Wer bislang nicht auf Digitalradio umgestiegen ist, könnte sich ab kommender Woche ärgern. Denn vielen UKW-Sender droht die Abschaltung. Hintergrund für den möglichen Blackout sind ungelöste Auseinandersetzungen zwischen Netzbetreibern, Sendern, Behörden und den Besitzern der UKW-Sendemasten. Mehr...

UKW-Blackout: Das große Rauschen ab 11. April?
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Wer bislang nicht auf Digitalradio umgestiegen ist, könnte sich ab kommender Woche ärgern. Denn vielen UKW-Sender droht ab nächsten Mittwoch die vorläufige Abschaltung.

Hintergrund für den möglichen Blackout sind ungelöste Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen Netzbetreibern, Sendern, Behörden und den Besitzern der UKW-Antennen. Leidtragende sind die Hörer, die vielleicht bald nur Rauschen empfangen, sollte keine schnelle Lösung gefunden werden.

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Doch worum geht es eigentlich genau? Um den komplexen Sachverhalt knapp zusammenzufassen: natürlich ums Geld!

Offener UKW-Markt schafft Probleme

Bis Ende 2017 war die Telekom-Tochter Media Broadcast im Besitz aller UKW-Sendemasten in Deutschland. Durch die Monopolstellung war das Unternehmen jedoch an eine staatliche Preisregulierung gebunden und konnte die Mietpreise nicht beliebig festlegen. Der Betrieb der Antennen rechnete sich daher nicht für Media Broadcast. Diese wurden deshalb an private Investoren verkauft, die nun völlig frei in ihrer Preisgestaltung sind.

Viele Netzbetreiber und Sender wollen aber keine höheren Mietkosten einplanen. Verhandlungen mit den neuen Besitzern der Antennen führten zu keiner Einigung. Eine Übergangslösung wurde schließlich an einem kurzfristig initiierten Runden Tisch gefunden. Auch Vertreter der Länder, die Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts waren bei den Gesprächen beteiligt.

Keine schnelle Einigung in Sicht

Um mehr Zeit für eine Einigung im Konflikt zu gewinnen, erklärte sich Media Broadcast dazu bereit, die Verbreitung der Sender bis Ende Juni 2018 fortzuführen. Voraussetzung: Die Sender müssen dem Unternehmen dafür einen offiziellen Auftrag erteilen. Bislang haben dies allerdings nur ein Viertel der 40 betroffenen Radiosender getan, wie Media-Broadcast-Chef Wolfgang Breuer gegenüber der „Welt“ bekannt gab.

Am Montag sei Stichtag. Sender, die bis dahin nichts unternommen haben, sollen am Mittwoch abgeschaltet werden. Nach heutigem Stand zählen dazu der MDR, das Deutschlandradio, der NDR in Mecklenburg-Vorpommern und etliche Privatsender wie bigFM und ffh.

Wer diese Sender ohne (vermutlich vorübergehenden) Ausfall empfangen will, muss dann auf ein DAB+ fähiges Radiogerät zurückgreifen oder sie via Internet streamen.

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