Das zweite Serienkapitel von „The Shannara Chronicles“ erwies sich in den USA als Zuschauergift. Schuld tragen nicht nur eine lange Pause und ein Senderwechsel: Bei so viel Trash in Form von hölzernen Dialogen und miesen Effekten braucht es definitiv Durchhaltevermögen. Mehr...

The Shannara Chronicles: Noch trashiger in Staffel 2
© Kirsty Griffin, Spike / Concorde Video

Bereits die erste Staffel von „The Shannara Chronicles“ war kein großer Wurf. Für Season 2 benötigen die Zuschauer aber extra viel Durchhaltevermögen und Leidenschaft für Fantasy-Trash.

Mit der Serienadaption der Bestseller-Reihe „The Shannara Chronicles“ von US-Autor Terry Brooks wollte MTV eine Art „Game Of Thrones“ für die junge Zielgruppe etablieren. Der erhoffte Hype blieb aus. Trotzdem entschied sich die Viacom-Sendergruppe dazu, eine zweite Staffel der Fantasy-Saga zu bestellen. Diese ging allerdings erst eineinhalb Jahre nach dem Ende der ersten und fortan beim ebenfalls zu Viacom gehörenden Sender Spike an den Start. Keine guten Voraussetzungen für mehr Erfolg.

Tatsächlich brachen die ohnehin mäßigen Einschaltquoten von „The Shannara Chronicles“ noch einmal massiv ein: Im Schnitt lockten die zehn neuen Episoden lediglich 0,25 Millionen US-Zuschauer vor die Bildschirme. Immerhin wurde das Format aber aufgrund der Popularität der Literaturvorlage gut ins Ausland verkauft. Die Deutschlandpremiere fand beim Streaming-Dienst Amazon Prime Video statt. Ganz neu ist Staffel 2 nun auch auf DVD und Blu-ray zu haben.

Verliebt in eine Prinzessin

Die Geschichte vollzieht nach der kurzen Auflösung des offenen Cliffhangers einen Zeitsprung von einem Jahr: Der Fokus liegt zunächst auf Eretria (Ivana Baquero), die inzwischen in der Gemeinschaft von Cogline (Andrew Grainger) lebt. Dieser hat es sich auf Bitten ihrer Mutter hin zur Aufgabe gemacht, sie vor den vielen Gefahren der apokalyptischen Welt zu beschützen. Dazu zählt seiner Ansicht nach auch Wil (Austin Butler).

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Im Glauben, der Halbelf und einzige Shannara-Nachkomme habe sie im Stich gelassen, hat Eretria ihr Herz mittlerweile an Lyria (Vanessa Morgan) vergeben. Die schöne und geheimnisvolle junge Frau entpuppt sich schon bald als ausgerissene Tochter von Königin Tamlin (Caroline Chikezie), der Herrscherin über das menschliche Reich Leah. Für eine wichtige politische Allianz soll Lyria mit dem Elfenkönig Ander (Aaron Jakubenko) vermählt werden.

Dunkle Mächte im Anmarsch

Den Reichen der Elfen, Menschen, Gnome und Trolle droht einmal mehr der Untergang, gegen den es sich zu wappnen gilt. Zum einen metzelt eine aufständische Gruppe namens Crimson konsequent alle Zeitgenossen ab, die von Magie Gebrauch machen. Zum anderen beschwört Seher Bandon (Marcus Vanco) dunkle Mächte herauf. Sein Plan ist es, einen dämonischen Hexenmeister zu neuem Leben zu erwecken. Dafür braucht es jedoch den Druiden Allanon (Manu Bennett) und, wie er fälschlicherweise glaubt, Shannara-Sprößling Wil.

Letzterer steckt in einem tiefen, emotionalen Loch, nachdem sich seine große Liebe Amberle (Poppy Drayton) zum Wohl aller für den Zauberbaum Ellcrys geopfert hat. Einzig sein Medizinstudium bringt ihn noch durch den Tag.

