Wer sich neu erfindet, sollte den Wandel mit einem guten Konzept angehen. Der britische Sänger und Songwriter Jake Buggs mogelt sich auf seinem fünften Longplayer „Saturday Night, Sunday Morning“ ohne ein solches durch und dürfte vor allem sein bisheriges Stammpublikum bitter enttäuschen. Mehr...

Jake Bugg versucht sich als Popstar
© Sony Music

Wer sich neu erfindet, sollte den Wandel mit einem guten Konzept angehen. Jake Buggs mogelt sich auf „Saturday Night, Sunday Morning“ ohne ein solches durch – und enttäuscht.

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Der britische Songwriter Jake Bugg wollte mal etwas komplett Neues ausprobieren. So heißt es jedenfalls in der Pressemitteilung zur Veröffentlichung seines fünften Albums „Saturday Night, Sunday Morning“. Vielleicht steckt hinter dem musikalischen Wandel, den er darauf vollzieht, aber auch der im Hintergrund vollzogene Wechsel der Plattenfirma. Kam der 27-Jährige mit der markanten Stimme etwa dem Wunsch des Labels nach einem kommerzielleren Sound nach?

Da Bugg mit seinen letzten beiden Longplayern „On My One“ (2016) und „Hearts That Strain“ (2017) nicht mehr an den großen Erfolg seines selbstbetitelten Debüts (2012) und des Nachfolgers „Shangria La“ (2013) anknüpfen konnte, mag dieser aber durchaus selbstbestimmt sein. Der aus Clifton bei Nottingham stammende Musiker schlägt allerdings einen riskanten Weg ein: Seine plötzlichen Popstar-Ambitionen dürften ein Großteil seines Stammpublikums in die Flucht schlagen.

Penetrant aufdringliche Hooklines

Vorbei scheinen für Bugg die Zeiten des gitarrenlastigen Folk-Rocks. Viel lieber lässt er sich von Produzenten und Songwriter-Kollegen wie Steve Mac (Ed Sheeran), Andrew Watt (Post Malone), Brian D. Lee (Justin Bieber) und Jamie Hartman (Lewis Capaldi) mit Beats, eingängigen Refrains und fast schon penetrant aufdringlichen Hooklines versorgen. Das wirkt in den meisten Fällen zu berechnend auf Ohrwurm getrimmt („All I Need“, „About Last Night“).

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Hier und da werden noch ein paar Gitarrenriffs untergebracht („Kiss Like The Sun“, „Rabbit Hole“). Es bleibt jedoch bei einem bemühten Versuch, eine Brücke zu Buggs bisherigen Werken zu schlagen. Eine housige Dance-Pop-Nummer wie „Lost“, die sich im Intro frech bei „Bad Guy“ von Billie Eilish bedient, sagt eigentlich schon alles.

Reißbrett-Balladen und Placebo-Rock

Auch die Balladen stammen vom Reißbrett: „Downtown“ wartet etwa mit adelesken Pianoakkorden auf, während die Melodie von „Scene“ verdächtig vertraut klingt. Mit kitschig-angestaubtem 60er-Flair fällt „Maybe It's Today“ schließlich völlig aus dem Rahmen. Wenn es bei „Lonely Hours“ und „Screaming“ doch noch überraschend rockig wird, will das ebenfalls nicht zum Rest passen. Fast könnte man meinen, jemand hätte plötzlich eine Placebo-Scheibe eingelegt.

Damit nicht genug der Unentschlossenheit: Mit dem melancholischen, reduziert instrumentierten Rausschmeißer „Hold Tight“ besinnt sich Bugg schließlich doch zurück auf seine bewährten Folk-Klänge. Aber wohin soll die musikalische Reise denn nun gehen? „Saturday Night, Sunday Morning“ hinterlässt ein großes Fragezeichen.

Mehr Infos zum Künstler: jakebugg.com

Veröffentlichung am 20. August 2021 (RCA / Sony Music)

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Quelle: YouTube / Jake Bugg

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  • Rezension zu: Jake Bugg: Saturday Night, Sunday Morning
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