierte, unverfängliche Comeback-Scheibe. Darauf knüpfte das Quartett nahtlos an seinen alten Sound an. In Deutschland reichte das immerhin für Platz 11 der Albumcharts. Ein neuer Single-Hit war allerdings nicht drin. Dafür klang das Songmaterial vielleicht zu sehr nach Charts-Schnee von gestern.

Ganz ohne Ohrwurm-Ambitionen

Auf ihrem nunmehr siebten Werk „Jupiter Calling“ überdenken The Corrs ihr bewährtes Konzept und sparen sich die obligatorischen Ohrwurmversuche. Gemeinsam mit Produzent T-Bone Burnett streben sie nach mehr Atmosphäre und Tiefgang: Von den dezenten elektronischen Elementen, den Beats und den poppigen Synthie-Flächen, verabschiedet sich die Musiker-Familie diesmal komplett. Alle Songs des Longplayers wurden live in den Londoner RAK-Studios eingespielt. Unterstützung gab es von Bassist Robbie Malone und Gitarrist Anthony Drennan.

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In den reduzierten, weitgehend akustisch gehaltenen Liedern kommen die typisch irischen Fiedel- und Flötenklänge besonders gut zur Geltung. Das zweite Markenzeichen der Band, nämlich Andreas gefühlvolle Stimme, erweist sich dagegen als überraschend dünn und wackelig. Da scheint tatsächlich wenig bis nichts nachbearbeitet worden zu sein.

Es droht eine Herbstdepression

Die Zerbrechlichkeit passt immerhin zu den schwermütigen und vorwiegend balladesken Songs. Wenn Andrea voller Melancholie über die Liebe, das Leben, innige Freundschaft oder auch die Syrien-Krise trällert, besteht die Gefahr einer ausgewachsenen Herbstdepression. Denn eine annähernd schwungvolle Nummer wie „Hit My Ground Running“ oder ein unbeschwert groovender Track wie „Butter Flutter“ bleiben kurzweilige Lichtblicke.

Es plätschert gepflegt, wenn man so will: Ihre Instrumente beherrschen The Corrs perfekt. Doch ganz ohne griffige Melodien, spannende Ausbrüche oder andere Überraschungen gelingt es den langweiligen Songs einfach nicht mitzureißen. Selbst für einen besinnlichen Adventssonntag kommt „Jupiter Calling“ viel zu schläfrig daher.

Mehr Infos zur Band: www.thecorrswebsite.com

Veröffentlichung: 10.11.2017 (Warner Music)

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  • Rezension zu: The Corrs: Jupiter Calling
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