Oscar-Preisträger Forest Whitaker und sein australischer Kollege Eric Bana liefern sich in „The Forgiven – Ohne Vergebung gibt es keine Zukunft“ intensive Wortgefechte. Es geht um das Wirken des Erzbischofs Desmond Tutu nach dem Ende der Apartheid in Südafrika Mitte der 90er. Mehr...

The Forgiven: Über die Herausforderungen des Vergebens
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Forest Whitaker spielt im Drama „The Forgiven“ einen Erzbischof, der auf seiner unermüdlichen Versöhnungsmission nach der Apartheid in Südafrika an seine Grenzen stößt.

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Wegen Corona sind Kinobesuche schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr möglich. Entsprechend steigt die Nachfrage an neuen Filmveröffentlichungen für einen DVD- oder Streaming-Abend daheim. Das erklärt wohl auch, weshalb es das britische Drama „The Forgiven“ aus dem Jahre 2017 nun doch noch zu einem verspäteten Release in Deutschland gebracht hat.

Mit Oscar-Preisträger Forest Whitaker und dem Australier Eric Bana („Troja“, „Hulk“) kann das Werk von Regisseur Roland Joffé auch zwei bekannte Namen vorweisen. Den beiden Charakterköpfen gelingt es mit ihrem intensiven, wenn zuweilen auch sehr theatralischem Spiel, über Drehbuchschwächen hinwegzutrösten.

Die Schuld für die Überdosis Pathos, die mitschwingt, ist wohl der Vorlage des Streifens verschuldet: Er basiert zum einen auf wahren Begebenheiten, aber eben auch auf dem Bühnenstück „Der Erzbischof und der Antichrist“ von Michael Ashton. Dieser zeichnet sich gemeinsam mit Joffé zudem für das Skript zu „The Forgiven“ verantwortlich. Gerade in den langatmigen und dialoglastigen Szenen mit den Hauptdarstellern ergeben sich Kammerspiel-Momente, die sich genau so auch im Theater abspielen könnten und mit ganz großen Gesten aufwarten.

Ein Erzbischof in der Krise

Whitaker schlüpft in die Rolle des real existierenden südafrikanischen Erzbischofs Desmond Tutu, der Mitte der 90er-Jahre die Leitung der Wahrheits- und Versöhnungskommission des Landes übernommen hat. Seine Aufgabe besteht darin, Verbrechen während des Apartheid-Regimes aufzuarbeiten und aufzuklären. Die Herausforderung dabei: Opfer- und Täterseite gilt es zu versöhnen und wieder anzunähern. Tutu vertraut auf die Kraft der Vergebung.

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Auch der verurteilte Mörder Piet Blomfeld erbittet in einem eloquenten Brief Gnade von dem Geistlichen. Doch das Schreiben erweist sich nur als Trick, um diesen zu einem Besuch ins Gefängnis zu locken. Bei einem Gespräch versucht er, Tutu mit seiner rassistischen Weltanschauung zu provozieren. Das mag ihm zunächst nicht so recht gelingen. Doch mit jedem weiteren Treffen erschüttert der Soziopath den Glauben des Erzbischofs an das Gute und die Vernunft im Menschen. Ist etwa die ganze Mission, die Menschen wieder zu vereinen, aussichtslos und zum Scheitern verurteilt?

Brutalität hinter Gittern

„The Forgiven“ verliert Tutus Sinnkrise und seine zermürbenden Wortgefechte mit Blomfeld mit zunehmender Filmlaufzeit aus dem Fokus. Mehr und mehr rückt das Geschehen hinter Gittern in den Mittelpunkt: Korrupte Wärter, Drogengeschäfte und Bandenrituale zwischen den Häftlingen bestimmen den Alltag im Hochsicherheitstrakt. Täter werden plötzlich selbst zu Opfern – selbst Blomfeld.

Zu allem Überfluss wird der Bösewicht auch noch mit einem Kindheitstrauma ausgestattet. Das bemüht sich zu erklären, wie er zu solch einem Monster werden konnte. Oder ist er das gar nicht? Steckt auch in ihm die Fähigkeit, Reue zu zeigen? Hat selbst er Vergebung verdient?

Nach der kompromisslosen Einführung der Figur gerät dieser Richtungswechsel gegen Ende einfach nicht glaubwürdig genug. Auch der Krimi-Plot um Tutus Ermittlungen im Fall eines vermissten Mädchens wirkt sehr aufgesetzt und wie ein Zugeständnis ans Mainstream-Publikum. Dem dürfte es insgesamt dennoch an Tempo und Spannung fehlen. Mit einer reduzierteren Inszenierung, die sich auf den Konflikt der beiden Hauptcharaktere konzentriert, hätte Joffé vermutlich sogar mehr packen können.

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Quelle: YouTube / EuroVideo Medien GmbH

„The Forgiven – Ohne Vergebung gibt es keine Zukunft“: Veröffentlichung am 11. März 2021 als Video-on-Demand und am 25. März 2021 auf DVD und Blu-ray (EuroVideo Medien GmbH)

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  • Rezension zu: The Forgiven – Ohne Vergebung gibt es keine Zukunft
  • Redaktionswertung:

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