Nach längerer Babypause meldet sich Alanis Morissette mit ihrem neunten Album „Such Pretty Forks In The Road“ zurück, das trotz Balladen-Überdosis nicht langweilt. Das liegt vor allem an den ehrlichen und tief grabenden Texten. Die Kanadierin singt über persönliche Ängste und Krisen. Mehr...

Alanis Morissette: Comeback im Balladenmodus
© Sony Music

Nach längerer Babypause meldet sich Alanis Morissette mit ihrem neunten Longplayer zurück, der trotz Balladen-Überdosis nicht langweilt.

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Acht Jahre hat sich Alanis Morissette für ihr frisch erschienenes Album „Such Pretty Forks In The Road“ Zeit gelassen. Aus gutem Grund, wie die kanadische Sängerin und Songwriterin anlässlich der Veröffentlichung verrät: Sie sei schlichtweg damit beschäftigt gewesen, ihr Leben zu leben. Und genau das brauche es schließlich auch für die Inspiration zu neuen Songs.

Tatsächlich hat sich seit der Vorgängerscheibe „Havoc And Bright Lights“ viel getan bei Morissette: Im Sommer 2016 kam ihre Tochter Onyx zu Welt, im August 2019 erblickte Sohnemann Winter Mercy das Licht der Welt. Mit Kind und Kegel verließ die dreifache Mutter kürzlich nach 25 Jahren ihre Wahlheimat Los Angeles, um sich in der Bay Area nahe San Francisco niederzulassen.

Ehrliche Texte mit Tiefgang

Die zahlreichen Veränderungen im Privaten und die damit verbundenen Gefühle und Krisen thematisiert die 46-Jährige in gewohnt ehrlichen Lyrics. In den pianesk-melancholischen Songs „Diagnosis“ und „Losing The Plot“ geht es um Morissettes Wochenbettdepression nach Onyx' Geburt. Das umarmende, mit biblischen Motiven angehauchte „Ablaze“ versteht sich dagegen als musikalischer Brief an ihre Kinder und verbreitet angenehme Wohlfühlstimmung.

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Aber bei einem Großteil des neuen Materials gräbt die siebenfache Grammy-Gewinnerin zum Glück tiefer und gibt Einblick in ihre Gefühlswelt mit all ihren Ängsten und Unsicherheiten, etwa beim orchestral instrumentierten „Pedestal“ oder dem sich langsam aufbauenden „Nemesis“.

Die Single „Reasons I Drink“ klingt mit ihren griffig-groovenden Klavierakkorden gefällig, gut gelaunt und unbeschwert. Inhaltlich macht sie jedoch auf Suchtverhalten und Abhängigkeiten aufmerksam. „Sandbox Love“ bildet ebenso ein Gegenstück zu den vielen ruhigen Liedern des Albums und setzt auf hoffnungsvolle Gitarrenklänge.

Eine typische Morissette-Scheibe

Die Nummer beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Frau nach sexuellem Missbrauch in der Vergangenheit wieder eine gesunde Beziehung führen kann. „Mir geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie der Heilungsprozess aussehen könnte“, erklärt Morissette, die sich leidenschaftlich im Kampf für Frauenrechte engagiert. Bei „Smiling“ und „Her“ schwingen feministische Botschaften mit – aber ganz ohne tadelnd-belehrenden Zeigefinger.

Alanis bleibt authentisch, weil sie über Themen singt, die sie selbst bewegen und beschäftigen. Trotz des Überangebots an Balladen ermüdet „Such Pretty Forks In The Road“ bis zum Schluss nicht. Fans der ersten Stunde mögen vielleicht die rockigeren Momente vermissen, dürfen sich aber dennoch über eine ganz typische Morissette-Scheibe freuen. Sämtliche Songs entstanden in Zusammenarbeit mit Songwriter Michael Farrell (Morrissey, Macy Gray) und Produzentin Alex Hope (Ben Platt, Troye Sivan).

Mehr Infos zur Künstlerin: alanis.com

Veröffentlichung am 31. Juli 2020 (RCA Deutschland / Sony Music)

„Such Pretty Forks In The Road“ zu gewinnen

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Wenn ihr auch in Zukunft keine Gewinnspiele auf hitchecker.de verpassen wollt, folgt uns am besten auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest! Teilnahmeschluss ist der 25. November 2020.

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen hat Robert K. aus Flensburg.

  • Rezension zu: Alanis Morissette: Such Pretty Forks In The Road
  • Redaktionswertung:

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