Die niederländische Country-Sängerin Ilse DeLange hat anlässlich ihrer Teilnahme bei „Sing meinen Song“ noch fix eine neue Scheibe zusammengebastelt. Dabei wäre ihr Album aus dem vergangenen Jahr die bessere Wahl gewesen, um sich dem breiten deutschen Publikum vorzustellen. Mehr...

Wegen „Sing meinen Song“: Schnellschuss-Album von Ilse DeLange
© Paul Bellaart

Anlässlich ihrer Teilnahme bei „Sing meinen Song“ hat Country-Sängerin Ilse DeLange mit „Changes“ noch fix eine neue Scheibe zusammengebastelt.

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In ihrer Heimat ist die Niederländerin Ilse DeLange seit Ende der 90er ein großer Star. Acht ihrer Alben landeten dort direkt auf Platz 1 der Charts. In Deutschland und im Rest Europas erlangte die Sängerin vor allem als Teil des Duos The Common Linnets größere Aufmerksamkeit. Mit dem Titel „Calm After The Storm“ belegte sie gemeinsam mit Kollege Waylon den zweiten Platz beim Eurovision Song Contest 2014. Die Nummer wurde danach zum großen Hit im Radio und in den Charts.

Dem deutschen Publikum präsentiert sich die 43-Jährige nun wieder als Solo-Künstlerin in der Vox-Musikreihe „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“. Als ihre Teilnahme besiegelt war, musste noch schnell ein neues Album her. Schließlich ist die Sendung eine werbewirksame Plattform für Künstler. So schüttelte sich Ilse im Januar innerhalb von nur drei Wochen einige Songs aus dem Ärmel. Der Aufnahmeprozess fand erst nach der Aufzeichnung der Sendung in Südafrika statt und fiel direkt in die erste Phase der Corona-Einschränkungen.

Nur acht neue Songs

„Jetzt waren alle in ihren Homestudios im Lockdown und wir mussten uns Files schicken und viel telefonieren... Es war schon sehr ungewohnt. Andererseits sind so auch Ideen und Songs entstanden, die wir sonst vielleicht nie umgesetzt hätten“, beschreibt Ilse die Ausnahmesituation.

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Dies erklärt vielleicht auch, warum „Changes“ recht poppig ausgefallen ist und tatsächlich nur acht neue Lieder umfasst. Bei den letzten vier auf der Tracklist handelt es sich um bewährte Single-Erfolge aus dem großen Repertoire DeLanges: „Lay Your Weapons Down“ stammt von ihrem selbstbetitelten Longplayer aus dem Jahre 2018. „The Great Escape“ hat schon 14 Jahre auf dem Buckel, „Miracle“ immerhin 11. Das düstere „Where Dreams Go To Die“ ist der letztjährigen Veröffentlichung „Gravel & Dust“ entnommen.

Duett mit Michael Schulte

Mit dem Best-of-Anhang tut sich die Künstlerin keinen Gefallen. Denn im Vergleich fällt das aktuelle Songmaterial deutlich ab. Schon der zur ersten Single erkorene Titeltrack hat nicht mehr viel mit dem Mix aus Country, Americana und Folk-Pop gemein, der bislang als Markenzeichen der Musikerin galt.

„Changes“ erweist sich als radiokompatible, ziemlich steril produzierte Dance-Pop-Nummer mit dezenten Country-Akzenten. Auch bei „Way Back Home“ stampft der Beat und irgendwie erinnert die Produktion verdächtig an den Ohrwurm „Nothing Breaks Like A Heart“ von Mark Ronson und Miley Cyrus.

Mit dem luftig-leichten „Wrong Direction“ versucht DeLange an den Erfolg von „Calm After The Storm“ anzuknüpfen, was durchaus gelingen könnte: Als Duettpartner hat sie sich diesmal den ebenfalls ESC-erprobten Michael Schulte ins Boot geholt. Hier finden zwei äußerst gefühlvolle Stimmen zueinander, die hervorragend harmonieren. Allerdings stören auch bei diesem Titel die elektronischen Elemente. Der unterlegte Beat könnte genauso gut aus dem neuesten Schlager einer Andrea Berg oder Maite Kelly stammen.

Lagerfeuer-Atmosphäre bleibt aus

Ein akustisches Soundgewand steht Ilse so viel besser: Die Balladen „Homesick“, „Clouds“ und „Old Sweater“ lassen endlich mehr Country-Feeling aufkommen und geben ihre ein optimales Forum, um als Sängerin zu glänzen. Lap-Steel-Gitarren und Banjo sind immerhin auch beim leicht gospeligen „Flow“ und dem schunkeligen „Deep Sea“ auszumachen. Doch die beiden Stücke driften etwas arg in seichte Gefilde ab.

„Changes“ wirkt insgesamt sehr zusammengeschustert und lässt die Lagerfeuer-Atmosphäre des Vorgängerwerks „Gravel & Dust“ vermissen. Vielleicht wäre es die clevere Entscheidung gewesen, einfach dieses noch einmal im Zuge von „Sing meinen Song“ zu promoten. Mit dem neuen, unentschlossenen Schnellschuss-Album verkauft sich Ilse DeLange unter Wert – gerade gegenüber Zuschauern, die sie bislang noch nicht gekannt haben.

Veröffentlichung am 15. Mai 2020 (Embassy of Music / Tonpool)

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Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen haben Peter L. aus Nauen und Linda S. aus Kaltenborn.

  • Rezension zu: Ilse DeLange: Changes
  • Redaktionswertung:

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