Die ganz großen Gefühle aus der deutschen „Traumfabrik“ werden von einer unglaubwürdigen Story getrübt. Die romantische Komödie mit Emilia Schüle und Dennis Mojen ist ab 12. Dezember fürs Heimkino zu haben. Auf hitchecker.de gibt es Blu-rays zu gewinnen. Mehr...

Traumfabrik: Opulente Liebeskomödie für Romantiker
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Die ganz großen Gefühle aus der deutschen „Traumfabrik“ werden von einer unglaubwürdigen Story getrübt. Die romantische Komödie ist ab 12. Dezember fürs Heimkino zu haben. Auf hitchecker.de gibt es Blu-rays zu gewinnen.

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Die Liebe beweist zuweilen ein schlechtes Timing: In „Traumfabrik“ verguckt sich der junge Emil Hellwerk (Dennis Mojen) ausgerechnet kurz vor der Teilung zwischen Ost und West in die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle).

Die Romanze beginnt im Sommer 1961 auf dem Filmgelände der DEFA-Studios in Babelsberg. Emil hat gerade seinen Militärdienst hinter sich gebracht und weiß nicht so recht, was er mit seinem Leben anstellen soll. Sein Bruder Alex (Ken Duken), der als Kulissenbauer arbeitet, besorgt ihm einen Job als Komparse. Dieser bringt ihn schnell in die Nähe von Milou, das Double des französischen Schauspielstars Beatrice Morée (Ellenie Salvo González).

Die Mauer kommt dazwischen

Nach einem ersten Kuss, der chaotische Folgen hat, stimmt Milou mit einem vielversprechenden „Peut-être“ einem Rendezvous am nächsten Morgen zu. Dazu soll es allerdings nicht kommen, denn es handelt sich um den Tag des Mauerbaus. Milou, die in einem Hotel in Westberlin untergebracht ist, bleibt der Weg zu Emil versperrt. Nicht einmal telefonisch kann sie ihm Bescheid geben, ehe sie mit Beatrice und Schauspielkollege Omar (Nikolai Kinski) zurück nach Frankreich fliegt.

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Trotz der ausweglosen Situation will und kann Emil Milou nicht vergessen. Der Zufall spielt ihm in die Karten: Der Tagträumer erschleicht sich eine Stelle als Produktionsleiter. Mit der Unterstützung neu gewonnener Freunde bastelt er an einem großen Filmprojekt, das Beatrice samt Milou zurück nach Babelsberg bringen soll.

Wiedersehen mit entscheidendem Haken

Als der gefürchtete Studiochef Beck (Heiner Lauterbach) von der verrückten Idee Wind bekommt, ist es bereits zu spät: Im Westen hat die Bild-Zeitung über die vermeintlichen Pläne der DEFA berichtet. Die DDR-Regierung will diese nun unbedingt umsetzen.

Emil steht vor der Herausforderung, ganz ohne Erfahrung einen Film zu inszenieren. Zudem erlebt er beim lang ersehnten Wiedersehen mit Milou eine böse Überraschung: Sie ist jetzt mit Omar liiert. Wirft Emil alles hin oder gelingt es ihm, seine Angebetete zurückzuerobern?

Bei „Traumfabrik“ handelt es sich um den ersten Film der gleichnamigen, 2017 gegründeten Produktionsfirma. Dieser will sich vor der turbulenten Geschichte der Filmstudios Babelsberg verneigen, gleichzeitig aber auch eine tragische Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund erzählen. Hollywood-Schinken wie „Titanic“ und „Pearl Harbor“ dienen dabei klar als Vorbild.

Die ganz großen Gefühle

Die opulenten Bilder, die detailverliebte Ausstattung und der dramatische Score von Philipp Noll beschwören die Magie des Kinos herauf. Auf diese wird in der Geschichte selbst immer wieder verwiesen – es geht Regisseur Martin Schreier und Drehbuchautor Arend Remmers um die ganz großen Gefühle.

Um diese anzuheizen, schrecken die beiden auch nicht vor kitschigen Klischees zurück: Natürlich ist Omar ein eifersüchtiger, herrischer Gockel, der Milou ein Leben in Freiheit verspricht, sie aber in ihrer Beziehung gefangen hält. Zwischen Milou und Emil kommt es dagegen zu etlichen Missverständnissen, die ein Happy End gefährden und obligatorisch hinauszögern.

An den historischen Ereignissen zeigt sich „Traumfabrik“ überraschend wenig interessiert. Sie werden lediglich dazu genutzt, dem Traumpaar weitere Hürden in den Weg zu legen. Der Mauerbau und die allgegenwärtige Kontrolle durch die DDR-Behörden bleiben Nebensächlichkeiten, die nur in wenigen Momenten wirklich bedrohlich wirken. Die Story schlägt schnell eine allzu komödiantische Richtung ein und verliert dadurch an Glaubwürdigkeit. Dazu will die audiovisuelle Überdramatisierung nicht so recht passen.

Helene Fischer singt im Abspann

Ihren Unterhaltungswert hat die Produktion vor allem ihrem gut gelaunten Personal zu verdanken: Emilia Schüle und Dennis Mojen geben ein süßes Pärchen ab. Heiner Lauterbach und Nikolai Kinski funktionieren prima als Gegenspieler, auch wenn ihre Figuren eindimensional bleiben. Michael Gwisdek verkörpert den Protagonisten Emil als liebenswürdigen Großvater in einer Rahmenhandlung: Der Alte erzählt seinem Enkel die Liebesgeschichte seines Lebens.

So nett diese Einschübe ausgefallen sind, so sehr ziehen sie „Traumfabrik“ unnötig in die Länge. Das zweistündige Werk hätte gut und gerne auf 90 Minuten gekürzt werden können, um alles Wesentliche abzuhandeln. Die zahlreichen geschnittenen Szenen im Bonusmaterial verraten, dass bereits viel aussortiert wurde. Weitere Extras wie ein Premieren-Clip, diverse Featurettes sowie Interviews bieten interessante Hintergrundinformationen zum Film. Dieser gibt im Abspann schließlich noch ein Rätsel auf: Warum liefert Schagerstar Helene Fischer mit „See You Again“ ausgerechnet einen englischsprachigen Song zu „Traumfabrik“ ab?

„Traumfabrik“: Veröffentlichung am 12.12.2019 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

Gewinnspiel zum Heimkinostart

hitchecker.de verlost „Traumfabrik“ zweimal auf Blu-ray. Um mitzumachen, müsst ihr das untere Formular ausfüllen und abschicken.

Wenn ihr auch in Zukunft keine Gewinnspiele auf hitchecker.de verpassen wollt, folgt uns am besten auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest! Teilnahmeschluss ist der 21. Januar 2020.

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen haben Barbara S. aus München und Renate L. aus Trier.

  • Rezension zu: Traumfabrik
  • Redaktionswertung:

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