Wo Bruce Willis draufsteht, steckt nicht zwangsläufig viel Bruce Willis drin. Das gilt zumindest für „Trauma Center“. In dem Streifen verkörpert der Action-Star einen Cop, der die meiste Zeit durch Abwesenheit glänzt. Schauspielerin Nicky Whelan muss sich als Protagonistin alleine gegen zwei böse Cops zur Wehr setzen. Mehr...

Trauma Center: Action-Trash mit einem Hauch von Bruce Willis
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Wo Bruce Willis draufsteht, steckt nicht zwangsläufig viel Bruce Willis drin. Das gilt zumindest für den trashigen Actionstreifen „Trauma Center“.

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Mit seinen mittlerweile 65 Jahren scheint „Stirb langsam“-Star Bruce Willis für die ganz großen Action-Blockbuster wohl nicht mehr in Frage zu kommen. Oder wie ist sein aktuelles Mitwirken in drittklassigen B-Movies sonst zu erklären?

Vielleicht handelt es sich auch um Freundschaftsdienste. Für US-Regisseur Matt Eskandari („12 Feet Deep“) stand der Charakterkopf innerhalb kürzester Zeit gleich dreimal vor der Kamera. Eine Veröffentlichung von „Hard Kill“ lässt hierzulande noch auf sich warten. Die Low-Budget-Produktionen „Survive The Night“ und „Trauma Center“ erscheinen aber beide im Dezember fürs Heimkino.

B-Movies vom Reißbrett

Obwohl Willis jeweils groß auf dem Filmplakat zu sehen ist, spielt er nur eine Nebenrolle. Im Falle von „Trauma Center“ bleibt ihm besonders wenig Screen-Zeit vergönnt. Im Vergleich kann der Streifen aber geringfügig besser unterhalten, weil er schlichtweg mehr Tempo bietet. Generell sind die zwei Werke jedoch sehr ähnlich inszeniert – sowohl optisch als auch, was den Aufbau angeht.

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Die düsteren, ausgeblassten Bilder mit viel Weichzeichner wirken bei „Traum Center“ noch ein bisschen steriler, vielleicht weil sich ein Großteil der Handlung in einem Krankenhaus abspielt. Zu Beginn beider Filme gewährt Eskandari in einer kurzen, bedrohlichen Einstellung einen Vorgeschmack auf einen der dramatischsten Momente der folgenden Ereignisse. Doch bis es zu diesem kommt, werden soapige Konflikte heraufbeschworen. Diese buhlen ziemlich plump um Emotionen und Mitgefühl beim Publikum.

Eine Zeugin wird zur Gejagten

Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter ist Madison (Nicky Whelan) nach Puerto Rico ausgewandert und schlägt sich als Kellnerin durch. Ihre ganze Sorge gilt ihrer pubertierenden Schwester Emily (Catherine Davis), die hochgradig unter Asthma leidet. Nach einem Anfall muss der Teenager prompt in die Klinik, Madison jedoch zurück zur Arbeit. Kurze Zeit später landet aber auch sie im selben Krankenhaus, da sie in eine Schießerei geraten ist. Jetzt steckt eine Kugel in ihrem Bein, auf die es zwei korrupte Cops (Tito Ortiz, Texas Battle) abgesehen haben. Sie könnte die skrupellosen Verbrecher nämlich als Mörder eines Kollegen überführen.

Mit dem Todesopfer hat wiederum Steve Wakes (Willis) zusammengearbeitet. Der Kommissar lässt Madison zu ihrem Schutz in der verlassenen Isolierstation des Krankenhauses unterbringen, was sich als dumme Idee entpuppt: Während Wakes extern ermittelt, finden die Täter sehr schnell heraus, wo sich Madison befindet. Sie lassen das Stockwerk abriegeln und machen Jagd auf die junge Frau. Ein Katz- und Mausspiel auf Leben und Tod beginnt.

Amüsierende Selbstgespräche

An dem ist Willis in seiner Rolle bis zum knapp geratenen Showdown nicht beteiligt. Die immerhin motiviert ächzende Hauptdarstellerin Nicky Whelan muss sich als Protagonistin notgedrungen alleine durchschlagen. Da sich ihre Gegenspieler die meiste Zeit besonders dämlich anstellen, kann sich die verletzte Madison immer wieder aus den ausweglosesten Situationen befreien. Glaubwürdig ist das zwar nicht, dafür unfreiwillig komisch.

„Trauma Center“ besitzt also durchaus einen gewissen Unterhaltungswert, solange die Logik nicht hinterfragt und das hanebüchene Treiben mit Humor genommen wird. Vor allem die zahlreichen Selbstgespräche der Figuren amüsieren. Sie wollen wohl sicherstellen, dass selbst der unaufmerksamste Zuschauer der wenig komplexen und absolut durchschaubaren Handlung folgen kann.

Ein Fall für Peter Rütten und Oliver Kalkofe

Natürlich gerät auch noch Madisons Schwester in die Gewalt der bösen Cops. Drehbuchautor Paul Da Silva hat den Asthma-Zwischenfall am Anfang schließlich nicht ohne Grund in die Story eingebaut, allerdings so viele andere Dinge nicht bedacht. Ein Beispiel: Warum sind Madisons Verfolger eigentlich so fixiert auf die Kugel in Madisons Bein, wenn sie ohnehin etliche andere am Tatort hinterlassen haben dürften?

Ach ja, bloß keine unnötigen Fragen stellen! Am besten einfach nur berieseln lassen und das Geschehen mit viel Sarkasmus kommentieren! Das klingt tatsächlich schwer nach einem potenziellen Kandidaten für die SchleFaZ-Reihe auf Tele 5. „Trauma Center“ sei also in erster Linie Peter Rütten und Oliver Kalkofe als Must-See-Empfehlung ans Herz gelegt.

„Trauma Center“: Veröffentlichung am 10. Dezember 2020 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

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Quelle: YouTube / EuroVideo Medien GmbH

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