Kommerziell und trotzdem originell: Newcomerin Elen meistert den Balanceakt auf ihrem Deutsch-Pop-Debüt „Blind über Rot“. Die Melodien sind gefällig, die Texte erfrischend ehrlich. Großen Wiedererkennungswert besitzt die dunkel gefärbte, warme Stimme der 30-Jährigen. Mehr...

Newcomerin Elen gelingt ein Balanceakt
© Christoph Köstlin, Universal Music

Kommerziell und trotzdem originell: Newcomerin Elen meistert den Balanceakt auf ihrem zweiten Album „Blind über Rot“.

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Manchmal braucht es diesen einen Song, damit es endlich mit dem Durchbruch klappt. Im Falle von Max Giesinger war es der EM-Hit „80 Millionen“, der den in Vergessenheit geratenen Castingstar zurück ins Rampenlicht katapultierte. Vier Jahre später zählt der Sänger zu den bekanntesten und erfolgreichsten der Deutsch-Pop-Szene.

Diese Erfolgsgeschichte könnte sich nun so ähnlich für Elen de Jong wiederholen. Die 30-Jährige nahm übrigens genau wie Giesinger an der ersten Staffel der ProSieben-Show „The Voice Of Germany“ teil, flog aber früher aus dem Gesangswettbewerb. Danach schlug sie sich wieder als Sraßenmusikerin durch und veröffentlichte 2015 in Eigenregie ihr selbstbetiteltes, englischsprachiges Erstlingswerk.

Erster Radiohit mit „Liegen ist Frieden“

Der kommerzielle Erfolg der Scheibe blieb zwar aus. Doch nach etlichen prominenten TV-Auftritten klappte es 2017 schließlich mit einem Plattenvertrag. Die im November 2019 erschienene Single „Liegen ist Frieden“ von der gleichnamigen EP avancierte prompt zum ersten Radiohit für Elen. Der wortwitzige Ohrwurm für alle Morgenmuffel und Lebenskünstler hat die Richtung für Album Nummer 2 vorgegeben.

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Die Berlinerin setzt jetzt auf griffigen Deutsch-Pop mit originellen, erfrischend direkten Texten. Mit diesen kann sie sich auf jeden Fall erfolgreich von der Konkurrenz abgrenzen. Auch ihre dunkel gefärbte, warme Stimme beschert der Künstlerin einen hohen Wiedererkennungswert.

Vor allem die Songs auf der ersten Albumhälfte liebäugeln mit dem Airplay im Formatradio. Ganz bewusst wiederholt sich hier Elens markanter Tonfall aus dem bewährten „Liegen ist Frieden“. Die Melodieverläufe in den Strophen ähneln sich zum Teil sehr. Auch die vielen Mitsing-Momente mit den obligatorischen „Ohoho“-Einlagen wirken durchaus berechnend.

Zweite Albumhälfte deutlich verspielter

Die Produktion mag zwar auf Massentauglichkeit abzielen, die Lyrics gehen aber ihre ganz eigenen Wege. Mit wohl gewählten, ehrlichen Worten sehnt sich Elen nach Liebe und Geborgenheit („Hallo“), erinnert sich sehnsüchtig zurück an ihre Kindheit („Luftschlösser“) oder thematisiert Reibungspunkte in einer Beziehung („Blind über Rot“).

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Quelle: YouTube / Elen

Die zweite Hälfte des Lonplayers kommt schließlich etwas verspielter daher: Das kraftvolle „5 Meter Mauern“ jongliert mit soulig-rockigen Elementen und wartet mit einem stimmgewaltigen Gospelchor im Hintergrund auf. Bedrohlich-elektronisch wird es bei „Andere Arcaden“, einem Song über die Anonymität und Einsamkeit in der Großstadt. Ein softer Dance-Beat und ein hymnischer Refrain machen beim flirrenden „Die Nacht“ Hoffnung, das Alleinsein zu überwinden. Elens Rastlosigkeit und Suche nach dem Glück endet schließlich im balladesken Rausschmeißer „Happy End“.

Zuvor verleihen atmosphärische Synthies und ein kratzender Bass der nachdenklichen Beziehungs-Analyse „Gut werden“ einen pulsierenden Charakter. Mit oberflächlichen Unterhaltungen rechnet die Sängerin im gitarrenlastigen „Lass uns jetzt nicht drüber reden“ ab.

Diese Ansage sollte definitiv nicht für „Blind über Rot“ gelten: De Jong ist ein abwechslungsreiches Deutsch-Pop-Debüt gelungen, das ihr auch den längst überfälligen Chartserfolg einbringen sollte.

Mehr Infos zur Künstlerin: elenofficial.com

Veröffentlichung am 19. Juni 2020 (Vertigo Berlin / Universal Music)

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Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen hat Patricia R. aus Kassel.

  • Rezension zu: Elen: Blind über Rot
  • Redaktionswertung:

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