Der schwedische Science-Fiction-Film „Aniara“ nach einem Gedicht von Literaturnobelpreisträger Harry Martinson malt eine düstere Zukunftsvision: Eine Reise zum Mars wird für eine Gruppe letzter Menschen zum absoluten Alptraum. hitchecker.de verlost DVDs. Mehr...

Aniara: Nackt und verzweifelt im All
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Der schwedische Science-Fiction-Film „Aniara“ nach einem Gedicht von Literaturnobelpreisträger Harry Martinson malt eine düstere Zukunftsvision: Eine Reise zum Mars wird für eine Gruppe letzter Menschen zum Albtraum.

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In einer vermutlich nicht allzu fernen Zukunft hat die Menschheit die Erde zerstört und muss flüchten. Der Mars soll zur neuen Heimat einer Gruppe von Auserwählten werden. Für die Reise dorthin sind nur drei Wochen angesetzt. Ein gigantisches Raumschiff mit dem Namen Aniara, das von innen fast wie ein futuristisches Kreuzfahrtschiff wirkt, bietet in dieser Zeit allerhand Luxus, Unterhaltung und Shopping-Möglichkeiten.

Ein ganz besonderes Erlebnis an Bord betreut Mimarobe (Emelie Jonsson). Sie schult und beaufsichtigt die Passagiere im sogenannten Mima-Raum. Dort können diese durch ihre Erinnerungen wandern und schöne Momente noch einmal in einer Art Virtual-Reality-Welt erleben. Die Erfahrung scheint eine gewisse therapeutische Wirkung zu haben. Mimarobe nutzt sie selbst in einsamen Augenblicken, um sich mit beruhigenden Naturbildern ein wenig Seelenbalsam zu gönnen.

Ein folgenschwerer Unfall

Schon kurz nach dem Start der Aniara kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Das Raumschiff kollidiert mit Weltraumschrott und muss aus Sicherheitsgründen den kompletten Treibstoff ablassen. Damit ist es nicht mehr steuerbar und treibt ziellos im All.

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Zunächst versichert der Kapitän (Arvin Kananian) eine Lösung des Problems: Durch die Schwerkraft eines Himmelskörpers soll die Aniara wieder auf Kurs kommen. Der Haken: Auf einen solchen könnte das Raumschiff vielleicht erst in zwei Jahren stoßen. Dank einer bordeigenen Algenplantage müssen die Passagiere immerhin nicht hungern, wenn es einen längeren Zeitraum zu überbrücken gilt.

Die letzte Hoffnung schwindet

Je mehr Wochen, Monate und Jahre versterichen, desto mehr schwindet auch die Hoffnung auf Rettung. Noch schlimmer: Die Mima zerstört sich eines Tages selbst und somit wird den Passagieren ihr wichtigster Zufluchtsort geraubt. Jetzt können sie dem tristen Dasein an Bord nicht mehr entfliehen. Verzweiflung macht sich breit. Es kommt zu ersten Selbstmorden und dem Bruch gesellschaftlicher Regeln.

Immer mittendrin im Geschehen befindet sich Protagonistin Mimarobe. Sie schafft es stets, sich zu motivieren, und will unbedingt Lösungen für aufkommende Probleme finden. Was sie anspornt, scheint vor allem ihre Liebe zu der zunächst sehr verschlossenen Isagel (Bianca Cruzeiro), die ebenfalls zur Schiffsbesatzung gehört.

Als die beiden Frauen endlich zusammenfinden, hat sich die Situation an Bord bereits zugespitzt. Die Mima ist explodiert und es entwickelt sich mehr und mehr eine Art Kult um sie.

Sexszenen zum Aufwachen

Dieser umfasst auch Orgien, die das Regie- und Autoren-Duo Pella Kågerman und Hugo Lilja in überraschend, aber unnötig expliziten Sexszenen zeigt. Sind diese etwa ein verzweifelter Versuch, die Aufmerksamkeit der Zuschauer nach einem bis dahin recht zähen Handlungsverlauf zurückzugewinnen?

Das gemächliche Erzähltempo und langatmige Szenen ohne viel Dialog bremsen „Aniara“ einerseits aus. Anderseits bringen Kågerman und Lilja so die Eintönigkeit an Bord zum Ausruck. Die bedrückend-bedrohliche Grundstimmung steigert sich bis zum düsteren Finale. Von einem packenden Showdown kann man allerdings nicht sprechen. Typische Sciene-Fiction-Action bleibt aus. Die Geschichte macht immer wieder Zeitsprünge und gibt mal mehr, mal weniger intensive Einblicke in die veränderte Situation im Raumschiff – so auch ganz am Ende.

Eine unnahbare Protagonistin

Die Figur der Mimarobe dient dabei als roter Faden. Leider versäumt es der Film jedoch, seine Heldin im Detail zu ergründen. Sie bleibt unnahbar, weil kaum etwas über sie preisgegeben wird. Die meisten anderen Charaktere kommen aber noch blutleerer daher. Sie agieren in ihrer Depression schließlich wie lebende Untote.

Den größten Unterhaltungswert bietet eine alte, kratzbürstige Astronomin (Anneli Martini), mit der sich Mimarobe die Kabine teilt. Sie macht sich von Anfang an keine Hoffnungen und prophezeit eines vollkommen richtig: Die Aniara wird den Mars nie erreichen.

„Aniara“: Veröffentlichung am 13.02.2020 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

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Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Gewonne haben Veronika B. aus Münster und David H. aus Talheim.

  • Rezension zu: Aniara
  • Redaktionswertung:

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