Kriminologie-Professor Jasper Tempest ist eine Koryphäe auf seinem Fachgebiet, aber auch ein ziemlich komplizierter Zeitgenosse mit vielen Neurosen und schroffem Umgangston. In der britischen Adaption des Serienformats "Professor T" wird der titelgebende Protagonist gespielt von Ben Miller. Mehr...

''Professor T'' ermittelt jetzt auch in Cambridge
© ITV / Edel Germany GmbH

"Death In Paradise"-Star Ben Miller spielt den britischen "Professor T". Kann die weitere Adaption des belgischen Serienerfolgs überzeugen?

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Kriminologie-Professor Jasper Tempest (Ben Miller) ist eine Koryphäe auf seinem Fachgebiet, aber auch ein ziemlich komplizierter Zeitgenosse. Seine schroffe, herablassende Art äußert sich vor allem im Umgang mit seinen Studenten an der renommierten Universität Cambridge, die er in seinen trotz allem gut besuchten Vorlesungen schon mal als verschreckte Hühner in einer Legebatterie bezeichnet. Wer sich beschwert, wird abgewiesen.

Überhaupt meidet der kauzig-launische Griesgram soziale Kontakte. Allein wegen der Keime! Der Professor leidet unter diversen Zwangsneurosen, trägt immerzu Einweghandschuhe und greift trotzdem noch zu Desinfektionsmittel. Penible Sauberkeit und Ordnung sind für ihn das A und O.

Vor den Kopf gestoßen

„Mein Interesse an Verbrechen ist rein akademisch. Ich mache mir nicht gerne die Hände schmutzig“, stößt der Eigenbrötler auch Detective Sergeant Lisa Donckers (Emma Naomi) vor den Kopf. Seine ehemalige Studentin bittet ihn um Rat und Mithilfe bei ihrer Suche nach einem Serienvergewaltiger. Der Täter treibt nach nach einigen Jahren Pause wieder sein Unwesen auf dem Campus.

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Der jungen Ermittlerin liegt der Fall besonders am Herzen, da eine frühere Kommilitonin ebenfalls zu den Opfern zählt. Trotzdem lässt sie Tempest eiskalt abblitzen. Erst als ihn seine frühe Flamme DCI Christina Brand (Juliet Aubrey) ebenfalls wegen der Angelegenheit anspricht, überlegt er es sich anders. Ein freundlicher Ton ist bei seiner Expertise aber nicht inbegriffen. Allerdings bringt diese Donckers schließlich auf die richtige Spur.

Raus aus der Komfortzone

Wider Erwarten bleibt es nicht bei dieser einen Zusammenarbeit. Der Professor berät die Polizei fortan regelmäßig, was ihn mehr und mehr dazu zwingt, seine Komfortzone zu verlassen. Morde, Geiselnahmen, Entführungen und Schießereien gehören nun nicht mehr länger nur in der Theorie zu seinem Alltag. Kurzum: Er muss sich doch die Hände schmutzig machen und notgedrungen Kontakte pflegen.

Die Prämisse der britischen Krimiserie "Professor T" dürfte vielen Zuschauern vertraut vorkommen. Von 2016 bis 2020 lief im ZDF eine gleichnamige deutsche Adaption des Formats mit Matthias Matschke in der Hauptrolle. Ursprünglich stammt es aber aus Belgien. Inzwischen gibt es zudem eigene Versionen in Frankreich und Tschechien. Für Italien, Dänemark und die USA sollen weitere entstehen.

Ein schwieriger Protagonist

Der Hype um das Serienkonzept überrascht durchaus, da es nicht sonderlich innovativ daherkommt und mit allzu bekannten Zutaten jongliert. Ein neurotische Hauptfigur gab es bereits in Produktionen wie "Monk" und "Death In Paradise". Der britische Professor T wird sogar verkörpert von Charakterkopf Ben Miller, der im letzteren Krimi-Dauerbrenner den spleenig-unbeholfenen DI Richard Poole spielte.

