Mit "Dark" und "How To Sell Drugs Online (Fast)" sind Netflix zwei sehenswerte Serienproduktionen aus Deutschland gelungen. Der Gentechnik-Thriller "Biohackers" kann da nicht mithalten. Erzählt wird eine plumpe und hanebüchene Rachestory vor der immerhin schönen Kulisse Freiburgs. Mehr...

Biohackers: Neue Netflix-Serie enttäuscht
© Netflix

Die neue Netflix-Serie "Biohackers" erzählt eine recht plumpe und hanebüchene Rachestory vor der immerhin schönen Kulisse Freiburgs.

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Der US-Streaming-Dienst Netflix kommuniziert selten konkrete Zugriffszahlen zu seinen Serien und Filmen. Wenn es doch hin und wieder passiert, lässt er sich nur bei den großen Erfolgen in die Karten schauen. Meist ist dann die Rede von Zuschauern im zweistelligen Millionenbereich. Allerdings muss man dabei eines wissen: Bei der Quotenmessung von Netflix zählt bereits als Zuschauer, wer nur zwei Minuten dranbleibt, also ein Minimum an Interesse zeigt.

Anhand der ermittelnden Werte wird schließlich auch darüber entschieden, ob eine Serie fortgesetzt wird oder nicht. Das könnte dem sechsteiligen Science-Fiction-Drama "Biohackers" zugutekommen. Die deutsche Produktion beginnt spannend mit einem Horrorszenario im ICE: In einem Zugabteil brechen die Passagiere reihum zusammen. Schließlich erwischt es auch die kompetent wirkende Medizinstudentin Mia (Luna Wedler) und ihren Begleiter Niklas (Thomas Prenn), die eigentlich helfen wollten. Was ist passiert? Handelt es sich etwa um einen fiesen Giftanschlag?

Jessica Schwarz als Gentechnik-Domina

Nach dem packenden Einstieg kommt es zum Bruch. Die Handlung springt zwei Wochen in der Zeit zurück. Die Zuschauer begleiten Mia bei ihrer Ankunft im idyllischen Freiburg und ihrem Einzug in eine heruntergekommene WG mit nerdigen Mitbewohnern: Die freizügige Partymaus Lotta (Caro Cult) empfängt sie sogleich splitterfasernackt. Chen-Lu (Jing Xiang) plappert wie ein Wasserfall und Ole (Sebastian Jakob Doppelbauer) sorgt mit blutigen Selbstexperimenten für Naserümpfen.

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Diese Freakshow mit den völlig überzeichneten Figuren bleibt jedoch nebensächlich und erfüllt lediglich den Zweck, zwischendurch für Auflockerung zu sorgen. Wirklich witzig sind die bemühten Comedy-Elemente aber nicht. "Biohackers" amüsiert mehr durch unfreiwillige Komik. So spielt Jessica Schwarz eine Bösewichtin, die nicht klischeehafter daherkommen könnte: Als renommierte, aber größenwahnsinnig-gefühlskalte Professorin Tanja Lorenz fungiert sie als Gegenspielerin der Protagonistin.

Eine Medizinstudentin sinnt auf Rache

Mia ist nämlich nur vordergründig in den schönen Breisgau gekommen, um zu studieren. Vielmehr plant sie einen Rachefeldzug gegen Lorenz, die sie für den Tod ihres Zwillingsbruders verantwortlich macht. Für ihre heimlichen Genexperimente überschreitet die Wissenschaftlerin schon viele Jahre moralische Grenzen. Wenn es sein muss, geht sie dabei auch über Leichen – für einen höheren Zweck, versteht sich. Schließlich will sie einmal als Heldin gefeiert werden, die alle Genkrankheiten aus der Welt geschafft hat.

Science-Fiction hin oder her, spätestens an dieser Stelle sollte eines klar sein: Eine glaubwürdige und auf Logik basierende Geschichte will Serienschöpfer und Regisseur Christian Ditter ("Doctor's Diary", "Türkisch für Anfänger") nicht erzählen. Daher schafft es Mia auch innerhalb weniger Tage, zur studentischen Mitarbeiterin im Lorenz'schen Labor aufzusteigen und ihrer Erzfeindin gefährlich nahezukommen. Ein Techtelmechtel mit Kommilitone Jasper (Adrian Julius Tillmann), der rechten Hand der dominanten Professorin, sei Dank!

Liebesdreieck sorgt für Ärger

Damit bei all dem ganzen bedeutungsschwangeren, konsequent dahingenuschelten Fachgequatsche über Biohacking und Gentechnik auch die weibliche, soapaffine Zielgruppe auf ihre Kosten kommt, bandelt Mia zudem mit Jaspers bestem Freund Niklas an. Die Romanze mit dem Adam-Brody-Lookalike wirkt allzu konstruiert, um die weitere Handlung in Fahrt zu bringen: Ein enttäuschter und eifersüchtiger Jasper wird zum unberechenbaren Amokläufer, der Mias Vergeltungsplänen kurz vor dem Ziel einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Am Ende kommt alles anders als gedacht... oder eben genauso, wie man es doch irgendwie erahnen konnte: Nachdem ein prominenter Gaststar wie Benno Fürmann nur am Anfang der Serie kurz aufgetaucht ist, war fast klar: Seine Figur muss zum Finale noch für einen dramaturgischen Kniff herhalten. Die Abschlussszene wartet mit einem Cliffhanger auf, der vielleicht nie aufgelöst wird. Bislang hat Netflix noch keine zweite Staffel von "Biohackers" bestätigt. Nach dem mäßig spannenden Serienauftakt wäre eine schnelle Absetzung aber durchaus zu verschmerzen.

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  • Rezension zu: Biohackers: Staffel 1
  • Redaktionswertung:

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