Rache ist süß, heißt es. Das mag zu Beginn noch zutreffen. Doch wenn diese einfach kein Ende finden will wie im Falle von „Doctor Foster“, fordert sie schmerzliche Opfer. Die zweite Staffel der britischen Dramaserie mit Suranne Jones gibt es neu fürs Heimkino. Mehr...

Doctor Foster: Eine Hassliebe außer Kontrolle
© Polyband Medien GmbH / BBC

Rache ist keine dauerhafte Lösung. Diese Erkenntnis kommt in der zweiten Staffel des packenden Beziehungsdramas „Doctor Foster“ reichlich zu spät.

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Staffel 1 - Staffel 2 - Suranne Jones - Prime Video
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Die Dramaserie „Doctor Foster“ aus dem Hause BBC erwies sich im Jahre 2015 mit durchschnittlich 9,5 Millionen Zuschauer pro Folge als Überraschungshit in Großbritannien. Die Verlängerung um eine zweite Staffel lag daher nahe. Doch die Zuschauer mussten ganze zwei Jahre auf die Fortsetzung warten.

Hierzulande genießt „Doctor Foster“ noch immer Geheimtipp-Status, da es bislang zu keiner TV-Ausstrahlung kam. Bei Netflix, diversen anderen Anbietern sowie auf DVD und Blu-ray ist die Serie immerhin verfügbar. Auch die fünf Episoden der zweiten Staffel sind nun neu fürs Heimkino erschienen.

Die Ruhe vor dem nächsten Sturm

Diese vollzieht gleich zu Beginn einen Zeitsprung: Es sind zwei Jahre seit dem teuflischen Rachefeldzug von Protagonistin Gemma Foster (Suranne Jones) gegen ihren untreuen, verlogenen Ehemann Simon (Bertie Carvel) vergangen. Die beiden sind inzwischen geschieden und hatten seither keinen Kontakt mehr.

Simon lebt mit seiner ehemaligen Geliebten Kate (Jodie Comer) und seiner kleinen Tochter in London. Gemma ist mit ihrem gemeinsamen Sohn Tom (Tom Taylor) in Parminster geblieben und hat zurück in den Alltag gefunden. Der Frieden hält nicht lange an. Mit seiner neuen Familie feiert Simon ein unerwartetes Comeback in der Stadt: Er lädt all seine alten Freunde zur großen Willkommensparty in seine neue Luxus-Villa ein. Bei Gemma schrillen sogleich sämtliche Alarmglocken.

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Völlig zu Recht: Tatsächlich scheint es Simons Ziel, das Leben der Ärztin zu zerstören. Den pubertierenden Tom hat er schnell auf seine Seite gezogen. Gemma kocht vor Wut und erklärt ihrem Ex den Krieg. Doch so einfach ist das nicht. Wie gehabt verbindet Gemma und Simon eine ausgeprägte Hassliebe. Gerade deshalb fallen ihre Auseinandersetzungen so extrem und so gefährlich aus.

Auf dem Rücken des Kindes

Tom sitzt dabei stets zwischen den Stühlen und fungiert als Schachfigur im perfiden Spiel seiner Eltern. Während Mutter und Vater fortwährend Intrigen gegeneinander spinnen, zieht sich der traumatisierte Junge mehr und mehr zurück. Zu spät erkennt Gemma, dass Tom durch die Hölle geht.

Serienschöpfer Mike Bartlett legt den Fokus nicht mehr länger nur auf die innere Zerrissenheit und die Psychosen seiner Titelheldin. Diesmal lässt er tief in alle Mitglieder der zerbrochenen Foster-Familie blicken. Selbst hinter der gemein-arroganten Fassade Simons schlummert unerwartet viel Seelenballast, was im Staffelfinale zu hochdramatischen Szenen führt. Doch es ist Tom, der am meisten unter der kranken Beziehung seiner Eltern leiden muss.

Gemmas Rache-Aktionen wollen einfach kein Ende finden. Unter dem Vorwand, für Toms Wohl zu sorgen, gibt sie ihrer regelrechten Besessenheit nach. Sie kommt einfach nicht darüber hinweg, wie sehr Simon sie verletzt hat. Die Schläge gegen ihn entpuppen sich nicht zuletzt als verzweifelter Versuch, wieder seine ganze Aufmerksamkeit zu ergattern. Seine ständigen Provokationen zeigen nur, wie gut ihr das gelingt und wie sehr auch er immer noch an ihr hängt.

Staffel 3 noch ungewiss

Es ist dieser aussichtslose Teufelskreis, der „Doctor Foster“ zu einem packenden Beziehungsdrama macht. Die neuen Episoden warten vielleicht nicht mit so vielen überraschenden Wendungen auf wie noch Staffel 1. Dafür bekommen die Hauptdarsteller Suranne Jones, Bertie Carvel und Tom Taylor reichlich Gelegenheit, ihre komplexen Charaktere noch intensiver zu ergründen.

Bartlett verzichtet ganz bewusst auf ein rundes Ende und entlässt seine kaputten Figuren in ein eine ungewisse Zukunft. Die Moral: Rache mag im ersten Moment süß sein, fordert schließlich aber schmerzliche Opfer. Noch hat die BBC keine dritte Staffel von „Doctor Foster“ bestellt – trotz erneut hervorragender Einschaltquoten. Der düstere Schlussakkord funktioniert aber durchaus auch als Serienfinale. Bei den Fosters ist einfach zu viel Schlimmes passiert, als dass diese Geschichte noch gut ausgehen könnte.

„Doctor Foster: Staffel 2“: Veröffentlichung am 27.04.2018 auf DVD und Blu-ray (Polyband / WVG)

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  • Rezension zu: Doctor Foster: Staffel 2
  • Redaktionswertung:

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