Hello Adele, da bist du ja wieder: Nach sechs verdammt langen Jahren endlich ein neues Album! Aber „Someone Like You“ darf sich das erlauben. Doch ohne Hits fehlt dir leider was.

In Sachen „30“: Gnadenlos ehrliche Worte an Adele
© Columbia Records / Sony Music

Singen kannst du immer noch. Aber so ganz ohne Hits im Gepäck reicht das irgendwie nicht aus. Jetzt wird Tacheles geredet, Adele!

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Hello Adele, da bist du ja wieder: Nach sechs verdammt langen Jahren endlich ein neues Album! Aber „Someone Like You“ darf sich das erlauben. Du bist einer der letzten großen Superstars der Musikbranche und giltst als eine der besten Sängerinnen der Welt.

Keine singt so kompromisslos ehrlich und herzzerreißend über gescheiterte Beziehungen wie du. Da möchte man fast sagen: Deine Trennung von Ehemann Simon Konecki kam 2019 genau richtig, um dich zu weiteren Herzschmerz-Balladen für das mit „30“ betitelte Werk zu inspirieren.

Meisterin der Täuschung

Mit der Vorab-Single „Easy On Me“ hast du uns zunächst glauben lassen, alles werde so wie immer: Dein unverkennbares Organ, gebettet auf warmen Pianoakkorden, dazu ein ganz sachter Beat – fast wie ein Herzklopfen – und natürlich eine umarmende, hymnische Melodie. Ohne Frage: 100 Prozent Adele!

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Vermutlich wolltest du uns in Sicherheit wiegen und dir nicht in die Karten schauen lassen. Auch die kurz vor der Albumveröffentlichung beim US-TV-Special „Adele One Night Only“ präsentierten Songneuheiten „I Drink Wine“, „Hold On“ und „Love Is A Game“ hast du mit Bedacht gewählt.

Die ersten beiden warten ebenfalls mit viel Klavier auf und bleiben voll im bewährten Balladenmodus. Letztere setzt auf eine klassische Orchesterinszenierung inklusive kitschiger Streicher wie aus einem alten Hollywoodstreifen. Das Ganze bekommt ein bisschen Schmackes durch einen relaxten Motown-Groove, der auch einer einer Amy Winehouse gut gestanden hätte.

Das lodernde Feuer fehlt

Doch um ehrlich zu sein, werte Adele: Da fehlt irgendwie das „Fire To The Rain“ oder der große „Skyfall“. Das plätschert alles recht spannungsarm und träge in Richtung gepflegte Retro-Langeweile. Trotz deiner Stimmakrobatik und ehrlicher Liebesleid-Lyrics will uns das nicht so recht abholen.

Allerdings gibt es deutlich schwierigere „Problemfälle“, die du aufs Album gepackt hast. Für einen schleppend-schrägen Einstieg sorgt bereits das broadwayeske „Strangers By Nature“. Nach dem vertrauten „Easy On Me“ reißt du uns mit dem dezent verjazzten, aber auch extrem zähen „My Little Love“ so richtig runter. Wieder bleibst du uns einen großen Refrain schuldig. Stattdessen irritierst du mit Gesprächsfetzen aus einer Unterhaltung zwischen dir und deinem kleinen Sohn.

So allmählich beschleicht uns ein erster Anflug von Ernüchterung. Mit „Cry Your Heart Out“ ziehst du immerhin das Tempo wieder an. Der Reggae-Einschlag der Soulnummer weiß zu gefallen. Aber warum zum Teufel hat man deinen Gesang im Refrain nach oben gepicht? Und warum bleibt alles so schrecklich monoton?

Unbeschwertes von Max Martin

Beim folgenden „Oh My God“ wird es kaum besser. Ein quietschiges Gesangssample leitet den tanzbaren Track ein und nervt leider bis zum bitteren Ende. Der Beat klingt vertraut. Sollte das etwa ein neues „Rolling In The Deep“ werden? Wenn ja, ist das mal gehörig daneben gegangen!

Mit „Can I Get“, produziert von Hit-Profi Max Martin, gelingt dir das im Anschluss ebenfalls nicht. Trotzdem kommt der poppigere Moment in der Albummitte genau richtig, um noch einmal zum Weiterhören zu motivieren.

Das lohnt sich allein wegen der drei bereits erwähnten Titel aus dem TV-Konzert. Das Zwischenspiel „All Night Parking“, das auf einem Sample von Pianist Erroll Garner basiert und mit soften Hip-Hop-Beats spielt, lässt uns dagegen völlig kalt.

Kaffeemaschine statt Konzerttickets

Bei den tiefenentspannten Balladen „Woman Like Me“ und „To Be Loved“ wollen wir dich dann endgültig an den Schultern packen und schütteln. Adele, Adele, bitte gib uns wenigstens noch einen Kracher – einen zündenden Hit, der uns mitten ins Herz trifft und die Tränen in die Augen treibt! Nach den Jahren der Geduld haben wir uns das doch mehr als verdient. Aber nein! Du ziehst knallhart dein Ding durch und lässt uns bitter enttäuscht zurück.

Die Sache hat auch etwas Gutes: Wir sparen uns die teuren Tickets für deine nächste Tour und investieren das Geld vielleicht lieber in eine neue Kaffeemaschine. Nach deinem ermüdenden Longplayer schreit unser Körper verzweifelt nach Koffein.

Veröffentlichung am 19. November 2021 (Columbia Records / Sony Music)

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Quelle: YouTube / Adele

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  • Rezension zu: Adele: 30
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

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