Eine Gruppe von US-Soldaten sitzt in ihrem ungünstig gelegenen Camp im Hindukusch quasi in der Falle, als es zu einem Großangriff der Taliban kommt. Das neu fürs Heimkino erschienene Kriegsdrama „The Outpost – Überleben ist alles“ von Regisseur Rod Lurie beruht auf wahren Begebenheiten. Mehr...

Zwischen Ballerei und Mogelpackung: The Outpost – Überleben ist alles
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Orlando verzweifelt gesucht: Bloom überlebt nicht lange in „The Outpost“. Dem US-Kriegsfilm geht nach gut einer Stunde auch die Story abhanden und verkommt zur blutigen Ballerei.

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Eine Gruppe von US-Soldaten sitzt im Oktober 2009 quasi in der Falle, als es zu einem Großangriff der Taliban kommt. Dieser war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Das schlecht geschützte Camp der Amerikaner liegt denkbar ungünstig in einem kleinen Tal im Hindukusch nahe der pakistanischen Grenze. Über die umliegenden Berghänge können sie von ihren Gegnern nahezu unbemerkt ins Visier genommen und attackiert werden.

Das Problem ist den Verantwortlichen bei der Army zwar schon lange bewusst. Dennoch wird der Standort beibehalten, obwohl das Leben der Soldaten täglich auf dem Spiel steht. Ausgerechnet kurz vor der überfälligen Schließung ereignet sich das besagte Gefecht, das viele Opfer fordert.

Der tägliche Kampf ums Überleben

Das Kriegsdrama „The Outpost – Überleben ist alles“ von Regisseur Rod Lurie („Straw Dogs“, „Die letzte Festung“) rekonstruiert die wahren Ereignisse auf Basis eines Sachbuchs von Jake Tapper. Der CNN-Reporter hat ausführliche Interviews mit Überlebenden geführt. Auch dem Film geht es vor allem um die Männer, die fern ihrer Heimat alles riskieren und dabei nicht einmal den genauen Sinn und Zweck ihres Einsatzes nachvollziehen können. Die Versuche, das Vertrauen der einheimischen Bevölkerung zu gewinnen und Wiederaufbauprogramme auf den Weg zu bringen, sind jedenfalls nicht von großen Erfolgen gekrönt.

Der Alltag der Streitkräfte erweist sich als entsprechend frustrierend. Schon vor der blutigen Schlacht von Kamdesh kommt es nahezu täglich zu kleineren Angriffen und tödlichen Anschlägen. Es gelingt den Soldaten mehr schlecht als recht, sich mit postpubertären Späßen von den traumatischen Erlebnissen abzulenken. Die Angst sitzt jedem von ihnen in den Knochen. Die angespannte Situation führt auch immer wieder zu Konflikten untereinander. Doch im Großen und Ganzen halten die Jungs zusammen und setzen sich nur ein Ziel – diese Hölle zu überleben.

Die große Orlando-Bloom-Mogelpackung

In der ersten Dreiviertelstunde schafft es „The Outpost“, die bedrohliche Situation in dem US-Außenposten nachvollziehbar zu machen. Doch es bleibt bei einer Vielzahl aneinandergereihter Momentaufnahmen mit unüberschaubarem Personal. Auch die Namenseinblendungen zu Beginn helfen nur bedingt dabei, einen Überblick über die Vielzahl an behelmten Spielfiguren in Camouflage-Uniformen zu schaffen.

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Zwangsläufig dürfte sich das Publikum deshalb an die beiden bekanntesten Gesichter im Cast halten: Während Scott Eastwood fast durchgehend präsent ist, spielt Orlando Bloom nur eine stark begrenzte Nebenrolle. Ein beliebter Vermarktungstrick: Ein großer Hollywood-Name wird für einen kurzen, finanzierbaren Gastauftritt eingekauft, um ihn dann prominent aufs Filmplakat packen zu können.

Die Mogelpackung zahlt sich im Falle von „The Outpost“ nicht aus. Ganz im Gegenteil: Mit dem von Bloom dargestellten Captain Benjamin D. Keating geht dem Streifen sehr schnell ein potenzieller Protagonist verloren. Diesen hätte es nicht etwa gebraucht, um einen großen Kriegshelden mit viel Pathos und Patriotismus zu inszenieren. Vielmehr wäre ein solcher nötig gewesen, um das Innenleben einer der Soldaten im Detail zu ergründen.

Brutale Kriegs-Action in der zweiten Hälfte

Was die Ausnahme- und Überlebenssituation mit der Psyche der Männer anstellt und welchen Schaden sie letztlich davon tragen, weiß das Drehbuch von Eric Johnson und Paul Tamasy nur anzudeuten. Das zweistündige Werk konzentriert sich in seiner zweiten Hälfte auf brutale, ungeschönte Kriegs-Action. Die opulente Ballerei zieht sich leider arg in die Länge.

Im Vergleich dazu fällt das Interesse am Schicksal der Überlebenden am Ende viel zu gering aus. Der Abspann mit Fotos von den tatsächlich in Kamdesh gefallen Soldaten versucht schließlich zwanghaft eine Emotionalität heraufzubeschwören, die der Film zuvor weitgehend versäumt hat. Das knapp halbstündige „Behind The Scenes“-Featurette auf der DVD wird den Opfern fast mehr gerecht, weil es zusätzliche Hintergrundinformationen liefert.

„The Outpost – Überleben ist alles“: Veröffentlichung am 28. Januar 2021 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

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Quelle: YouTube / EuroVideo Medien GmbH

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  • Rezension zu: The Outpost – Überleben ist alles
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