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Satansbraten reloaded: Enttäuschende Neuauflage von ''Rosemary's Baby''

Satansbraten reloaded: Enttäuschende Neuauflage von ''Rosemary's Baby'' © Studiocanal

Das NBC-Remake von "Rosemary's Baby" wird dem bekannten Horrorklassiker nicht gerecht.

Wer sich an die Neuauflage eines großen Filmklassikers wagt, muss schon ein beeindruckendes Ergebnis abliefern. Sonst ist Schelte von Kritikern und Fans garantiert. Der US-Sender NBC versuchte sich im Jahre 2014 an einer Neuverfilmung des Literaturklassikers "Rosemary's Baby" von Autor Ira Levin. Der Roman erlangte 1968 dank der meisterhaften Kino-Adaption durch Roman Polanski Weltruhm. Für die neue Version, die sich offiziell nicht als Polanski-Remake versteht, wurde die polnische Regisseurin Agnieszka Holland verpflichtet. Diese bringt mit ihrer Tätigkeit für Serien wie "Treme", "Burning Bush" und "The Killing" reichlich TV-Erfahrung und ein gutes Gespür für düstere Inszenierungen mit.

Sightseeing durch Frankreichs Hauptstadt

Die Neuinterpretation von "Rosemary's Baby", die vielmehr ein Fernsehzweiteiler als eine Serie ist, punktet tatsächlich noch am meisten mit den schön fotografierten Bildern. Die Verlegung des Schauplatzes von New York nach Paris gibt Anlass für eine schicke Sightseeing-Tour durch Frankreichs Metropole. Nett anzusehen, aber durchaus ein wenig routiniert, sind auch die zahlreichen Traumsequenzen und Visionen der Protagonistin. Doch eine dichte Atmosphäre oder knisternde Spannung wie bei Ploanski wollen selbst in diesen Momenten nicht aufkommen. Trotz trister Farben und dunkler Schatten bleibt es bei einer recht sterilen Hochglanz-Inszenierung.

Allerdings passt das nur zur gut zum seichten Drehbuch und den Darsteller-Leistungen auf Soap-Niveau. Zoe Saldana ("Star Trek: Into Darkness"), Patrick J. Adams ("Suits"), Carole Bouquet ("James Bond 007 - In tödlicher Mission") und Jason Isaacs ("Harry Potter") darf man aber nicht einmal Vorwürfe machen. Die beiden Drehbuchautoren Scott Abbott und James Wong geben den Stars kaum eine Möglichkeit zu glänzen: Die belanglosen Dialoge wirken in der deutschen Synchronfassung noch platter als im Original und machen leider einen Großteil der knapp dreistündigen Neuauflage aus. Die Story zieht sich daher wie Kaugummi und hangelt sich mühsam von einem dramaturgischen Ankerpunkt zum nächsten.

Eine höllische Schwangerschaft und viele Leichen

Wong und Abbott bleiben tatsächlich sehr nah an der literarischen und filmischen Vorlage, variieren nur wenige Details. Paris als Handlungsort und die Übertragung der Geschichte in die Gegenwart stellen die größten Änderungen dar. Die Ausgangssituation dagegen ist bekannt: Die junge Rosemary Woodhouse (Saldana) erleidet eine tragische Fehlgeburt. Gemeinsam mit ihrem Mann Guy (Adams) will sie einen Neuanfang wagen, um den Schicksalsschlag hinter sich zu lassen.

Für ein Jahr soll es nach Paris gehen, wo Nachwuchsautor Guy als Referent an der Universität arbeiten und nebenher seinen Debütroman vollenden will. Die unbekannte Stadt, die fremde Sprache und die beengten Wohnverhältnisse machen den amerikanischen Eheleuten zunächst zu schaffen. Eine zufällige Begegnung mit Margaux (Bouquet) und Roman (Isaac) Castevet bringt jedoch die entscheidende Wende: Das reiche Ehepaar führt Rosemary und Guy in die feine Gesellschaft der Metropole ein und zeigt sich in jeder Hinsicht sehr hilfsbereit und großzügig.

Sogar ihr leer stehendes Nobel-Appartement stellen die Castevets den beiden zur Verfügung, als es zu einem Brand in der Einzimmerwohnung an der Uni kommt. Guy überwindet schließlich seine Schreibblockade und kann über Roman wichtige Verlagskontakte knüpfen.

Seichtes Mystery-Allerlei statt spannendem Horror

Margaux nimmt dagegen Rosemary unter ihre Fittiche. Als die junge Frau erneut ein Kind erwartet, will die Französin ihren Schützling erst recht nicht mehr aus den Augen lassen. Die Schwangerschaft verläuft jedoch nicht ohne Komplikationen. In Rosemarys Umfeld ereignen sich zunehmend verdächtige Todesfälle und die von Margeaux selbstgebrauten Kräutermixturen scheinen der werdenden Mutter mehr zu schaden, anstatt sie zu stärken. Viel zu spät begreift Rosemary, welch teuflische Brut sie in sich trägt.

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So richtig diabolisch wird es im neuen "Rosemary's Baby" jedoch selten: Hier und da spritzt ein bisschen Blut. Echter Horror sieht aber definitiv anders aus. Viel mehr als leicht verdauliches und auf weiten Strecken schrecklich langweiliges Mystery-Allerlei ist Agnieszka Holland leider nicht gelungen. Das Remake gibt es ab sofort auf DVD und Blu-ray. Ein Making-of und ein Special über das Pariser Bühnenbild ergänzen die Disc mit dem üblichen Werbe-Blabla und bekannten Szenen aus dem Film. Kurzum: Eine Rundum-Enttäuschung!

Link: www.nbc.com/rosemarys-baby

Veröffentlichung am 21.01.2016 auf DVD und Blu-ray (Studiocanal)

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  • Rezension zu:
    Rosemary's Baby: Die komplette Serie
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