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Rag’n’Bone Man: So klingt das Debütalbum

Rag’n’Bone Man: So klingt das Debütalbum © Dean Chaklkley

Der britische Senkrechstarter Rory Graham alias Rag'n'Bone Man veröffentlicht am 10. Februar sein lang erwartetes Debütalbum "Human". Was kann nach dem gleichnamigen Superhit überhaupt noch kommen?

Um die Antwort vorwegzunehmen: ein paar weitere Single-Kandidaten, routinierte Pop-Kost und einiges an Füllmaterial. Letzteres betrifft vor allem die 19 Tracks umfassende "Deluxe"-Ausgabe des Longplayers.

Als Quasi-Zugabe reicht Graham hier eine Handvoll durchschnittlicher Songs. Diese grooven wie im Falle von "Fade To Nothing" und "Your Way Or The Rope" ganz nett, aber auch recht belanglos gen Plätscher-Nirvana. Vom Bonusteil wollen nur das zunächst pianeske, dann elektronisch pulsierende "Lay My Body Down" sowie das düstere, beatorientierte "Wolves" in Erinnerung bleiben.

Gefühlvolle Balladen und lässiger Soul-Pop

Deutlich griffiger und überraschend poppig sind die Titel auf der regulären Standard-Ausgabe von "Human" ausgefallen: Die neue Single "Skin" bedient allzu vertraute Akkorde, funktioniert aber gerade durch ihren treffsicheren, hymnischen Refrain. Ebenso bietet sich das dezent folkige "Grace" zum Radio-Dauereinsatz an.

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Gleiches gilt für die zahlreichen Balladen, die Grahams gefühlvoller Soul-Röhre auf den Leib geschrieben sind: "Love You Any Less" ist konventionell mit Piano und Streichern instrumentiert. Bei "Bitter End" und "Odetta" gesellen sich Beats und elektronische Elemente hinzu. Zu seicht und kuschelig wird es also nicht.

"Arrow" zelebriert Soul-Pop im Stil einer Adele und erinnert in den Strophen ein wenig an "Rolling In The Deep". Von einer lässigeren, unbeschwerteren Seite zeigt sich Rag 'n' Bone Man bei den Nummern "Innocent Man" und "Be The Man". Die würden sich auch prima auf einem Album von Aloe Blacc machen - allerdings nur als unspektakuläre Füller.

Zu bemüht auf Hochglanz getrimmt

"Ego" und "As You Are" kombinieren Blues-, Gospel-, Soul- und Hip-Hop-Elemente. Gospelig bleibt es auch mit dem zweieinhalbminütigen "Die Easy", das der 32-jährige Sänger a cappella voller Inbrunst herauspresst. Seine markante Stimme ist ohne Frage der Star des Albums. Das Songmaterial enttäuscht dagegen ein wenig, weil das Niveau und der gewisse Aha-Effekt des eindringlichen Vorab-Hits einfach nicht wiederholt werden können.

Vielleicht hat Graham einfach mit zu vielen verschiedenen Songwritern und Produzenten an seinem Erstling herumgebastelt. Tinashe Fazakerley (Bastille), Jamie Hartman (Ben's Brother), Sam Romans (Alicia Keys) und Ben Ash (Sam Smith) stellen nur einen kleinen Teil des großen Kreativ-Teams hinter "Human" dar.

Insgesamt wirkt das Album etwas zu bemüht auf Hochglanz und weitere Hits getrimmt. Zum bärtigen, tätowierten Koloss, der mit seinem Äußeren spannende Ecken und Kanten erwarten lässt, will das jedoch nicht passen.

Mehr Infos zum Künstler: www.ragnbonemanmusic.com

Veröffentlichung am 10.02.2017 (Sony Music)

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  • Rezension zu:
    Rag’n’Bone Man: Human (Deluxe)
  • Redaktionswertung:
    Redaktionswertung
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Kommentare  
#1 Ricky 2017-02-11 15:41
Eine sehr treffende Kritik. ich war auch ein bisschen enttäuscht. Seine Stimme ist genial, ohne Frage, das meiste Songmaterial aber eher Durchschnitt. Schade.
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