Die dystopische Science-Fiction-Serie "Colony" feierte bereits im Jahre 2016 bei USA Network Premiere und überlebte dort drei Staffeln. Danach zog der US-Sender den Stecker und ließ die Geschichte unvollendet. Season 1 erscheint nun mit reichlich Verspätung fürs Heimkino. Lohnt sich die DVD? Mehr...

Colony: Los Angeles nach der Alien-Invasion
© Universal Studios / Pandastorm Pictures

In der düsteren Zukunft wird's hölzern: Die US-Produktion "Colony" weiß mit ihrem prominenten Personal nichts anzufangen.

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Die dystopische Science-Fiction-Serie "Colony" feierte bereits im Jahre 2016 Premiere bei USA Network und überlebte dort drei Staffeln. Danach zog der US-Sender den Stecker und ließ die Geschichte unvollendet. Dies dürfte mitunter ein Grund dafür sein, weshalb es das von Carlton Cuse ("Lost", "Bates Motel") und Ryan J. Condal ("Rampage: Big meets Bigger") erdachte Drama nie ins deutsche Free-TV geschafft hat.

Immerhin fand "Colony" beim Bezahlsender TNT Serie und beim Streaming-Anbieter Netflix ein Zuhause. Wer weder noch abonniert hat, kann sich die Auftaktstaffel ab 3. April auch auf DVD und Blu-ray ins Heimkino holen. Die Veröffentlichung der beiden weiteren Staffeln soll im Laufe des Jahres folgen. Es stellt sich allerdings eine Frage: Will man nach den ersten zehn Folgen tatsächlich mehr sehen?

Albtraum-Szenario in Los Angeles

Die Prämisse der Serie hört sich zunächst spannend an. Die Zuschauer werden direkt in den Alltag der Bowmans katapultiert. Eine ganz normale Familie beim Frühstück, so erscheint es auf den ersten Blick. Doch das trügerische Szenario, das sich genau so im Hier und Jetzt abspielen könnte, wird jäh zerstört.

Der Stacheldraht, der das Grundstück der Bowmans vor Eindringlingen schützt, ist nur ein erster kleiner Hinweis auf die beängstigende Welt, in der Vater Will (Josh Holloway), Mutter Katie (Sarah Wayne Callies) und ihre beiden Kinder Grace (Isabella Crovetti) und Bram (Alex Neustaedter) leben.

Fast ein Jahr nach der Besatzung durch Außerirdische herrscht nicht nur in Los Angeles absoluter Ausnahmezustand. Die USA wurde in einzelne Kolonien unterteilt, die diktatorischen Militärstaaten gleichkommen. Ein Menschenleben ist dort nicht mehr viel wert. Regelbrecher und Systemgegner werden in ein geheimnisvolles Arbeitslager gesteckt, das nur „die Fabrik“ genannt wird, oder direkt getötet. Drohnen und die sogenannten Rothüte, eine militärische Truppe der Übergangsregierung, überwachen und bestrafen penibel alle Fehltritte der Bevölkerung.

Ein unablehnbares Jobangebot

Einen solchen leistet sich auch Will: Er versucht, als blinder Passagier in einen anderen Teil der durch eine gigantische Mauer unterteilten Stadt zu kommen. Der ehemalige Special-Forces-Soldat hofft, auf der anderen Seite seinen Sohn Charlie (Jacob Buster) zu finden. Am Tage der Invasion wurde dieser von seiner Familie getrennt. Aus der hoffnungsvollen Suche wird nichts: Will wird erwischt, erhält statt einer Strafe jedoch ein unerwartetes Angebot.

Der berechnende Gouverneur Alan Snyder (Peter Jacobson), einer der menschlichen Handlanger der Aliens, will Bowman als Agent für die Homeland Security gewinnen. Wenn Will einwilligt, für die Regierung zu arbeiten, soll sein Vergehen ohne Konsequenzen bleiben. Zudem kann er besonderen Schutz und Privilegien für seine Familie erwarten. Auch verspricht Snyder, nach Charlie Ausschau zu halten. Will bleibt daher kaum etwas anderes übrig, als sich auf den Deal einzulassen.

