Biopics über bekannte Musikstars erfreuten sich zuletzt großer Beliebtheit im Kino. Man denke an „Bohemian Rhapsody“ oder „Rocketman“. Hierzulande sprang die Produktion „Lindenberg! Mach dein Ding“ auf den Hype auf. Dem Film über die Anfänge Udo Lindenbergs fehlt es allerdings an inhaltlichem Tiefgang. Mehr...

Im Rausch zum Erfolg: „Lindenberg!“ kratzt nur an der Oberfläche
© DCM, Letterbox, Sandra Hoever

„Lindenberg! Mach dein Ding“ widmet sich den frühen Jahren Udo Lindenbergs, lässt dabei allerdings inhaltlichen Tiefgang vermissen.

amazon.de | Udo Lindenberg
Biopic - Musik - Bücher - Prime Video
Anzeige

Biopics über bekannte Musikstars erfreuten sich zuletzt großer Beliebtheit im Kino. Man denke an „Bohemian Rhapsody“ über Freddie Mercury und Queen oder „Rocketman“ über Elton John. Hierzulande sprang die Produktion „Lindenberg! Mach dein Ding“ auf den Hype auf.

Der Film über die Anfänge Udo Lindenbergs schaffte es Mitte Januar noch gut zwei Monate vor dem Corona-Chaos in die Lichtspielhäuser. Knapp vier Wochen später knackte er die Marke von 500.000 Besuchern. Nun ist der Streifen neu fürs Heimkino erschienen.

Coole Optik, fähige Besetzung

Rein optisch kann es dieser durchaus mit den genannten Hollywood-Erfolgen aufnehmen. Die Ausstattung erweist sich als überaus detailverliebt. Vor allem die 70er-Jahre-Kulissen nehmen die Zuschauer mit auf eine authentische Zeitreise. Ein Großteil des Geschehens spielt sich im Schmuddel-Ambiente der Reeperbahn von damals ab.

Amazon Unlimited Music Anzeige

Auch die Darstellerleistungen zählen zu den Stärken von „Lindenberg!“. Mit dem aus der Serie „Dogs Of Berlin“ bekannten Schauspieler Jan Bülow wurde ein überaus passender Kandidat für die Hauptrolle gefunden. Der 24-Jährige porträtiert den jungen Lindenberg als zerrissenen Künstler – irgendwo zwischen Naivität, Verzweiflung und Ehrgeiz. Detlev Buck glänzt dagegen als schmieriger Plattenboss, der seine Figur ganz bewusst überzeichnet. Anders wäre aus dem klischeehaften Charakter vermutlich auch nichts rauszuholen gewesen.

Wie ein endloser Filmtrailer

Oberflächlichkeiten und Plattitüden fungieren quasi als inhaltliches Konzept des Musikerdramas. Trotz einer Laufzeit von über zwei Stunden weiß das Autoren-Trio Alexander Rümelin, Christian Lyra und Sebastian Wehlings überraschend wenig zu erzählen. Die komplette Story kann im Grunde auf Lindenbergs Allzeit-Motto „Mach' dein Ding – egal, was die anderen sagen!“ heruntergebrochen werden. In anderen Worten: Glaube an deine Träume! Halte an ihnen fest, auch wenn du reichlich Gegenwind bekommst, viele Hürden nehmen und bittere Rückschläge verkraften musst!

In der Filmrealität bringen diese Durchhalteparolen schließlich den erhofften Erfolg. Der Weg zum Happy End, das eigentlich erst den Beginn von Lindenbergs Karriere darstellt, führt von einer musikalisch untermalten Füllszene zur nächsten. Das lässt „Lindenberg!“ wie einen endlosen Trailer wirken. Dieser macht mit kurzen Episoden aus der Kindheit und Jugend des Sängers neugierig auf eine Geschichte, die letztlich aber nur angerissen wird.

Ein Leben im Suff

Als nach einer gefühlten Ewigkeit endlich die ersten Schritte Udos im Musikgeschäft thematisiert werden und vertraute Hits erklingen, befindet sich das Werk von Regisseurin Hermine Huntgeburth bereits auf der Zielgeraden. Dramaturgisch Spannendes wird nur so nebenbei abgehandelt, etwa Lindenbergs komplexe Beziehung zu seinem alkoholkranken und depressiven Vater.

Auch die eigenen Suchtprobleme des Musikers deutet das Filmporträt leider nur an. Noch schlimmer: Lindenbergs Rauschmomente im Film besitzen zuweilen einen fast schon parodistischen Charakter. Frei nach dem Motto: Seinen großen Traum kann man sich vielleicht auch herbeisaufen. Und wie verhält es sich eigentlich mit einem mäßigen Biopic? Kann man sich das vielleicht schöntrinken?

„Lindenberg! Mach dein Ding“: Veröffentlichung am 21. August 2020 auf DVD und Blu-ray (DCM / LEONINE)

Eine Verbindung mit YouTube und ggf. eine Übertragung personenbezogener Daten finden erst nach Klick auf den unteren Button statt. Mehr Infos...

Quelle: YouTube / DCM

Jetzt mitmachen und gewinnen

hitchecker.de verlost „Lindenberg! Mach dein Ding“ einmal auf DVD und einmal auf Blu-ray. Um mitzumachen, müsst ihr das untere Formular ausfüllen und abschicken. Der Gewinnspiel-Code lautet: #GS-lindenberg

Wenn ihr auch in Zukunft keine Gewinnspiele auf hitchecker.de verpassen wollt, folgt uns am besten auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest! Teilnahmeschluss ist der 18. Dezember 2020.

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen haben Alessandro N. aus Köln und Lina T. aus Lemgo.

  • Rezension zu: Lindenberg! Mach dein Ding
  • Redaktionswertung:

Kommentar schreiben

Abschicken

Weitere Filmchecks