In „Haunted Child“ muss sich eine traumatisierte Frau mit ihrer verdrängten Kindheit auseinandersetzen. Das führt sie an den Rande des Wahnsinns. Das norwegische Psychodrama mit Model Synnøve Macody Lund in der Hauptrolle tarnt sich als Horrorfilm. Das will leider so gar nicht funktionieren. Mehr...

Haunted Child: Frisurenshow statt Grusel-Thrill
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In „Haunted Child“ muss sich eine traumatisierte Frau mit ihrer dunklen Kindheit auseinandersetzen. Das führt sie an den Rande des Wahnsinns. Das norwegische Psychodrama tarnt sich als Horrorfilm.

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Nähe und Emotionalität bereiten Cathrine Probleme. Selbst in ihrer Beziehung mit ihrem Mann Marcus wirkt sie stets distanziert. Nach einem spontanen Quickie auf der Restauranttoilette erkundigt sie sich bei ihrem Arzt nach der Pille danach. Nein, Kinder scheinen für die unterkühlte Blonde nicht in Frage zu kommen. Auch die Nachricht über den Tod ihres Vaters nimmt sie nüchtern und gelassen auf.

Das geerbte Haus will sie so schnell wie möglich verkaufen. Doch das könnte schwierig werden: Seit Cathrines Tante als kleines Kind spurlos verschwunden ist, wird das Familienanwesen in dem kleinen norwegischen Ort gemieden. Müsste das Cathrine nicht selbst bewusst sein?

Ein Haus mit Vergangenheit

Sie habe keinerlei Erinnerungen an ihre Kindheit, verrät die Protagonistin jedoch der Alten von nebenan, die sie eigentlich noch von früher kennen müsste. Spätestens jetzt ist klar: Etwas Traumatisches scheint damals passiert zu sein, das Cathrine völlig aus der Bahn geworfen hat. Als sie das Haus im Alleingang erkundet, kämpft sich Verdrängtes mehr und mehr zurück an die Oberfläche.

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Immer wieder taucht ein Mädchen aus der Nachbarschaft auf, das mit ihr spielen will. Oder bildet sich Cathrine die Kleine etwa nur ein? Die Grenzen zwischen Realität und düsteren Flashbacks verschwimmen zunehmend.

Alles nur böse Erinnerungen

Der norwegische Mystery-Thriller „Haunted Child“ von Regie-Newcomer Carl Christian Raabe beschwört zunächst noch große Geheimnisse herauf und will sein Publikum zweifeln lassen: Spukt es etwa in dem unheimlichen Haus?

Das verschneite Kaff, die misstrauischen Blicke seiner Bewohner, das Spiel mit Licht und Dunkelheit und auch der Spannung verheißende Score – alles deutet auf einen typischen Horrorfilm hin. Doch die geweckten Erwartungen werden schnell enttäuscht. Das Drehbuch von Autorin Maja Lunde, der 2017 mit ihrem Roman „Die Geschichte der Bienen“ ein internationale Bestseller gelungen ist, geht wenig subtil vor.

So kann das Übernatürliche schnell ausgeschlossen werden. Cathrines von Visionen geplagte Reise zurück in die Vergangenheit wird aber weiterhin effekthascherisch inszeniert, als läge hier doch ein blutiger Schocker vor. Jeder kleinste Schatten, jede noch so unspektakuläre Entdeckung im Haus wird überdramatisiert. Das Problem: Nicht das Gezeigte sorgt für kurze Schreckmomente, sondern lediglich die von einer Sekunde auf die nächste aufgedrehte Filmmusik.

Gänsehaut bleibt aus

Dieses bemühte Vortäuschen spannender Ereignisse ermüdet mit zunehmender Laufzeit. Trotz einer Länge von nicht einmal 80 Minuten erweist sich „Haunted Child“ als fade Angelegenheit. Selbst eine seichte Nora-Roberts-Verfilmung dürfte bei den meisten für mehr Gänsehaut sorgen.

Immerhin: Schauspielerin und Model Synnøve Macody Lund („Headhunters“), die in der Hauptrolle zu sehen ist, präsentiert im Laufe der Szenen eine rekordverdächtige Anzahl verschiedener Frisuren – von elegant hochgesteckt über Zöpfe bis hin zu wild zerzaust ist alles dabei. So taugt der Streifen also auf jeden Fall als Inspirationsquelle für Zuschauerinnen vor dem nächsten Friseurbesuch.

„Haunted Child“: Veröffentlichung am 17. Juni 2021 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

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