Lehrer gelten als besonders anfällig für ein Burnout sowie für psychische und psychosomatische Beschwerden. Die französische Tragikomödie "Die Grundschullehrerin" macht das Phänomen nachvollziehbar. hitchecker.de verlost zum Kinostart am 15. Februar Filmplakate. Mehr...

Eine Grundschullehrerin unter Strom
© Alamode Film

Um eine sich aufopfernde, aber gestresste Grundschullehrerin geht es im neuen Drama von Hélène Angel. Die Extrembelastung der Protagonistin bleibt nicht ohne Konsequenzen.

Lehrer gelten als besonders anfällig für ein Burnout sowie für psychische und psychosomatische Beschwerden. Die französische Tragikomödie "Die Grundschullehrerin" macht das Phänomen nachvollziehbar. Regisseurin Hélène Angel ("Der rote Tempelritter - Red Knight") gibt einen Einblick in den stressigen Alltag der Pädagogin Florence Mautret (Sara Forestier).

Die ehrgeizige junge Frau liebt ihren Job, obwohl es eine große Herausforderung ist, ihre quirligen Fünftklässler in Zaum zu halten. Dazu zählt ihr eigener Sohn Denis (Albert Cousi), mit dem sie direkt im Schulgebäude lebt. Dort wohnen auch Rektor Sabatier (Patrick d'Assumçao) und Hausmeister Rémy (Frédéric Boismoreau), die Arbeit und Privates wesentlich besser trennen können als Florence.

Ein Leben für die Schule

Nach Feierabend gibt sie Förderunterricht, um die Chancen ihrer Problemschüler auf eine Versetzung in die Mittelschule zu verbessern. Zudem studiert sie mit den Kids zum bevorstehenden Ende des Schuljahres ein Theaterstück ein. Da sie immer vor Ort ist und nie Nein sagen kann, schieben weniger motivierte Kollegen gerne mal Aufgaben auf sie ab.

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Aus der Parallelklasse wird der aufsässige und hochgradig aggressive Sacha Drouet (Ghillas Bendjoudi) in ihre Obhut gegeben. Florence findet schnell einen Draht zu dem Jungen, der sich ihr schließlich anvertraut: Seine alleinerziehende Mutter hat ihn bereits seit zwei Wochen alleine zu Hause gelassen – und das nicht zum ersten Mal.

Problemfall mit Folgen

Immerhin wurde in seiner Schulakte ein Notfallkontakt angegeben: Sushi-Ausfahrer Mathieu (Vincent Elbaz) liegt das Kind zwar am Herzen. Doch er ist nicht Sachas Vater, sondern nur einer der vielen Ex-Freunde der Mutter. Daher will und kann er keine dauerhafte Verantwortung für den Rabauken übernehmen. Nach Schulschluss landet Sacha zunächst immer wieder bei Florence.

Denis zeigt sich wenig begeistert und fühlt sich zunehmend vernachlässigt. Sein Wunsch, das nächste Jahr mit seinem Vater im Ausland zu verbringen, bereitet Florence neben ihrem nervenaufreibenden Job zusätzliche Kopfschmerzen. Nach einem folgenschweren Zwischenfall mit Sacha stößt die Grundschullehrerin an ihre Grenzen und muss ihre Berufung ernsthaft hinterfragen.

Authentischer Blick in den Lehreralltag

Angel, die das Drehbuch gemeinsam mit Yann Coridian geschrieben hat, erzählt eine überraschend realitätsnahe und bewegende Geschichte. Diese wirkt gerade durch die vielen Szenen im Klassenzimmer mit natürlich und spontan agierenden Kindern so authentisch. Am Beispiel der Titelheldin gelingt ihr eine spannende Analyse des Lehrerberufs mit all seinen Problemen, aber auch mit seinen schönen und lustigen Momenten.

Ohne tadelnden Zeigefinger übt der Film Kritik an Missständen im Schulsystem und der geringen Wertschätzung von Pädagogen. Das geschieht neben den Turbulenzen um Florence fast beiläufig, etwa bei hitzige Diskussionen im Lehrerzimmer. Die Selbstzweifel einer jungen Referendarin führen dem Publikum vor Augen, wie viel Einsatz und Verantwortung er Beruf von Anfang an erfordert.

Hintergrundgeschichte nur angedeutet

Florence lässt sich regelrecht von ihm auffressen. Leider wird nur am Rande erwähnt, warum sich die Protagonistin so extrem engagiert: In einer Szene berichtet sie ihren Schülern von ihrer Kindheit in schwierigen Familienverhältnissen. Die Schule sei für sie damals immer ein Zufluchtsort gewesen. Genau so sollen es nun auch ihre Schüler empfinden. Dafür gibt sie 100-prozentigen Einsatz.

Das geht auf Dauer natürlich nicht gut. Doch diese Lektion muss Florence erst lernen: Sie kann es nicht allen Eltern recht machen und auch nicht jedes Problemkind retten. Bei ihrem regelrechten Arbeitswahn bleibt zudem keine Zeit für den eigenen Sohnemann und überhaupt für ein eigenes Leben.

Überflüssige Romanze mit dem Sushi-Ausfahrer

Florences Liaison mit Mathieu wirkt daher etwas gezwungen und unglaubwürdig. Diese kleine, obligatorische Episode als Zugeständnis an das breite Publikum hätte es definitiv nicht gebraucht. Ein schönes Paar geben Hauptdarstellerin Sara Forestier und Co-Star Vincent Elbaz dennoch ab. "Die Grundschullehrerin" empfiehlt sich aber keinesfalls für Fans romantischer Komödien, da die Lovestory nur angedeutet wird.

Das Drama würde sich mit seiner alltäglichen Geschichte vielleicht im Fernsehen besser machen als auf der großen Leinwand. Sara Forestier wäre in ihrer Rolle auch eine tolle Serienprotagonistin mit viel Potenzial für weitere, rührend-unterhaltsame Anekdoten aus dem Klassenzimmer.

"Die Grundschullehrerin" startet am 15. Februar 2018 im Verleih von Alamode Film bundesweit in den deutschen Kinos.

Die Grundschullehrerin: Filmplakate zu gewinnen

Kleines Souvenir zum Film gefällig? Bitteschön: hitchecker.de verlost zwei Original-Plakate zu "Die Grundschullehrerin". Einfach die untere Frage beantworten und eine gültige E-Mail-Adresse angeben, um beim Gewinnspiel mitzumachen. Teilnahmeschluss ist der 8. März 2018. Viel Glück!

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen hat Matthias K. aus Deining.

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  • Rezension zu: Die Grundschullehrerin
  • Redaktionswertung:

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