Katie zeigt sich zunächst wenig begeistert vom neuen Job ihres Mannes: Die Regierung steht für all das, was sie zu tiefst verabscheut. Selbst Will ahnt nicht, welch leidenschaftliches Rebellenherz in seiner Frau schlägt. Heimlich engagiert sich Katie innerhalb der Widerstandsbewegung und fungiert schließlich als Maulwurf: Will liefert ihr unwissentlich Informationen zu laufenden Ermittlungen.

Fragwürdige Szenen einer Ehe

Wenn es um den großen Vertrauensbruch in der Bowman-Ehe geht, gerät "Colony" inhaltlich bereits arg ins Straucheln. Zwar schaffen es die Serienmacher, ihre düstere Zukunftsvision authentisch und mit vielen erschreckenden Details zu zeichnen. Doch die agierenden Charaktere darin bleiben überraschend unglaubwürdig und platt.

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Will wird einerseits als erfahrener und cleverer Agent dargestellt. Andererseits tappt er viel zu lange im Dunkeln, was das Doppelleben seiner Frau betrifft. Dabei verhält sich diese etliche Male mehr als auffällig. Selbst ein naiv-treudoofer Ehemann sollte da eigentlich Verdacht schöpfen.

Eine Mutter auf dem Egotrip

Genauso wenig ist der schon krankhafte Idealismus Katies nachzuvollziehen. Ihre Unterstützung des Widerstandes begründet sie stets mit ihrem Wunsch nach einer besseren und sicheren Zukunft für ihre Familie. Doch bringt sie diese mit ihren unüberlegten und gefährlichen Aktionen immer wieder in größtmögliche Gefahr.

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Quelle: YouTube / Pandastorm Pictures

In den meisten Situationen scheint sie aus rein egoistischen Motiven zu handeln. Viel zu spät fällt bei ihr der Groschen, dass auch viel Blut an den Händen der Widerständler klebt. Dennoch kommt sie danach kaum von ihrem Kurs ab und setzt erneut alles aufs Spiel.

Personal bleibt unterfordert

Die beiden unausgegorenen Protagonisten von "Colony" verhalten sich vermutlich auch deshalb regelmäßig wider jeder Logik, um der schleppenden Handlung zumindest hier und da neue Impulse zu geben. Die Hauptdarsteller wirken dabei mindestens so irritiert wie die Zuschauer: Josh Holloway und Sarah Wayne Callies kämpfen sich ziel- und ausdruckslos durch hölzerne Dialoge. Peter Jacobson scheint bei seiner völlig überzeichneten Figur unsicher, ob er nicht vielleicht doch in einer Comedyserie gelandet ist.

Das restliche, durchaus prominente Personal muss sich mit einer reinen Lückenfüller-Funktion begnügen. Amanda Righetti ("The Mentalist") taucht als Katies Schwester Maddie immer mal wieder auf, wird aber erst richtig zum Staffelfinale gebraucht. "Picket Fences"-Star Kathy Baker erhält zunächst einen großen und durchaus interessanten Auftritt als Wills Vorgesetzte, um dann erstaunlich schnell wieder abzudanken. Auch im Falle von Ally Walker ("Profiler") und Adrian Pasdar ("Heroes") bleibt es bei einem flüchtigen Kommen und Gehen. Sobald eine Figur eine Aufgabe erfüllt hat, bestrafen sie die Drehbuchautoren bis zum nächsten Einsatz mit Ignoranz.

Bloß nicht zu viel verraten

Eine Hinhaltetaktik verfolgen die Schreiberlinge bei wesentlichen Fragen nach den außerirdischen Strippenziehern und der Fabrik. In der ersten Staffel liefern sie den Zuschauern lediglich Andeutungen und keine konkreten Antworten dazu. Diese werden daher mit entsprechender Ernüchterung zurückgelassen. Trotz etlicher Cliffhanger am Ende hält sich die Lust zum Weiterschauen in Grenzen.

Die DVD-Box enthält neben den zehn Episoden einen Episodenguide, geschnittene Szenen und das Featurette "Colony: Behind The Wall" als Bonusmaterial.

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  • Rezension zu: Colony: Staffel 1
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