In L.A. tummeln sich egozentrische Promis, oberflächliche Agenten und eine Menge junger Menschen, die ihrem großen Traum hinterherjagen. An solch einem Ort kann man schon mal die Orientierung verlieren, sogar die sexuelle. Jedenfalls passiert das so in der US-Komödie „Me Him Her“. Mehr...

Me Him Her: Lieben und lieben lassen in Los Angeles
© Pro-Fun Media

Drei Twentysomethings auf der Suche nach dem Glück: In der überdrehten US-Komödie „Me Him Her“ herrscht Gefühlschaos.

Willkommen in Los Angeles, der vielleicht durchgeknalltesten Stadt der Welt: Hier tummeln sich egozentrische Promis, oberflächliche Agenten und eine Menge junger Menschen, die ihrem großen Traum hinterherjagen. An solch einem Ort kann man als solcher schon mal die Orientierung verlieren, sogar die sexuelle.

Das Regiedebüt „Me Him Her“ von Drehbuchautor Max Landis („American Ultra“), das ist der Sohn von Filmemacher John Landis, setzt genau an dieser Stelle an. Die Independent-Komödie nimmt sich das Chaos als Konzept und sich selbst nicht so ernst.

Plötzlich schwul und jetzt?

Erzählt wird die Geschichte eines ungleichen Trios. Die beginnt zunächst mit dem telefonischen Hilferuf des Serienstars Brandon Ehrlick (Luke Bracey) an seinen besten Freund Cory (Dustin Milligan). Nach dem Kuss mit einem Mann ist es dem naiv-ängstlichen Schauspieler wie Schuppen von den Augen gefallen: Er steht auf Kerle! Cory soll anreisen, um ihm beim späten Coming-out beizustehen.

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Zwar ist der Kumpel schnell vor Ort, doch die Unterstützung fällt anders aus als erwartet: Cory schleppt Brandon direkt in die nächste Schwulenbar, wo das bekannte TV-Gesicht nicht lange unerkannt bleibt. In Nullkommanix sind aufdringliche Paparazzi zur Stelle.

Plötzlich hetero oder nur ein Ausrutscher?

Anstatt Brandon zur Hilfe zu eilen, baggert Cory die lesbische Gabbi (Emily Meade) an. Völlig betrunken landen die beiden auf dem Autorücksitz. Nach dem spontanen One-Night-Stand ist Cory verliebt, Gabbi völlig durch den Wind und Brandon stinksauer.

Die nächsten Tage in der Traumfabrik stellt alle drei Protagonisten vor schwierigen Herausforderungen: Brandon fürchtet die Reaktionen seiner Eltern und der Öffentlichkeit. Verliert er nach den ersten Schlagzeilen in der Boulevardpresse gar seine Serienrolle?

Mit ihren Gefühlen für das andere Geschlecht und für ihre cholerische Ex-Freundin hadert dagegen Gabbi. Sie kann nicht leugnen, dass sie sich zu Cory hingezogen fühlt. Aber bedeutet das, sie war in Liebesdingen all die Jahre auf dem Holzweg?

Was ist wirklich wichtig im Leben?

In der Figur des Cory wird aber schließlich eines ganz deutlich: Es geht Max Landis weniger um Labels, die man von anderen verpasst bekommt und die man irgendwann selbst verinnerlicht. Vielmehr dreht sich alles im Leben um die Suche nach dem eigenen Glück.

Fern von L.A. steckt Cory im grauen Alltagstrott fest, leidet unter Depressionen. Der Trip in die Stadt der Engel, das Wiedersehen mit seinem besten Freund und die Begegnung mit Gabbi lassen ihn wieder aufblühen.

Auch wenn es sich jetzt beinahe so anhört: Als tiefgründiges Drama geht „Me Him Her“ so gar nicht durch. Mit einem Augenzwinkern thematisiert der Film die Probleme des Dreiergespanns oberflächlich, aber insgesamt sehr unterhaltsam.

Spinnen die alle in Los Angeles?

Trotzdem zünden längst nicht alle Gags: Landis kämpft durchgehend mit dem Timing, schwankt unentschlossen zwischen seicht-amüsanter Comedy und völlig überzogener Satire. Gerade die surrealen Einschübe, die nur in den Köpfen seiner Charaktere stattfinden, fallen dabei aus dem Rahmen und wirken fehlplatziert.

Sehr skurril mutet auch der Schwertkampf zwischen Cory und Gabbis aggressiver Ex-Freundin auf einer VIP-Party an. Der kurzweilige Streifen verliert sich zunehmend in Albernheiten, die allerdings auch den Spaßfaktor und das Tempo erhöhen. Sehenswert ist „Me Him Her“ allein wegen der gelungenen Gastauftritte von Geena Davis („Thelma & Louise“) und Scott Bakula („NCIS: New Orleans“) als Brandons Eltern sowie Haley Joel Osment („The Sixth Sense“) als Parodie auf sich selbst.

Den Abspann sollte man übrigens bis zum Schluss durchlaufen lassen: Hier gibt es noch kleine, witzige Überraschungen zu entdecken.

„Me Him Her“: Veröffentlichung am 09.02.2018 auf DVD (Pro-Fun Media)

Gewinnspiel: „Me Him Her“ auf DVD zu gewinnen

hitchecker.de verlost die US-Komödie „Me Him Her“, die im englischen Originalton mit deutschen Untertiteln erschienen ist, zweimal auf DVD.

Wenn ihr beim Gewinnspiel mitmachen wollt, müsst ihr die untere Frage beantworten und eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Teilnahmeschluss ist der 13. April 2018. Viel Glück!

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist inzwischen beendet. Herzlichen Glückwunsch an Björn D. aus Köln und Nico T. aus Mannheim!

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  • Rezension zu: Me Him Her
  • Redaktionswertung:

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