Allerdings war dieser Kauz deutlich liebenswerter angelegt als der mürrische Jasper. Der sorgt mit seinem eigenwilligen Verhalten und seinen skurrilen Tagträumen, die als surreale Sequenzen visualisiert werden, zwar für amüsante Momente. Wirklich liebenswert und sympathisch wirkt er aber nie.

Dieses Manko soll mit einem schrecklichen Kindheitstrauma kompensiert werden, das immer wieder in Rückblicken aufgegriffen wird. Es mag erklären, warum der Professor in seiner ganz eigenen Welt lebt und niemanden an sich heranlässt. Trotzdem fällt es tatsächlich schwer, mehr als Mitleid für die Figur zu empfinden.

Zwischen amüsant und düster

Ihre Abgründe stehen im krassen Kontrast zu dem unbeschwerten Ton, den die Serie mitunter sehr abrupt anschlägt. Das will nicht so recht zusammenpassen und irritiert, weil auch die Inszenierung insgesamt eher düster anmutet. Die Fälle sind ebenfalls ernsthaft angelegt und um Spannung bemüht, enttäuschen aber am Ende mit schwachen Auflösungen.

"Professor T" erweist sich als durchkonstruierte Krimi-Routine mit so vielen Elementen, die an anderer Stelle schon einmal deutlich mehr packen konnten: Professor T und Donckers funktionieren als ungleiches Duo lange nicht so gut wie etwa ihre Pendants in "McDonald & Dodds", einer weiteren Produktion des britischen Senders ITV. Die Konstellation verspricht ein leicht verdauliches Crime-Procedural in bester Agatha-Christie-Manier, das dann aber ausbleibt.

Staffel 2 bereits bestellt

Zu allem Überfluss werden weitere Klischees bedient: DI Paul Rabbit, einer von Lisas Kollegen, kämpft mit einem persönlichen Schicksalsschlag... und einem Alkoholproblem. Die kleine Romanze auf dem Revier darf ebenfalls nicht fehlen: DS Dan Winters und Donckers scheinen wie füreinander geschaffen, wollen aber nicht so recht zueinanderfinden. Klassische Salamitaktik!

Als erfrischender Lichtblick in diesen durchschaubaren Szenarien erweist sich Jaspers temperamentvoll-exzentrische Mutter Adelaide, gespielt von Frances de la Tour ("Harry Potter"). Der grundsolide Cast von "Professor T" rettet den unentschlossenen Neuaufguss des Stoffs ins Durchschnittliche. So richtig zünden will die britische Adaption aber nicht. Eine Fortsetzung wird es dennoch geben. ITV hat sechs weitere Episoden in Auftrag gegeben.

Der Serienauftakt ist nach der deutschen Pay-TV-Premiere bei Sky Krimi nun auch auf DVD erhältlich. Die Staffelbox enthält neben den Episoden reichlich Bonusmaterial mit einer Laufzeit von über einer Stunde, darunter ein Interview mit Miller und ein exklusiver Blick hinter die Kulissen der Produktion.

"Professor T – Staffel 1": Veröffentlichung am 5. November 2021 auf DVD und digital (Edel Germany GmbH)

Deutsche Adaption auf DVD zu gewinnen

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Wenn ihr in Zukunft keine Gewinnspiele auf hitchecker.de verpassen wollt, folgt uns am besten auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest! Teilnahmeschluss ist der 5. Dezember 2021.

Hinweis: Nach dem erfolgreichen Versand des Gewinnspielformulars erfolgt eine Empfehlung für einen anderen redaktionellen Beitrag.

Das Gewinnspiel ist beendet. Aktuelle Gewinnerbekanntgaben und eine Übersicht mit bald endenden Gewinnspielen findet ihr hier.

  • Rezension zu: Professor T: Staffel 1
  • Redaktionswertung:

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