Paul Gauguin war ein Künstler mit Ecken und Kanten. Das französische Biopic „Gauguin“ von Regisseur Edouard Deluc versucht das nicht zu verschweigen. Allerdings beschönigt es zu viel, was den Film zu einer seichten und recht zähen Angelegenheit macht. Mehr...

Gauguin: Rezension und Gewinnspiel zum Heimkinostart
© Studiocanal

Das schleppende Drama „Gauguin“ kratzt nur sehr vorsichtig am Bild der Künstlerlegende. Zum Heimkinostart am 8. März verlost hitchecker.de Blu-rays.

Paul Gauguin war ein Künstler mit Ecken und Kanten. Das französische Biopic „Gauguin“ von Regisseur Edouard Deluc versucht das nicht zu verschweigen. Allerdings beschönigt es zu viel, was den Film zu einer seichten und recht zähen Angelegenheit macht.

Beleuchtet wird ein nur 18-monatiger Ausschnitt aus dem Leben des Malers (Vincent Cassel): Im Jahre 1991 entflieht dieser der französischen Gesellschaft, von der er sich missverstanden fühlt. Gauguin will sich von den Fesseln der Zivilisation befreien und sucht in Französisch-Polynesien nach Freiheit und Inspiration.

Ein Leben in Krankheit und Armut

Im Südsee-Dschungel arbeitet er wie besessen an neuen Werken, die später zu seinen bekanntesten werden sollen. Doch zu Lebzeiten bleibt Gauguin auch in seinem Exil erfolglos. Hunger und Krankheit bringen ihn immer wieder an den Rand seiner Kräfte.

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Als er auf Tehura (Tuheï Adams) trifft, fühlt er sich von der Muse geküsst. Immer wieder muss ihm seine junge Geliebte Modell stehen. Das Zusammenleben mit dem selbstsüchtigen und deutlich älteren Europäer stürzt die Eingeborene zunehmend ins Unglück und in eine Affäre mit einem jungen Tahitianer.

Die Kunst an erster Stelle

Tatsächlich stellen Thomas Lilti, Étienne Comar und Sarah Kaminsky diese klassiche Dreiecksgeschichte in den Mittelpunkt ihres sonst ereignisarmen Drehbuchs, das Gauguins Reisebericht „Noa Noa“ sehr frei interpretiert.

Die wirklich interessanten Kontroversen um seinen Protagonisten beschönigt der Film oder spart sie komplett aus. So handelt es sich bei Tahura auf der Leinwand um eine junge Frau. In Wirklichkeit vergnügte sich Gauguin auf seiner Reise aber mit gleich mehreren minderjährigen Geliebten.

Wie sehr der Künstler die Menschen um ihn herum immer wieder verletzt und mit in sein eigenes Elend zieht, wird mit seiner ausgeprägten und kompromisslosen Leidenschaft für die Kunst gerechtfertigt.

Ohne packenden Spannungsbogen

Am Ende soll das Publikum Gauguin sogar selbst in der Opferrolle sehen – als Betrogenen, als Schwerkranken, als verkanntes Genie und als unglückliche, verlorene Seele. Bis dahin gilt es, eine Aneinanderreihung episodenhafter Szenen zu überstehen. Diese kommen mit einem Minimum an Dialogen aus und verlassen sich voll und ganz auf das intensive Spiel von Hauptdarsteller Vincent Cassel.

Die von dunklen Wolken überschattete Südseekulisse wurde von Deluc ohne Zweifel atmosphärisch fotografiert. Doch die Bilder versprechen mehr Dramatik, als „Gauguin“ letztlich vorweisen kann. Dem Film fehlt es leider völlig an einem mitreißenden Spannungsgbogen. Vielleicht schafft er es aber gerade wegen des monotonen Erzähltempos, seine Zuschauer mit einem schwermütigen Gefühl zu entlassen.

„Gauguin“: Veröffentlichung am 08.03.2018 auf DVD und Blu-ray (Studiocanal)

„Gauguin“ auf Blu-ray zu gewinnen

hitchecker.de verlost „Gauguin“ zweimal auf Blu-ray. Wenn ihr beim Gewinnspiel mitmachen wollt, müsst ihr die untere Frage beantworten und eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Teilnahmeschluss ist der 16. Mai 2018. Viel Glück!

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist inzwischen beendet. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner Christoph F. aus Tauberbischofsheim und Tatjana T. aus Eisenach!

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  • Rezension zu: Gauguin
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