Im kanadischen Drama "Giant Little Ones" zerbricht eine Jungenfreundschaft nach einem intimen Moment, der alles verändert. Der verunsicherte Teenager Franky wird plötzlich zum Mobbing-Opfer. hitchecker.de verlost den Film von Keith Behrman zweimal auf Blu-ray. Mehr...

Giant Little Ones: Rezension und Gewinnspiel zum Heimkinostart
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Im kanadischen Drama "Giant Little Ones" zerbricht eine Jungenfreundschaft nach einem intimen Moment, der alles verändert.

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Schon seit ihrer Kindheit besteht zwischen Franky (Josh Wiggins) und Ballas (Darren Mann) eine innige Verbindung. Inzwischen stecken die besten Freunde mitten in der Pubertät und sammeln erste Erfahrungen mit Mädchen. Während Ballas schon Sex mit seiner Freundin hat, plant Franky sein erstes Mal mit Priscilla (Hailey Kittle). Doch aus der gemeinsamen Nacht nach seiner feucht-fröhlichen Geburtstagsparty wird schließlich nichts. Als Alternative fließt noch mehr Alkohol und am Ende landet Franky mit Ballas im Bett.

Danach ist nichts, wie es einmal war: Ballas kann so gar nicht mit der Situation umgehen und blockt völlig ab. In der Schule verbreitet er das Gerücht, Franky habe ihn angemacht und degradiert ihn damit zum gefundenen Mobbing-Opfer. Der Zwangsgeoutete erfährt psychische und physische Gewalt durch seine homophoben Mitschüler – vor allem aber durch Ballas.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Allerdings stößt Franky auch auf viel Verständnis bei seinen aufgeschlossenen Eltern. Die burschikose Mouse (Niamh Wilson), die sich schonmal die Hose mit Socken ausstopft, erweist sich als treuer Kumpel. Hingezogen fühlt sich Franky jedoch zu Ballas' Schwester Natasha (Taylor Hickson).

Das Mädchen ist nach einem sexuellen Zwischenfall traumatisiert und ebenfalls regelmäßigem Psychoterror an der Highschool ausgesetzt. Frankys Situation versteht sie daher besonders gut. Die beiden ausgegrenzten Teenager geben sich gegenseitig Kraft und kommen sich auch körperlich näher.

Keine klassische Coming-out-Story

Regisseur und Drehbuchautor Keith Behrman erzählt mit seinem Jugenddrama "Giant Little Ones" also keine klassischen Coming-out-Story, auch wenn dies die Prämisse zunächst vermuten lässt. Tatsächlich bekennt sich keiner der Hauptfiguren konkret zu einer bestimmten sexuellen Neigung. Alles bleibt offen, ganz ohne Labels. Das macht Sinn, sind Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht in der jugendlichen Experimentierphase doch keine Seltenheit.

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Es geht Behrman aber vielmehr noch um Toleranz und das Durchbrechen des Schubladendenkens. Die Schlüsselsätze im Film kommen von Frankys Vater, der von "Twin Peaks"-Star Kyle MacLachlan verkörpert wird: „Sieh doch einfach, zu wem du dich hingezogen fühlst und mach' dir nicht so viele Sorgen, wie andere das beurteilen... Ich denke, du hattest ein sexuelles Erlebnis mit jemandem, den du geliebt hast... ist vielleicht so simpel.“

Eine komplexe Vater-Sohn-Beziehung

Auch bei Franky scheint es bei diesen Worten "Klick" zu machen: Der Teenager kann mit der Situation abschließen und findet trotz aller Schikanen seinen Frieden mit Ballas. Darüber hinaus lernt er, seinen Vater besser zu verstehen, der die Familie vor nicht allzu langer Zeit ausgerechnet wegen eines Mannes verlassen hat. Seither war Franky auf Distanz gegangen.

Die Homosexualität seines Vaters verband er unwiderruflich mit der Trennung seiner Eltern. Und nun hat eine gleichgeschlechtliche Erfahrung auch seine Freundschaft mit Ballas zerstört. Es ist also nachvollziehbar, wie verwirrend und beängstigend das Erlebte für Franky sein muss.

Die interessantere Geschichte

Leider versäumt es "Giant Little Ones", die Gefühle des Protagonisten so richtig zum Ausdruck zu bringen. Franky reagiert zumeist nur minimal, lässt alles mit sich geschehen, einmal abgesehen von Abwehrversuchen bei den körperlichen Attacken gegen ihn. In Gesprächen deutet er nur vage an, was in ihm vorgeht. Der melancholische Blick von Hauptdarsteller Josh Wiggins und der atmosphärische Elektro-Soundtrack müssen genügen, um das Innenleben der Figur widerzuspiegeln.

Als hochemotionaler Gegenpart kämpft Ballas mit Wut und Aggression gegen seine inneren Dämonen an. In der Geschichte aus Frankys Perspektive bleibt er ein oberflächlich gezeichneter Mobber, der zu viel Angst hat, um zu sich selbst zu stehen. Doch in dem Charakter steckt vielleicht die interessantere Geschichte, die "Giant Little Ones" leider nur andeutet und der Fantasie der Zuschauer überlässt.

Der Film endet mit bedeutungsschwangerer Zuversichtlichkeit und schönen Bildern. Er funktioniert gut als stimmungsvolle Momentaufnahme und als Appell gegen Mobbing, aus inhaltlicher Sicht wäre aber definitiv mehr drin gewesen. Fast könnte Behrmans Werk als Pilotfilm für eine Serie fungieren: Die wichtigsten Figuren wurden vorgestellt, doch wirklich kennen gelernt hat sie das Publikum noch nicht.

"Giant Little Ones": Veröffentlichung am 27.03.2020 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

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Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen haben Arne V. aus Münster und Katja W. aus Althütte.

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