Alexander KnappeEin gescheiterter „X Factor“-Kandidat will Xavier Naidoo und Tim Bendzko Konkurrenz machen. So könnte man das zweite Album von Alexander Knappe wohl auf den Punkt bringen. Leider fehlt es dem Newcomer darauf an eigenen Ideen. Mehr...

Austauschbarer Deutsch-Pop von der Stange
© Ferryhouse Productions

Wie würde wohl ein gemeinsames Album von Xavier Naidoo, Tim Bendzko und Philipp Poisel klingen? Alexander Knappe liefert die Antwort.

Wer ist eigentlich Alexander Knappe? Eine durchaus berechtigte Frage. Zur Erinnerung: Vor gut vier Jahren machte der Sänger Negativ-Schlagzeilen, als er in der Vox-Castingshow „X Factor“ einen Kreuzbandriss vortäuschte. Die Lüge flog auf und Knappe aus dem Wettbewerb.

Zu einem Plattenvertrag hat er es trotz des kleinen Skandals gebracht: Mit seinem Debütalbum „Zweimal bis unendlich“ erreichte Alexander 2012 immerhin Platz 21 der deutschen Charts. Doch danach wurde es sehr schnell wieder ruhig um den Newcomer. Die Konkurrenz in Sachen deutschsprachiger Popmusik war mit erfolgreichen Kollegen wie Tim Bendzko, Philipp Poisel und Andreas Bourani wohl einfach zu groß.

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Mitklatsch-Nummern für den ZDF-Fernsehgarten

Mit seinem neuen Longplayer „Die Zweite“ will Knappe einen weiteren Versuch starten, sich zwischen der Konkurrenz zu etablieren. Das dürfte allerdings schwierig werden: Dem 29-Jährigen fehlt es wie schon auf seinem Erstling an Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert.

Die neuen Songs zelebrieren den Deutsch-Pop von der Stange par exellence. Fast könnte man meinen, Xavier Naidoo habe sich mit den bereits genannten Mitstreitern für ein chartsorientiertes Mainstream-Album zusammengefunden. Mit viel Pathos und Melancholie werden abgedroschene Metaphern in hymnische Melodien verpackt, die nur allzu vertraut klingen.

Die durchschaubaren Uptempo-Nummern „Irgendwo im Süden“ und „In den Morgen“ können noch am ehesten mitreißen und animieren die Zuschauer vom „ZDF-Fernsehgarten“ sicherlich zum Mitklatschen.

Schmachtfetzen mit den üblichen vier Akkorden

Den Schwerpunkt legt Knappe aber klar auf gefühlvolle, akustisch inszenierte Balladen, die Rosenstolz oder Silbermond sicher nicht besser schmettern könnten. Es geht darin wenig überraschend um gescheiterte Beziehungen, verpasste Träume, sehnsüchtiges Hoffen und Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit. Im Klartext: Austauschbarer geht es kaum.

Bei „Das letzte Lied“ packt Alexander auch noch die ausgelutschten Akkorde von Emeli Sandés „Read All About It“ aus. Daraus bastelt er eine austauschbare 08/15-Ballade, welche das Album zum Glück nach knapp 50 Minuten beendet. Noch mehr Copy-and-Paste-Songwriting wäre unzumutbar gewesen!

Link: www.alexanderknappe.net

Veröffentlichung am 12.09.2014 (Ferryhouse Productions / Warner)

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  • Rezension zu: Alexander Knappe: Die Zweite
  • Redaktionswertung:

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