Der mürrisch-eigenbrötlerische Altkommissar Pierre Niémans und seine jüngere Kollegin Leutnant Camille Delaunay vom Pariser Zentralbüro für Gewaltverbrechen sind wieder im Einsatz.

Neue Folgen von „Die purpurnen Flüsse“: Thriller-Märchenstunde mit inhaltlichen Schwächen
© Storia Television / Maze Pictures / ZDF, Edel Music & Entertainment GmbH

Die dritte Staffel der düsteren Krimiserie „Die purpurnen Flüsse“ hat das Prädikat „besonders hanebüchen“ verdient.

Der mürrisch-eigenbrötlerische Altkommissar Pierre Niémans (Oliver Marchal) und seine jüngere Kollegin Leutnant Camille Delaunay (Erika Sainte) vom Pariser Zentralbüro für Gewaltverbrechen sind wieder im Einsatz. Das gleichermaßen unkonventionelle wie ungleiche Duo muss vier neue Fälle aufklären, die diesem mehr oder weniger in den Schoß fallen.

Die Pest

Aus dem geplanten Besuch bei einem ehemaligen Kollegen wird eine unverhoffte Mordermittlung: Niémans und Camille finden den Hobbyimker tot inmitten seiner Bienen auf. Doch nicht die Stiche haben ihn umgebracht, sondern die Pest. Schnell ist klar: Jemand hat den Mann absichtlich mit der eigentlich als ausgerottet geltenden Krankheit infiziert. Weitere Opfer lassen nicht lange auf sich warten – und bei allen handelt es sich um Ex-Ermittler, mit denen Niémans einst zusammengearbeitet hat. Macht der Täter etwa auch Jagd auf ihn?

Das Festival

In einem beschaulichen Ort in Belgien kommt es zu einem Kirchenbrand. In den Flammen finden die Feuerwehrleute zwei nackte Leichen vor: Der Frau und dem Mann wurde die Kehle aufgeschnitten. Der Killer hat die Toten zudem am Rücken zusammengenäht. Alles deutet auf einen Ritualmord hin, der Niémans und Camille auf den Plan ruft. Die Opfer tragen Armbänder, die von einem heidnischen Festival stammen. Wie es der Zufall will, besucht auch die Polizistin Audrey, ein ehemaliger Schützling Niémans, das Event. Dort scheint vieles nicht mit rechten Dingen zuzugehen.

Schwarzer Mond

Camille verbringt ein paar Urlaubstage am Meer. Doch Erholung ist ihr nicht vergönnt: Der ansässige Paul hat seine schwangere Frau als verschwunden gemeldet. Die Polizei sieht aber noch keine Dringlichkeit, aktiv zu werden – obwohl Camille Initiative ergreift. Als sie telefonisch Rat bei Niémans sucht, macht sich dieser sofort auf den Weg. Der Kommissar kennt den Ferienort aus seiner Vergangenheit. Kaum ist er angekommen, ereignen sich unerklärliche Morde. Diese scheinen der Reihenfolge der Sternzeichen zu folgen. In Verdacht gerät ausgerechnet Niémans' große Jugendliebe.

Das jüngste Gericht

Niémans erhält einen Anruf aus dem Gefängnis. Der bosnische Verbrecher Marek Volsnic, den er einst hinter Gittern brachte, fürchtet um sein Leben. Noch ehe der Kommissar eintrifft, wird Marek bewusstlos und ziemlich zugerichtet in seiner Zelle aufgefunden. Sein Insasse ist dagegen tot. Der Körper des Opfers wurde völlig verstümmelt. Der Täter hat ihm sogar die Augen ausgestochen. Zwischen den anderen Häftlingen kursiert das Gerücht, ein Dämon treibe sein Unwesen. Niémans geht dem Vorfall in Absprache mit dem Gefängnisdirektor zunächst inoffiziell auf den Grund. Camille bleibt nicht verborgen, wie verschlossen sich ihr Chef gibt. Was verschweigt er ihr? Versucht er gar, etwas zu vertuschen?

Das große Manko der abgeschlossenen Fälle

Im ZDF waren die neuen Fälle aus der belgisch-deutsch-französischen Reihe „Die purpurnen Flüsse“ in Spielfilmlänge zu sehen. Für die Heimkino-Veröffentlichung hat man sich dagegen dafür entschieden, die acht, knapp 50-minütigen Einzelfolgen auf DVD und Blu-ray zu pressen. Zwei ergeben also immer eine abgeschlossene Geschichte.

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Die Serie verzichtet ansonsten quasi komplett auf eine fortlaufende Handlung. So können auch Quereinsteiger dem Geschehen ohne Probleme folgen. Das Manko liegt auf der Hand: Eine Weiterentwicklung der beiden Hauptfiguren kann damit nicht stattfinden. Niémans bleibt der launische Alte mit bewegter Vergangenheit, Camille die stets misstrauische, clevere, aber ebenso unnahbare Rebellin.

Eine Frage des Vertrauens – und der Glaubwürdigkeit

Olivier Marchal und Erika Sainte werden in den Hauptrollen also nicht gerade herausgefordert. Selbst die üblichen Reibungspunkte zwischen Niémans und Camille wirken inzwischen strapaziert. Warum können sich die beiden immer noch nicht vertrauen?

Sie haben doch schon so viel zusammen erlebt, sich als Team bewiesen und sich gegenseitig das Leben gerettet. Solche Alleingänge wie im Staffelfinale sind daher kaum nachvollziehbar. Allerdings pfeift „Die purpurnen Flüsse“ generell auf Glaubwürdigkeit.

Bei jedem Fall besteht eine persönliche Verbindung zu Niémans. Das wirkt fast wie ein Running Gag, der aber eher für Stirnrunzeln als für Lacher sorgt. Unfreiwillig amüsant sind die plumpen Dialoge und die bemühten Erklärungsversuche der immer wieder sehr abstrusen Morde.

Fortsetzung bereits in Aussicht

Bestsellerautor Jean-Christophe Grangé zeichnet sich für die Romanvorlage zu „Die purpurnen Flüsse“ verantwortlich. Wie schon bei den beiden Vorgängerstaffeln war er auch diesmal wieder an den Drehbüchern beteiligt. Sein kreativer Input lässt die Thrillerserie aber leider nicht aus ihrem eng gesteckten Schema F ausbrechen. Die beiden Filmadaptionen mit Jean Reno als Pierre Niémans aus den Jahren 2000 und 2004 wissen deutlich mehr zu packen.

Die TV-Version versteht es immerhin, mit ihrer düsteren Inszenierung an die Kinoerfolge anzuknüpfen. Die Spannung, die visuell heraufbeschworen wird, will inhaltlich aber kaum zum Ausdruck kommen. Trotzdem geht es weiter: Nach guten Einschaltquoten in Frankreich ist eine vierte Staffel längst beschlossene Sache.

„Die purpurnen Flüsse: Staffel 3“: Veröffentlichung am 13. Mai 2022 (Edel Music & Entertainment GmbH)

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Quelle: YouTube / KrimiKollegen

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  • Rezension zu: Die purpurnen Flüsse: Staffel 3
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

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