Im Großbritannien der 1970er sorgt ein verwitweter Ermittler für Recht und Ordnung. „Adam Dalgliesh, Scotland Yard“ ist bereits die dritte Serie um die Romanfigur von P. D. James.

Adam Dalgliesh, Scotland Yard: Ein unnahbarer Ermittler mit zähen Fällen
© New Pictures for Acorn TV and Channel 5 / All3Media, Edel Music & Entertainment GmbH

Im Großbritannien der 1970er sorgt ein jung verwitweter Ermittler für Recht und Ordnung. „Adam Dalgliesh, Scotland Yard“ ist bereits die dritte Serie um die Romanfigur von P. D. James – aber nicht unbedingt die packendste.

Retro-Krimiserien wie „Grantchester“ und „Der junge Inspektor Morse“ haben sich in den vergangenen Jahren als Zuschauermagnete erwiesen – vor allem in Großbritannien. An diesen Erfolg versucht auch die neue Whodunit-Reihe „Adam Dalgliesh, Scotland Yard“ anzuknüpfen.

Die Koproduktion des US-Streaming-Dienstes Acorn TV und des britischen Senders Channel 5 basiert auf den Romanen um den titelgebenden Scotland-Yard-Ermittler aus der Feder der 2014 verstorbenen Krimi-Legende P. D. James. Die preisgekrönte und von Queen Elizabeth II geadelte Autorin veröffentlichte zwischen 1962 und 2008 insgesamt 14 Bücher, in denen sich der Protagonist auf Mörderjagd begibt.

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Bereits in der Vergangenheit kam es zu etlichen, hierzulande wenig populären TV-Verfilmungen. Zwischen 1983 und 1998 verkörperte Roy Marsden den Detective Chief Inspector für ITV. Die BBC ließ zwischen 2003 und 2005 zwei Zweiteiler mit Martin Shaw als Dalgliesh drehen. In der Neuauflage spielt nun Bertie Carvel („Doctor Foster“, „Bagdad nach dem Sturm“) die Hauptrolle.

Sechs Folgen, drei Fälle

Die erste Staffel umfasst sechs 45-minütige Folgen. Jeweils zwei davon erzählen einen abgeschlossenen Fall. Die Aufteilung in drei TV-Filme hätte hier durchaus Sinn gemacht – genauso wie eine gewisse Straffung. Alle drei Geschichten setzen auf ein sehr gemächliches Erzähltempo und führen zahlreiche Verdächtige mit Nebenhandlungen ein. Letztere verlaufen sich dann allerdings abrupt im Sande, wenn Dalgliesh nach längerem Hin und Her schließlich auf die richtige Spur kommt.

Gleich der erste Fall „Tod im weißen Häubchen“ erweist sich als komplex, eben weil so viele Figuren mitmischen. In einer abgelegenen Krankenschwesternschule kommt es Anfang der 1970er zu rätselhaften Todesfällen. Die zähen Befragungen von Zeugen und Verdächtigen ermüden schnell. Dalgliesh und sein jüngerer Kollege DS Masterson (Jeremy Irvine) agieren meist getrennt voneinander.

Gerade in der Auftaktfolge wirkt das in vielen Momenten so, als würde man zwei verschiedene Krimis schauen. In der einen ermittelt ein sehr introvertierter und unnahbarer Einzelgänger – in der anderen ein überaus unsympathischer Jungspund, dem es an Erfahrung, Respekt und Moral mangelt.

Tod im Sanatorium

Es fällt überaus schwer, mit diesen Charakteren warm zu werden. Vor allem verzichtet die Serie darauf, diese zu ergründen und ihr Verhalten nachvollziehbar zu machen. Hinter Dalgliesh liegt ein schwerer Schicksalsschlag, der ihn zu einer Jobpause zwang. In dieser war er auch als Dichter aktiv. Sehr viel mehr erfahren Krimifans nicht über den farblosen Titelhelden. Der Fokus liegt klar auf den Fällen, die natürlich nicht ohne überraschende Wendungen daherkommen.

In „Der schwarze Turm“ muss Dalgliesh unverhofft die Morde in einem Sanatorium im englischen Dorset aufklären. Angereist war er eigentlich, um einen alten Freund zu besuchen. Doch dieser ist kurz vor seiner Ankunft gestorben. Vor Ort trifft der Commander auf allerhand skurriler Charakterköpfe, die ihn schnell an einem natürlichen Tod seines ehemaligen Mentors zweifeln lassen.

Standardisierte Krimikost

„Der Beigeschmack des Todes“ dreht sich schließlich um einen grausamen Doppelmord in einer Kirche in London: Dort werden zwei Leichen mit durchgeschnittener Kehle vorgefunden. Es handelt sich um den gerade erst zurückgetretenen Minister Sir Paul Berowne und den Landstreicher Harry Mack. Welche Verbindung bestand zwischen den beiden Männern aus so unterschiedlichen sozialen Schichten?

Dalgliesh tappt lange im Dunkeln, bringt dank seiner Hartnäckigkeit und seines Scharfsinns aber natürlich auch hier die Wahrheit ans Licht. Alles andere wäre für ein standardisiertes Krimiformat wie „Adam Dalgliesh, Scotland Yard“ vermutlich zu viel Wagnis. Ganz so staubtrocken und humorbefreit hätte das allerdings nicht ausfallen müssen.

Nach der Deutschlandpremiere bei Sky im Frühjahr ist Staffel 1 der Serie von Drehbuchautorin Helen Edmundson nun auch auf DVD und als Video-on-Demand erhältlich. Fortsetzung folgt voraussichtlich 2023: Eine zweite „Dalgliesh“-Runde wurde bereits in Auftrag gegeben.

„Adam Dalgliesh, Scotland Yard: Staffel 1“: Veröffentlichung am 20. Mai 2022 auf DVD (Edel Music & Entertainment GmbH)

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Quelle: YouTube / KrimiKollegen

DVD-Box zu gewinnen

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Wenn ihr in Zukunft keine Gewinnspiele auf hitchecker.de verpassen wollt, folgt uns am besten auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest! Teilnahmeschluss ist der 29. Juli 2022.

Das Gewinnspiel ist beendet. Aktuelle Gewinnerbekanntgaben und eine Übersicht mit bald endenden Gewinnspielen findet ihr hier.

  • Rezension zu: Adam Dalgliesh, Scotland Yard: Staffel 1
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

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