Im Kinofilm „Die Vierhändige“ kämpft eine junge Frau nach traumatischen Erlebnissen mit einer Identitätsstörung. hitchecker.de verlost Freikarten für das fesselnde und überaus sehenswerte Psychodrama von Jungregisseur Oliver Kienle. Mehr...

Die Vierhändige: Fesselndes Psychodrama von Oliver Kienle
© Camino Filmverleih

In „Die Vierhändige“ kämpft eine junge Frau nach traumatischen Erlebnissen mit einer Identitätsstörung. hitchecker.de verlost Kino-Freikarten für das fesselnde Psychodrama.

Wenn ein deutscher Film in den vergangenen Jahren zum Kinohit wurde, handelte es sich dabei zumeist um eine Komödie mit Matthias Schweighöfer, Til Schweiger, Elyas M’Barek und Co. Nachwuchsregisseur Oliver Kienle („Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“) pfeift zum Glück auf das vermeintliche Erfolgsrezept, das selten mehr als seichten Klamauk zum Ergebnis hat. Stattdessen bringt der 1982 geborene Filmemacher einen düsteren Psychothriller mit unverbrauchten Gesichtern ins Kino. Kienle zeichnet sich auch für das Drehbuch von „Die Vierhändige“ verantwortlich. Seine Geschichte beginnt sogleich hochdramatisch:

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Sophie (Frida-Lovisa Hamann) und Jessica (Firederike Becht) müssen als Kinder miterleben, wie ihre Eltern brutal von einem Einbrecher-Duo ermordet werden. Nur weil sie sich gut verstecken können, bleiben die Mädchen unversehrt. 20 Jahre später leben die beiden Schwestern wieder gemeinsam in der Familienvilla, die sie jeden Tag an den Horror von damals erinnert. Die ruhige Sophie versucht dennoch, nach vorne zu blicken und sich eine Karriere als Pianistin aufzubauen.

Zwei unterschiedliche Schwestern

Die rebellische Jessica kämpft dagegen noch immer mit den Dämonen der Vergangenheit. Am liebsten würde sie ihre jüngere Schwester in Watte packen. Ihr Beschützerinstinkt gerät zur Besessenheit, als die Täter von damals aus dem Gefängnis entlassen werden sollen. Die Hiobsbotschaft ist auch der Anlass für eine Auseinandersetzung zwischen den Geschwistern. Diese endet fatal: Sophie und Jessica rennen vor ein Auto.

Als Sophie etwas später im Krankenhaus erwacht, erfährt sie vom Tod ihrer Schwester. Der weitere Schicksalsschlag wirft die junge Frau völlig aus der Bahn. Fortan leidet sie immer wieder unter Filmrissen. Während ihrer Blackouts scheint sie Jessicas Plan umsetzen zu wollen, sich an den Mördern ihrer Eltern zu rächen.

Das ist wahrlich kein guter Zeitpunkt für eine Romanze mit dem angehenden Arzt Martin (Christoph Letkowski), der Sophies Identitätsstörung schon bald am eigenen Leib erfahren muss. Jessicas Versprechen, Sophie bis aufs Äußerste vor allem und jedem zu beschützen, gilt offensichtlich auch posthum. Die Situation gerät zunehmend außer Kontrolle und bringt alle Beteiligten an ihre Grenzen.

Überraschender Twist zum Showdown

Gerade als die Story einen spannenden Höhepunkt erreicht, gelingt Oliver Kienle ein exzellenter Coup: Mit einem überraschenden Twist rückt er die bisherigen Geschehnisse in ein ganz neues Licht. So erklärt er auch das durchaus komplexe Verwirrspiel vorab recht plausibel und nachvollziehbar. Der Aha-Effekt ist ähnlich groß wie einst bei „The Sixth Sense“ von M. Night Shyamalan.

Allerdings driftet „Die Vierhändige“ nicht etwa ins Übersinnliche ab, auch wenn Kienle bewusst mit Horror- und Mystery-Elementen spielt. Die bedrohlichen Kameraperspektiven, die cleveren Schnitte und die unheimlichen Kulissen beschwören von Anfang an ein ungutes Gefühl im Bauch herauf. Dank der knisternden Atmosphäre braucht es auch keine großen Schockmomente, um den Puls des Publikums zunehmend nach oben zu treiben.

Kienle beweist ein hervorragendes Timing mit einem stimmigen Wechsel zwischen ruhigen und temporeichen, die Protagonistin wie die Zuschauer gleichermaßen zermürbenden Szenen. Das Filmerlebnis ist gerade deshalb so intensiv, weil „Die Vierhändige“ mit wenig Personal auskommt. Der Fokus liegt klar auf Frida-Lovisa Hamann („Die weiße Schlange“) und Friederike Becht („Hannah Arendt“) in den Schwesternrollen.

Ein intensives Filmerlebnis

Die beiden Schauspielerinnen machen das Trauma ihrer Figuren greifbar. Auch das Krankheitsbild der Identitätsstörung schaffen sie glaubwürdig umzusetzen: Als Sophie und Jessica verschmelzen sie trotz der so unterschiedlichen Charakterzüge mehr und mehr zu einer Person.

Christoph Letkowski fungiert dabei als wichtiger Knotenpunkt, der immer präsent ist, aber sich nie in den Vordergrund drängt. Als einfühlsamer Assistenzarzt übernimmt er die Funktion der einzigen Bezugsperson für die hochgradig verstörte Frau.

Wenig überraschend darf diese schließlich auch kein obligatorisches Happy End erleben. Dennoch findet „Die Vierhändige“ zu einem stimmungsvollen Schlussakkord, der noch einmal an die Eröffnungsszene anknüpft. Eine ziemlich runde Sache!

Mehr Infos zum Film: www.dievierhaendige-film.de

„Die Vierhändige“ startet am 30. November 2017 im Camino Filmverleih bundesweit in den deutschen Kinos.

Freitickets für „Die Vierhändige“ zu gewinnen

Filmfans aufgepasst: hitchecker.de verlost zweimal zwei Freikarten für eine Kinovorstellung von „Die Vierhändige“. Wenn ihr beim Gewinnspiel teilnehmen wollt, müsst ihr die untere Frage beantworten und eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Teilnahmeschluss ist der 3. Dezember 2017. Viel Glück!

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner Holger F. aus Ludwigshafen und Maren B. aus Wuppertal!

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  • Rezension zu: Die Vierhändige
  • Redaktionswertung:

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