Humoristische Regionalkrimis verkaufen sich noch immer bestens. Wie die Romanserie um den bayerischen Dorfbullen Franz Eberhofer dienen solche auch als beliebte Vorlage für Komödien. Mit „Sauerkrautkoma“ geht der Filmreihe nach den Büchern von Rita Falk allerdings die Puste aus. Mehr...

Sauerkrautkoma: Krimi-Klamauk mit Längen
© EuroVideo Medien GmbH, Constantin Film / Langenscheidt

Der jüngste Kino-Einsatz vom Eberhofer Franz gerät zum echten Problemfall. Bloß nicht ins „Sauerkrautkoma“ fallen!

Humoristisch angelegte Regionalkrimis erfreuen sich schon seit vielem Jahren großer Beliebtheit und funktionieren zumeist nach dem gleichen Prinzip: Mit Vorliebe ermittelt ein kauziger Kommissar in ländlicher Idylle in einem verrückten Mordfall. Auf Nebenschauplätzen geht es um Familiäres sowie um typische Eigenarten der Region und ihrer Bevölkerung. Da werden Klischees bedient und durch den Kakao gezogen. Doch das geschieht nie zu bösartig, sondern mehr in Form von amüsanten Albernheiten. Die Charaktere fallen so liebenswert aus, aber selten tiefgründig.

Neben den „Kluftinger“-Romanen von Volker Klüpfel und Michael Kobr hat sich vor allem auch die Romanreihe um den niederbayerischen Dorfbullen Franz Eberhofer aus der Feder von Rita Falk als Verkaufsschlager erwiesen. Die Verfilmungen des Krimi-Klamauks locken regelmäßig bis zu 830.000 Zuschauer ins Kino. Im vergangenen Sommer feierte mit „Sauerkrautkoma“ der bereits fünfte Teil des Franchise Premiere in den Lichtspielhäusern. Der Heimkino-Release erfolgt nun am 14. Februar. An diesem Datum wird bekanntlich Valentinstag gefeiert.

Ein Niederbayer kennt keine Romantik

Solche romantischen Festlichkeiten liegen dem nüchternen und dauergenervten Eberhofer Franz (Sebastian Bezzel) allerdings fern. Sehr zum Leidwesen seiner Freundin Susi (Lisa Maria Potthoff), die schon lange auf einen Heiratsantrag hofft. Doch der geht schließlich völlig in die Hose. Die Angebetene schmollt und flirtet ausgerechnet mit dem arroganten Schnösel Karl-Heinz „Fleischi“ Fleischmann (Gedeon Burkhard).

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Für Eifersüchteleien hat Franz aber so gar keine Zeit, ihn plagen ganz andere Sorgen: Durch eine Intrige des Bürgermeisters (Thomas Kügel) wurde er kurzerhand vom beschaulichen Niederkaltenkirchen nach München versetzt. Dort trifft er zu allem Überfluss auf die Beißzange Thin Lizzy (Nora Waldstätten), die ihm als seine neue Vorgesetzte das Leben zur Hölle macht.

Verdauungsprobleme statt Spannung

Damit nicht genug: Aufgrund der unbezahlbar hohen Mieten in der Stadt muss sich Franz eine heruntergekommene Wohnung mit seinem Kumpel Rudi (Simon Schwarz) teilen. Der tischt aus Spargründen allabendlich Ravioli aus der Dose auf. Als doch mal deftige Hausmannskost auf dem Speiseplan steht, kommt es zum titelgebenden „Sauerkrautkoma“.

Bei den ganzen Verdauungsproblemen und zwischenmenschlichen Konflikten bleibt kaum Zeit für einen neuen Mordfall. Der spielt sich wie auch in der Romanvorlage nur so am Rande ab: Ausgerechnet im Auto von Papa Eberhofer (Eisi Gulp) wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, das beim Bürgermeister als Au-pair gearbeitet hat. Nach ersten Befragungen der üblichen Verdächtigen in überaus unkonventioneller Franz-Manier lassen sich Motiv und Täter sehr schnell in etwa erahnen. Die Ermittlungen sind daher weniger mit Spannung als vielmehr mit skurrilen Begegnungen verbunden.

Ein Hauch von Horror

Die überspitzten Figuren werden immer wieder begleitet von schwindelerregenden Kamerafahrten. Diese erinnern mehr an einen Horrorstreifen und verleihen vielen Szenen, vor allem in der riesigen Villa des Bürgermeisters, einen fiebrig-surrealen Charakter.

Mit solchen Eigenarten versucht sich Regisseur Ed Herzog, der bereits die Vorgängerfilme „Dampfnudelblues“, „Winterkartoffelknödel“, „Schweinskopf al dente“ und „Grießnockerlaffäre“ inszeniert hat, immer wieder augenzwinkernde Akzente zu setzen. Das macht die zotig-hölzernen Dialoge und das konsequente Overacting aber leider nicht witziger.

Es verhält sich eben ähnlich wie bei den Romanen einer solchen Reihe: Der Auftakt taugt zur leicht-verdaulichen Lese-Gaudi. Bei der Fortsetzung halten noch ein paar Running Gags bei Laune, bis sich das Konzept mehr und mehr totläuft. Kurzum: Kennt man eines der Bücher, kennt man sie im Grunde alle.

Bitte mehr Tempo, bitte mehr Biss

Rita Falks simpel gestrickter Krimi-Klamauk gerät daher auch in der Filmvariante zunehmend ins Schwächeln. Das routiniert-seichte Mundart-Theater wäre als Serie im öffentlich-rechtlichen Vorabendprogramm sicher besser aufgehoben als auf der großen Leinwand. Dann müssten die dünnen Fälle auch nicht partout auf Spielfilmlänge aufgebläht werden.

Die wesentliche Handlung von „Sauerkrautkoma“ könnte locker in einem 45-Minuten- und vermutlich sogar in einem 25-Minuten-Format untergebracht werden. Mit mehr Tempo und Biss wäre dann vielleicht sogar ein bisschen „Sauerkrauteuphorie“ drin.

„Sauerkrautkoma“: Veröffentlichung am 14.02.2019 auf DVD und Blu-ray sowie digital (EuroVideo Medien GmbH)

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