Düsteres Crime-Drama aus Schweden? Fehlanzeige! „Agatha Christies Hjerson“ will vor allem amüsieren. Das klappt gut, auch wenn die Serie nicht gerade mit frischen Ideen punktet.

Hjerson: Ein Exzentriker und eine TV-Produzentin auf Mörderjagd
© BRF / Johan Paulin, Edel Music & Entertainment GmbH

Düsteres Crime-Drama aus Schweden? Fehlanzeige! „Agatha Christies Hjerson“ will vor allem amüsieren. Das klappt gut, auch wenn die Serie nicht gerade mit originellen Ideen punktet.

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Nicht überall, wo Agatha Christie draufsteht, steckt auch viel Agatha Christie drin. Gerade in jüngerer Vergangenheit wurden die Werke der legendären britischen Krimiautorin sehr frei interpretiert, wie etwa im Falle der französischen Serien „They Were Ten“ und „Agatha Christie: Kleine Morde / Mörderische Spiele“.

Die europäische Koproduktion „Agatha Christies Hjerson“, an der auch das ZDF beteiligt war, ließ sich nun gar von einem Romanhelden aus Geschichten der 1976 verstorbenen Schriftstellerin inspirieren: Sven Hjerson ist der Protagonist der Bücher von Krimiautorin Ariadne Oliver, einer Figur aus Christies Werken um Hercule Poirot. Mehr Metaebene geht kaum. Doch im Grunde spielt das alles keine Rolle: Die Titelfigur in der neue TV-Reihe teilt kaum mehr als ein paar grobe Charakterzüge mit der literarischen Vorlage.

Comeback für Schwedens besten Profiler

„Hjerson“ spielt im Schweden der Gegenwart und dreht sich um den gleichnamigen Ermittler. Der Exzentriker galt als einer der besten des Landes und löste während seiner Karriere die schwierigsten Fälle. Doch seine ruhmreichen Zeiten sind schon viele Jahre vorbei: Ein Skandal um die vermeintliche Fälschung von Beweisen hat den Profiler seinen Job gekostet.

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Seither lebt der menschenscheue Eigenbrötler zurückgezogen und fern der Öffentlichkeit in seinem luxuriösen Stockholmer Apartment. Was er nicht ahnen kann: Die gleichermaßen temperamentvolle wie chaotische TV-Produzentin Klara Sandberg setzt alles daran, ihn aufzuspüren. Sie will mit Hjerson eine True-Crime-Show umsetzen, bei dem der Ex-Kommissar ungelöste Morde aufklären soll.

Mal wieder ein ungleiches Ermittlerduo

Während einer Überfahrt mit der Fähre auf die Åland-Inseln wagt sie die erste Kontaktaufnahme und stellt schnell fest: Es wird kein leichtes Unterfangen, den abweisenden und überaus unfreundlichen Zeitgenossen von einem Mitwirken zu überzeugen. Doch dann wird eine Journalistin an Bord getötet und das ungleiche Zweiergespann muss einen ersten Fall aufklären.

So viel sei vorab verraten: Das geplante Reality-Format kommt im Laufe der vier spielfilmlangen Episoden nicht zustande. Eine Zusammenarbeit zwischen Klara und Sven findet dennoch statt. Sie widmen sich nach ihrem ersten Erfolg weiteren tödlichen Verbrechen und ergänzen sich dabei überraschend gut. Hjerson muss sich gar eingestehen, Sympathie für die quirlige Nervensäge an seiner Seite zu hegen – und das ist bei ihm schon etwas ganz Besonderes.

Beziehungsknatsch und Kindheitstrauma

Auch Klara geht ganz in ihrem neuen Hobby als Amateurermittlerin auf und verspürt endlich das Gefühl, etwas Sinnvolles und Bedeutendes zu tun. Die Arbeit an Trash-Shows hat sie satt. Deshalb setzt sie alles daran, Hjerson für ihre erste anspruchsvolle Sendung als Produzentin zu gewinnen. Trotz seines ständigen Abwinkens lässt sie nicht locker.

Die gemeinsame Verbrecherjagd erweist sich für beide als Ausflucht vor ihren privaten Problemen: Klara stürzt sich allzu gerne in die Arbeit, um den Beziehungskonflikten mit ihrem spleenigen Mann aus dem Weg zu gehen. Der fühlt sich nicht ganz zu Unrecht vernachlässigt und nicht ernst genommen. Klaras Töchterchen Olivia aus einer früheren Beziehung übt sich als Kleptomanin, um die Aufmerksamkeit ihrer Mutter zu erregen.

Hjerson kämpft dagegen mit den Schatten der Vergangenheit. Seine traumatische Kindheit stellt das einzige Rätsel in seinem Leben dar, das er bislang nicht knacken konnte. Zu verschwommen sind seine Erinnerungen an früher. Der Tod seiner Mutter und eine Rückkehr nach Åland setzen aber so einiges in Gang.

Mordfälle geraten zur Nebensache

Trotz dieser Drama-Elemente überwiegt bei „Hjerson“ die leichte Unterhaltung. Johan Rheborg („Solsidan“) und Hanna Alström („Kingsman: The Secret Service“) könnten sich in den Hauptrollen die Bälle nicht besser zuspielen. Ihre Dialoge sind flott und wissen zu amüsieren. Bei so präsenten und dominanten Hauptfiguren geraten die Fälle immer wieder zur schnell abgehandelten Nebensache.

Die knapp 90 Minuten Laufzeit werden nicht optimal genutzt, um eine stimmige Spannungskurve aufzubauen. Allerdings schleichen sich – anders als bei vielen anderen TV-Krimis in Spielfilmlänge – auch keine Längen ein. Die vier Filme der Auftaktstaffel schaffen es daher gut zu unterhalten, obwohl sie auf keiner sonderlich originellen Prämisse aufbauen.

Nach der Ausstrahlung im ZDF vor einigen Wochen ist die Serie neu auf DVD erschienen.

„Agatha Christies Hjerson: Staffel 1“: Veröffentlichung am 4. März 2022 (Edel Music & Entertainment GmbH)

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Quelle: YouTube / KrimiKollegen

DVD-Box zu gewinnen

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Wenn ihr in Zukunft keine Gewinnspiele auf hitchecker.de verpassen wollt, folgt uns am besten auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest! Teilnahmeschluss ist der 28. April 2022.

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Aktuelle Gewinnerbekanntgaben und eine Übersicht mit bald endenden Gewinnspielen findet ihr hier.

  • Rezension zu: Agatha Christies Hjerson: Staffel 1
  • Redaktionswertung:

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