Wenn Schlagerfans abrocken wollen, könnte das zum neuen Longplayer von Bon Jovi passieren. „Forever“ bleibt ein bemühter Versuch, gute alte Zeiten aufzuwärmen.

Bon Jovi 2024
Bon Jovi denken auch nach 40 Jahren noch nicht ans Aufhören / © Universal Music

Bon Jovi scheinen „forever“ weitermachen zu wollen – auch ohne neue Ideen. Das Ergebnis erweist sich daher nicht als zeitlos, sondern mehr als aus der Zeit gefallen.

Plant der „ZDF-Fernsehgarten“ in diesem Jahr eine Sonderausgabe zu Bon Jovi? Diese Frage drängt sich beim Hören von „Forever“ auf. Das neue Album der US-Band ist wie geschaffen, um die schlageraffinen Lemminge im Publikum zum freudigen Mitklatschen und Moderatorin Andrea Kiewel zu einem euphorischen „Toll“ oder „Sensationell“ zu bewegen.

Bon Jovi feiern sich selbst

Die US-Formation fiel schon immer in die Kategorie „gefälliger und nicht sonderlich origineller Mainstream-Softrock“. Doch nach über 40 Jahren auf der Bühne scheint in New Jersey nur noch der Holzhammer zum Einsatz zu kommen. An die hymnischen, stadiontauglichen Refrains schließen obligatorische Mitgröl-Chöre an.

Die Lyrics glänzen maximal mit platten Reimen und abgedroschenen Floskeln, die garantiert schon beim ersten Durchgang sitzen. Dabei feiern und beweihräuchern sich Bon Jovi entweder selbst („Legendary“, „We Made It Look Easy“) oder geben sich dezent politisch („Seeds“). Es bleibt allerdings zu bezweifeln, ob sie mit ihren nostalgisch inszenierten Nummern der thematisierten Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken können.

Das klingt doch wie...

Ein Großteil des neuen Songmaterials versucht zu bemüht, gute alten Zeiten heraufzubeschwören: Die Single „Living Proof“ packt noch einmal den vertrauten Talkbox-Effekt aus, bekannt aus Bon-Jovi-Hits wie „Livin' On A Prayer“ (1986) und „It's My Life“ (2000). Die Inszenierung und auch die Melodieführung von „The People's House“ erinnern stark an „Keep The Faith“ aus dem Jahre 1992. Der Refrain von „Walls Of Jericho“ referenziert klar „You Give Love A Bad Name“ (1986).

Tatsächlich ganz nah dran am Schlager ist die Ballade „Kiss The Bride“, die Jon Bon Jovi für die Hochzeit seiner Tochter geschrieben hat. Nicht minder kitschig fällt die Liebeserklärung des inzwischen 62-Jährigen an seine erste Gitarre („My First Guitar“) aus – zumindest textlich. Aus musikalischer Sicht zählt der Song noch zu den spannenderen Titeln des Album, weil er eine gewisse Dynamik offenbart und von der Hit-Baukasten-Routine abweicht.

Die Hit-Hochzeiten sind vorbei

Gerade in den ruhigeren Momenten von „Forever“ äußern sich Jons Stimmbandprobleme der letzten Jahre erstaunlicherweise mehr als in den lautstarken Songs. Sein Gesang klingt dünner und brüchiger, wobei die Zerbrechlichkeit dem Ganzen auch eine gewisse Emotionalität verleiht. Diese regt erst recht dazu an, in Erinnerungen an längst vergangene Hit-Hochzeiten zu schwelgen.

Darauf lassen sich eingefleischte Bon-Jovi-Fans bestimmt gerne ein – und sicher auch feierwütige Schlagerfreunde, die gerne mal „abrocken“ wollen. Aber von einem „Toll“ ist das „sensationell“ weit entfernt.

Veröffentlichung: 7. Juni 2024 (Island / Universal Music)

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Quelle: YouTube / Bon Jovi

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