Hinter Kesha Sebert liegen schwierige Jahre. Ihr bislang erfolgloser Rechtsstreit gegen ihren Ex-Produzenten Dr. Luke ist bis heute nicht vollends geklärt. Doch die US-Sängerin hat keine Lust mehr auf Krise. Auf ihrem neuen Album "High Road" stehen wieder unbeschwerte Party-Tracks im Mittelpunkt. Mehr...

Partygirl oder Pop-Diva: Quo vadis, Kesha?
© Sony Music / Olivia Bee

Nach geglücktem Imagewandel auf "Rainbow" kehrt Kesha auf "High Road" nun doch wieder zum anstrengenden Plastik-Pop zurück.

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Hinter US-Popsängerin Kesha Sebert liegen schwierige Jahre. Ihr bislang erfolgloser Rechtsstreit gegen Dr. Luke ist bis heute nicht vollends geklärt. Die 32-Jährige wirft ihrem früheren Produzenten vor, sie belästigt und vergewaltigt zu haben. Dieser weist sämtliche Anschuldigungen von sich und hat Kesha und ihre Mutter wiederum wegen Verleumdung und Vertragsbruch verklagt.

Auf ihrem letzten Longplayer "Rainbow" versuchte die Künstlerin, ihre Erlebnisse und ihren verzweifelten Kampf für Gerechtigkeit zu verarbeiten. Das äußerte sich in einer Vielzahl an Balladen, folkig-countryesken Songs und vor allem in emotionalen Lyrics. Mit Uptempo-Nummern wie "Let 'Em Talk" und "Boogie Feet" meldete sich aber auch das vertraute Partygirl Kesha zu Wort.

Ganz die alte Kesha

"High Road" räumt diesem nun wieder ein deutlich größeres Forum ein. Die stark elektronischen Tracks "Tonight", "My Own Dance" und "Kinky" eifern Seberts frühen Hits nach. Schon "TiK ToK, "Die Young" und "Your Love Is My Drug" setzten in der Vergangenheit auf stampfende Beats, verzerrten Sprechgesang und schräge Synthies. Richtig skurril wird es diesmal mit der Polka-Pop-Einlage "Potato Song (Cuz I Want To)" und dem Computerspiel-Gedudel in "Birthday Suit".

Die Pop-Balladen "Shadow" und "Father Daughter Dance" sowie das auf Ukulele und Gesang reduzierte "Cowboy Blues" sorgen für ein eher konventionelles Kontrastprogramm. Mit "Resentment" probiert sich Kesha erneut im Country-Fach. Unterstützt wird sie dabei von Sturgill Simpson und Brian Wilson von den Beach Boys. Gerade bei diesen ruhigen Stücken darf Sebert ihre stimmlichen Qualitäten unter Beweis stellen.

Verträumtes Duett mit Wrabel

Ziemlich aus der Reihe fällt das auf einem souligen Gitarrenriff basierende "Honey": Kesha rappt in den Stophen und schmettert den Refrain gemeinsam mit ihren Background-Sängerinnen. Die Produktion klingt angenehm ungeschliffen, so als hätte man eine spontan im Proberaum improvisierte Nummer direkt auf CD gebannt.

Völlig überladen krachen dagegen "Rasing Hell" und "Little Bit Of Love" aus den Boxen. Beats, Gesang und Instrumentierung führen hier einen lautstarken und äußerst anstrengenden Dreierkampf. Weniger wäre wie so oft mehr gewesen. Gemeinsam mit Sänger Wrabel schaltet Kesha bei "BFF" aber noch einmal ein paar Gänge runter und serviert verträumten Elektro-Pop, der nach 80ern klingt.

Ungenutztes Potenzial

"High Road" mangelt es also sicher nicht an Abwechslung. Doch das Album wirkt als musikalische Achterbahnfahrt durch verschiedene Genres völlig unentschlossen. Mit John Hill, Dan Reynolds, Stuart Crichton, Jeff Bhasker, Drew Pearson, Nate Ruess, Justin Tranter und Stint haben aber vielleicht einfach zu viele Produzenten und Songwriter daran herumgedoktert.

Kesha muss sich früher oder später die Frage stellen, ob sie die ewige Partymaus bleiben oder doch lieber als Sängerin ernst genommen werden will. Gerade die gefühlvollen Balladen zeigen, wie viel Potenzial in ihr steckt. "Rainbow" war ein Schritt in die richtige Richtung. Auf "High Road" blickt Kesha noch einmal unsicher zurück auf ihre wilden Jahre. Doch selbst ihre Fans von damals dürften inzwischen erwachsen geworden sein und nicht mehr zu Plastik-Pop abfeiern.

Mehr Infos zur Künstlerin: www.bitchimblessed.com

Veröffentlichung am 31.01.2020 (Sony Music)

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  • Rezension zu: Kesha: High Road
  • Redaktionswertung:

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