Die dritte und letzte Staffel der britischen Krimiserie „Broadchurch“ findet nach der Deutschlandpremiere im Pay-TV vor mehr als einem halben Jahr nun endlich auch den Weg ins Heimkino. Es geht diesmal vorwiegend um einen komplett neuen Fall. Kann das Serienfinale überzeugen? Mehr...

Broadchurch: Rezension und Gewinnspiel zum Serienfinale
© Studiocanal

Ein neues Verbrechen erschüttert das idyllische Küstenstädtchen Broadchurch. Alec Hardy und Ellie Miller machen sich auf die Suche nach dem Täter.

Die dritte und letzte Staffel der britischen Krimiserie „Broadchurch“ findet nach der Deutschlandpremiere im Pay-TV vor mehr als einem halben Jahr nun endlich auch den Weg ins Heimkino. Diesmal steht ein vorwiegend neuer Fall im Mittelpunkt, in dem DI Alec Hardy (David Tennant) und DS Ellie Miller (Olivia Coleman) ermitteln.

Trish Winterman (Julia Hesmondhalgh) wendet sich an die Polizei, um eine Vergewaltigung zur Anzeige zu bringen. Die Frau ist hochtraumatisiert und kann sich erst allmählich an die schrecklichste Nacht ihres Lebens erinnern: Bei der großen Feier zum 50. Geburtstag ihrer besten Freundin Cath Atwood (Sarah Parish) wurde sie brutal niedergeschlagen und missbraucht.

Lange Liste mit Verdächtigen

Da sie den Täter nicht sehen konnte, beginnt für Hardy und Miller das große Rätselraten. Auf der Party, die auf einem abgelegenen Landgut stattgefunden hat, tummelten sich um die 50 Männer. Jeder von ihnen könnte der Täter gewesen sein. Nach ersten Recherchen und dunklen Geheimnissen, die ans Licht kommen, zieht sich der Kreis der Verdächtigen jedoch enger zusammen.

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Nicht nur der knifflige Fall bereitet Hardy und Miller Kopfzerbrechen. Daheim rebelliert ihr pubertierender Nachwuchs: Ellies Sohn wird in der Schule mit Pornos auf dem Smartphone erwischt. Hardys Tochter will schnellstmöglich wieder aus Broadchurch weg und zurück zu ihrer Mutter – aus fadenscheinigen Gründen. Was bedrückt das Mädchen wirklich?

Schatten der Vergangenheit

Das Drama um den Mord an Danny Latimer spielt in der dritten „Broadchurch“-Staffel nur noch eine untergeordnete Rolle: Es gibt ein Wiedersehen mit der mehr oder weniger zerbrochenen Familie des Opfers. Mark Latimer (Andrew Buchan) gelingt es noch immer nicht, nach vorne zu blicken und den Tod seines Sohnes zu akzeptieren. Seine Frau Beth (Jodie Whittaker) hat deutlich besser in den Alltag zurückgefunden. Sie arbeitet jetzt für die Opferhilfe und steht nun Trish nach ihrer Vergewaltigung mit Rat und Tat zur Seite.

Serienschöpfer Chris Chibnall hat damit eine gute Lösung gefunden, eine kleine Brücke zwischen der ursprünglichen Handlung und dem neuen Fall zu schlagen. Diesen erzählt er mindestens genauso intensiv und spannend wie damals die zermürbende Suche nach dem Kindsmörder. Wieder geht es ihm dabei mehr um den Leidensweg der Opfer und weniger um die genauen Motive und die Psyche des Täters.

Story am Puls der Zeit

In der Opferrolle zeigt er diesmal vor allem Frauen, die körperlich und seelisch von rücksichtslosen und triebgesteuerten Männern verletzt werden. Die Thematik der Staffel trifft gerade angesichts der aktuellen „MeToo“-Debatte den Nerv der Zeit.

Bis zur letzten der insgesamt acht Episoden lässt Chibnall sein Publikum gekonnt im Dunkeln tappen, führt es immer wieder auf falsche Fährten. So baut er eine riesige Erwartungshaltung auf, der er am Ende schließlich nicht gerecht werden kann. Bei der Auflösung bleibt die ganz große Überraschung aus.

So viel Spaß die Wortgefechte zwischen Hardy und Miller machen, Olivia Coleman und David Tennant bekommen erstaunlich wenig Möglichkeiten eingeräumt, ihre Charaktere weiter zu vertiefen. Das haben sie zwar schon in den vergangenen beiden Staffeln gemacht. Doch es verwundert durchaus, wie wenig Ellie die schreckliche Tat ihres Ex-Mannes noch zu beschäftigen scheint. Bei Alec werden wiederum die gesundheitlichen Probleme der Vergangenheit fast komplett totgeschwiegen.

Finale „Broadchurch“-Staffel zu gewinnen

Die beiden Figuren erfüllen in Staffel 3 hauptsächlich den Zweck, die Handlung als funktionierendes Ermittler-Duo voranzubringen. Mehr glänzen dürfen vor allem Julia Hesmondhalgh in der Rolle der Trish, aber auch Andrew Buchan, der als Mark an seiner Verzweiflung und Trauer endgültig zu zerbrechen droht.

Trotz der kleinen Kritikpunkte weiß das „Broadchurch“-Finale noch einmal zu überzeugen. Die Serie hätte allein mit ihrem erstklassigen Cast das Potenzial gehabt, ihr hohes Niveau noch in weiteren Staffeln zu halten. Chibnall sprach sich jedoch gegen eine Fortsetzung aus. Auch Coleman und Tennant wollten sich lieber anderen Projekten widmen. Aber wer weiß, vielleicht lassen sich alle Parteien in ein paar Jahren zu einem „Broadchurch“-Revival überreden.

hitchecker.de verlost die dritte Staffel der Ausnahmeserie einmal auf DVD und einmal auf Blu-ray. Wenn ihr beim Gewinnspiel mitmachen wollt, müsst ihr die untere Frage beantworten und eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Teilnahmeschluss ist der 3. August 2018. Viel Glück!

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist inzwischen beendet. Gewonnen haben Antje K. aus Chemnitz und Oliver M. aus Heidelberg.

„Broadchurch - Staffel 3“: Veröffentlichung am 30.06.2018 auf DVD und Blu-ray (Studiocanal)

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  • Rezension zu: Broadchurch: Staffel 3
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