Cyberkriminelle stellen prominente Umweltsünder an den Pranger und rufen dabei nicht nur die Polizei auf den Plan. Der irisch-kanadisch-luxemburgische Thriller „Dark Justice – Du entscheidest!“ mit Martin McCann und Désirée Nosbusch weiß diese interessante Prämisse leider nicht zu nutzen. Mehr...

Dark Justice: Plakativer Umweltthriller ohne Tiefgang
© EuroVideo Medien GmbH

Cyberkriminelle stellen prominente Umweltsünder an den Pranger und rufen dabei nicht nur die Polizei auf den Plan. Eine ominöse Militärorganisation versucht mit allen Mitteln, weitere pikante Enthüllungen zu verhindern.

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Der Thriller „Dark Justice – Du entscheidest!“ (Originaltitel: „Justice Dot Net“) beginnt zunächst vielversprechend mit einer spannenden Flucht sowie tollen Luftaufnahmen von Luxemburg und Montreal, untermalt von einem dramatischen Score. Die hohen Erwartungen, die mit diesem Intro aufgebaut werden, erfüllt der letzte Film des 2019 verstorbenen Regisseurs Pol Cruchten („Die Räuber“) im Anschluss leider nicht.

Schuldzuweisungen im Panic Room

Der Geschichte um die Geiselnahme der kanadischen Umweltministerin Priscila Spencer-Kraft (Désirée Nosbusch) und drei einflussreicher Köpfe aus der Wirtschaft (Philippe Duclos, Yves Jacques, Mai Duong Kieu) geht schnell die Puste aus. Hinter der Aktion steckt eine kleine Gruppe von Aktivisten, die von dem international gesuchten Hacker Jake De Long (Martin McCann) angeführt wird.

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Diese konfrontiert die in einem Panikraum Gefangenen mit ihren Umweltsünden und korrupten Machenschaften in Form von plakativen Video-Einspielern. Aus dem Off hagelt es Vorwürfe, doch die Entführten wollen nicht zu ihren Taten stehen. Die Strafe erfolgt prompt: Die Uneinsichtigen werden mit lauter Musik und Reizgas gequält.

Dabei kann die ganze Welt zuschauen, denn Jake und seine Komplizen übertragen alles live ins Internet. Sie wollen online über die Schuld der Ministerin und ihrer Verbündeten abstimmen lassen. Das erklärt also den deutschen Beititel des Streifens. Doch bis auf ab und an eingeblendete Zwischenergebnisse des Votings ignoriert der Streifen die Reaktionen von außen weitgehend. Er verlässt das Kammerspiel-Ambiente lediglich für einen Blick auf die Bemühungen der Behörden, den Spuk zu beenden.

Eine Ermittlerin mit gutem Gespür

Hélène Langelier (Pascale Bussières), die leitende Ermittlerin, will mit Bedacht vorgehen. Doch Brad Smith (Sean Gleeson) von der privaten Militärorganisation Blackhawk mischt sich ein und macht Druck. Dabei bekommt er Unterstützung aus den obersten politischen Reihen. Fürchten diese etwa weitere belastende Offenbarungen De Longs?

Langelier muss sich arrangieren, ihr Misstrauen ist nun aber geweckt. Auch die Motive von De Long hinterfragt die Kommissarin zunehmend: Will er wirklich nur korrupte Machenschaften aufdecken oder verfolgt er vielmehr einen persönlichen Rachefeldzug?

Im Panic Room spitzt sich die Situation zu, als es zu einem unvorhergesehenen Zwischenfall und einer bedingt überraschenden Wendung kommt. So wirklich packen will das nicht, geschieht es doch mit einem Minimum an Action. Und wer will schon um das Leben von Geiseln bangen, die so viele Leiche im Keller haben?

Ziemlich unterfordertes Personal

Die Aktivisten taugen auch nicht zum Mitfiebern. Mit ihren extremen Maßnahmen disqualifizieren sie sich als Sympathieträger. Langelier könnte am ehesten noch als Protagonistin funktionieren, steht dafür aber zu wenig im Mittelpunkt. Generell bleiben sämtliche Charaktere nur grob gezeichnete Silhouetten.

Für mehr fehlt in 80 Minuten einfach die Zeit: Drehbuchautor Thom Richardson ist viel zu lange damit beschäftigt, alle Zusammenhänge ausführlich zu erklären. Mit dem Zeigefinger verweist er auf die Umweltsünden, verursacht durch die Habgier von Großunternehmern und durch machthungrige Politiker. Die Kritik wirkt platt und oberflächlich.

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Quelle: YouTube / EuroVideo Medien GmbH

Auf einem ähnlichen Niveau bewegen sich die Dialoge in „Dark Justice“. So dürfen renommierte Darsteller wie Désirée Nosbusch („Bad Banks“) und Martin McCann („Marcella“) nur hölzerne Texte aufsagen, ihre schauspielerischen Qualitäten aber nicht unter Beweis stellen. Die irisch-kanadisch-luxemburgische Produktion verschwendet damit reichlich Potenzial, erweist sich trotz der Mankos allerdings nicht als Totalausfall.

Vielmehr mutet sie an wie der solide inszenierte Pilotfilm zu einer Krimiserie, die sich garantiert schnell in der üblichen „Fall der Woche“-Routine verlieren würde. Kurzum: Freunde knisternder und clever durchdachter Thrillerkost kommen nicht auf ihre Kosten.

„Dark Justice – Du entscheidest!“: Veröffentlichung am 21. Januar 2021 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

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Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonnen haben Michael S. aus Leipzig und Stephan T. aus Großhansdorf.

  • Rezension zu: Dark Justice – Du entscheidest!
  • Redaktionswertung:

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