OneRepublic haben ihre Fans lange schmoren lassen. Die US-Band um Sänger und Songwriter Ryan Tedder kündigte ihr neues Album „Human“ ursprünglich schon für den November 2019 an. Mit fast zweijähriger Verspätung ist die Scheibe nun endlich erschienen und enttäuscht mit 08/15-Pop von der Stange. Mehr...

Neues Album von OneRepublic: Tedder'sche Pophits aus dem Baukasten
© Universal Music

Alles auf Hit getrimmt: Pop könnte kaum einfallsloser klingen als auf dem jüngst erschienenen Werk von OneRepublic.

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OneRepublic haben ihre Fans ganz schön lange schmoren lassen. Die US-Band um Sänger und Songwriter Ryan Tedder kündigte ihr neues Album „Human“ ursprünglich schon für den November 2019 an. Doch die Pläne wurden damals kurzfristig verworfen, da die Produktion nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte.

Gab es etwa Nachbesserungswünsche seitens der Plattenfirma? Die erste Single „Rescue Me“ hatte sich im Frühjahr zuvor zwar bereits als Hit bewiesen. Die beiden weiteren Vorab-Veröffentlichungen „Wanted“ und „Somebody To Love“ gingen im September aber ziemlich unter und konnten nicht an diesen Chartserfolg anknüpfen. Also zurück ins Studio!

Lieblose Ohrwürmer

Tedder und Co bemühten noch einmal das Reißbrett, um sich im März 2020 mit der Nummer „Didn't I“ zurückzumelden. Diese funktioniert nach einem ganz ähnlichen Schema wie das bewährte „Rescue Me“: Eingängigkeit wird forciert durch penetrant wiederholte Textzeilen und allzu vertraute Melodieverläufe.

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Mit diesem durchschaubaren Rezept haben sich OneRepublic etliche weitere sichere, aber schrecklich lieblose Ohrwürmer für „Human“ zusammengekocht („Forget About You“, „Better Days“). Tedders rhythmischer Gesang wird stets von modernen Beats umtänzelt, die um einen zeitgemäßen Sound bemüht sind.

Ausgetretene Avicii-Pfade

Die fröhlich gepfiffene Hookline von „Run“ bescherte OneRepublic in den vergangenen Monaten gar wieder reichlich Airplay im sommerlichen Radioprogramm. Die Gute-Laune-Wirkung der Nummer hat sich durch den Dauereinsatz jedoch allzu schnell abgenutzt. An der neuen Single „Someday“ dürften sich viele bereits nach einem Durchgang sattgehört haben: Mit ihrem Mix aus Akustikgitarre und Dance-Beats bewegt sie sich auf schon vor Jahren ausgetretenen Avicii-Pfaden.

„So wake me up when it's all over“, forderte der 2018 verstorbene Star-DJ einst gemeinsam mit Sänger Aloe Blacc. Das ist in Bezug auf „Human“ als weiser Ratschlag zu beherzigen. Denn auch mit den wenigen Titeln, die nicht bereits vorab ausgekoppelt wurden, können OneRepublic keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Bei den obligatorischen Pop-Balladen „Distance“ und „Savior“ versucht Tedder mit reichlich Stimmakrobatik von schwachen Songideen abzulenken. Wenn er mit der Kopfstimme höchste Höhen erklimmt, tut er sich damit aber keinen Gefallen. Das klingt in vielen Momenten einfach zu gequält und angestrengt.

Effekte statt Emotionen

Im Falle des pianesken „Take It Out On Me“ bewegt er sich noch in erträglichen Tonlagen, kann aber die Finger einfach nicht vom Effekteregler lassen. Warum müssen Stimmen in aktuellen Produktionen eigentlich partout entfremdet werden? Die Emotionen bleiben da leider auf der Strecke.

Nicht zuletzt geht auch ihr Wiedererkennungswert verloren. So ließe sich hinter einer Vielzahl der aktuellen OneRepublic-Stücken ebenso ein Adam Levine von Maroon 5 vermuten. In Sachen Stil und Sound unterscheiden sich die Bands ohnehin kaum mehr.

Tedder sieht's anders

Tedder hält „Human“ aber für alles andere als standardisierten Pop-Einheitsbrei. In einem Interview mit dem „Music Week“-Magazin betonte er, wie sehr sich das Songmaterial auf „Human“ von der aktuellen Musik in den Charts unterscheide. Er versuche darüber hinaus, nie gezielt Hits für OneRepublic zu schreiben, da ihm bei seiner eigenen Musik Authentizität wichtig sei.

Erstaunlicherweise entspricht das Album leider dem genauen Gegenteil dieser Aussagen. Es ist übrigens erst am vergangenen Freitag erschienen, nachdem es coronabedingt auch im vergangenen Jahr zu keiner Veröffentlichung gekommen war.

Mehr Infos zur Band: onerepublic.com

Veröffentlichung am 27. August 2021 (Universal Music)

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Quelle: YouTube / OneRepublic

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  • Rezension zu: OneRepublic: Human
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