Allanons verlorene Tochter

Dann taucht plötzlich die undurchsichtige Mareth (Malese Jow) in seinem Leben auf und holt ihn in Sekundenschnelle aus seiner Lethargie. Sie rettet ihn vor Kopfgeldjägern und fordert sogleich einen Gefallen als Belohnung ein: Wil soll sie zu Allanon bringen, den sie für ihren Vater hält. Für lange Erklärungen bleibt keine Zeit: Die dämonischen Helfer Brandons sind dem neuen Zweiergespann bereits auf den Fersen.

Ihnen gelingt es schließlich, Wils Onkel in ihre Gewalt zu bringen, während Allanon von Crimson-Anführer Riga (Desmond Chiam) überwältigt und gefoltert wird. Kann Wil beide befreien und die Wiedergeburt des dunklen Hexenmeistesr verhindern? Zum Glück trifft er auf seinem neuen Abenteuer wieder auf Eretria, die ihn gemeinsam mit Mareth im Kampf gegen das Böse unterstützt.

Ein dramaturgisches Durcheinander

Diese knappe Inhaltsangabe lässt es schon erahnen: Die Handlung ist überladen und überaus konfus. An jeder Ecke lauern für die beiden Hauptfiguren Wil und Eretria neue Gefahren. Die Schurken und finsteren Mächte brauchen dabei keine nachvollziehbaren Motive, sondern sind als klischeehafte Bösewichte angelegt.

Gerade bei den übernatürlichen Gegenspielern wird es wie bereits in der Auftaktstaffel von „The Shannara Chronicles“ ziemlich trashig: Knurrende Dämonen, gleichermaßen hölzerne wie bedeutungsschwangere Dialoge und miese Effekte verleihen dem sinnbefreiten Fantasy-Spektakel eine unfreiwillige Komik.

Ein Konflikt zwischen Gut und Böse wird am Ende zumeist mit laserartigen Zauberstrahlen oder aus der Hand geschossenen Feuerbällen ausgetragen. Damit das nicht allzu infantil wirkt, darf dabei noch reichlich computeranimiertes Blut spritzen. In anderen Kampfszenen werden immerhin Fingerkuppen abgetrennt oder Kehlen durchgeschnitten.

Dritte Staffel noch ungewiss

Dennoch bleibt die Action in „The Shannara Chronicles“ durch und durch steril. Sie unterbricht das soapige Treiben mit allerhand Romanzen, Verschwörungen und Geheimnissen quasi im Minutentakt. Spannung will trotz reichlich Tempo keine aufkommen, da Komplikationen und Wendungen meilenweit vorhersehbar sind.

Die komplexe Mythologie aus den Büchern wird im TV auf eine Handvoll eindimensionaler Figuren heruntergebrochen. Diese geben den Darstellern kaum ein echte Chance zu glänzen. Die größten Schauspieler hat „The Shannara Chronicles“ aber grundsätzlich nicht vorzuweisen. Die beste Figur macht noch Action-Star Manu Bennett („Spartacus“, „Arrow“), der diesmal in einer Doppelrolle zu sehen ist: Neben Allanon verkörpert er auch den Warlock Lord.

Angesichts der enttäuschenden Einschaltquoten nach dem Senderwechsel in den USA sieht es für eine dritte Staffel von „The Shannara Chronicles“ düster aus. Eine offizielle Entscheidung über eine Fortsetzung steht aber noch aus. Romanvorlagen gäbe es noch reichlich: Terry Brooks hat mittlerweile 26 Teile seiner Saga veröffentlicht.

„The Shannara Chronicles: Staffel 2“: Veröffentlichung am 21.12.2017 auf DVD und Blu-ray (Concorde Video)

Mehr Infos zur Serie: www.TheShannaraChronicles.de

The Shannara Chronicles: DVD-Paket zu gewinnen

Fantasy-Fans aufgepasst: hitchecker.de verlost ein DVD-Paket mit der ersten und zweiten Staffel von „The Shannara Chronicles“. Um beim Gewinnspiel mitzumachen, müsst ihr einfach die untere Frage beantworten und eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Teilnahmeschluss ist der 31.01.2018. Viel Glück!

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist inzwischen beendet. Herzlichen Glückwunsch an Jennifer L. aus Koblenz!

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  • Rezension zu: The Shannara Chronicles: Staffel 2
  • Redaktionswertung:

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