Nach den Studentenunruhen in Frankreich kommt es 1969 zur Gründung der Reformuniversität Vincennes. Kann diese tatsächlich gesellschaftliche Veränderungen anstoßen?

Die Revoluzzer
Jacques (Vincent Elbaz) bezahlt Claudine (Manon Kneusé), damit sie ihm Informationen über die Aktivitäten an der Universität Vincennes liefert / © Agat Films

Nach den Studentenunruhen in Frankreich kommt es 1969 zur Gründung der Reformuniversität Vincennes. Kann diese tatsächlich gesellschaftliche Veränderungen anstoßen?

Am späteren Donnerstagabend zeigt Arte regelmäßig internationale Serienproduktionen. Das achtteilige französische Historiendrama „Die Revoluzzer“ (Originaltitel: „Camarades“) startet am 24. September um 22:35 Uhr mit zunächst vier Folgen im Programm des Senders. Die vier weiteren Episoden flimmern am 1. Oktober ab 22:40 Uhr über die Bildschirme. In der Mediathek von Arte ist die komplette Produktion bereits seit 16. September verfügbar.

Die amüsant inszenierte Serie des Autorentrios Benjamin Charbit, Dominique Baumard und Homeïda Behi beruht auf wahren Begebenheiten und wurde um Original-Archivmaterial ergänzt. Baumard und Charbit führten auch Regie. Die Hauptrollen in „Die Revoluzzer“ spielen Manon Kneusé, Pierre-François Garel, Lulja Comar, Grégory Gadebois, Micha Lescot, Emilie Incerti Formentini, Vincent Elbaz und Reda Bendahou.

Darum geht es in „Die Revoluzzer“

1969 entsteht vor den Toren von Paris die Reformuniversität Vincennes, an der ein antiautoritäres und selbstverwaltetes Bildungsexperiment gewagt wird: Studierende sollen hier ohne starre Hierarchien und soziale Schranken lernen und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen. Zwischen Kommunisten, Maoisten und linken Gruppierungen entwickelt sich schnell ein konfliktreiches Spannungsfeld. Zudem wird die Einrichtung offiziell und heimlich von staatlichen Stellen überwacht.

In dem Mittelpunkt rückt die Prostituierte Claudine (Kneusé), die in einem Wohnwagen nahe dem Campus lebt. Ihr Geliebter Jacques (Elbaz), ein verheirateter Polizist, setzt sie als Spitzel ein: Sie soll die Vorgänge an der Universität beobachten und ihm Bericht erstatten. Als Claudine immer tiefer in das Campusleben eintaucht, avanciert sie als „echte Proletarierin“ zum Aushängeschild der Hochschule.

Auch der idealistische Dozent Gérard (Garel), der aus einer wohlhabenden Familie stammt, glaubt fest daran, dass sich endlich etwas in der Gesellschaft verändern kann. Mit seiner militanten linken Gruppe zeigt er großes Engagement. In der Studentin Françoise (Comar) findet er eine leidenschaftliche Verbündete.

Auszeichnung für Manon Kneusé

Beim diesjährigen Festival Séries Mania wurde Hauptdarstellerin Manon Kneusé („Wie ich ein Superheld wurde“) als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Arte beschreibt die Dramedy als großen „Spaß für junge und jung gebliebene Revoluzzer“ – gerade angesichts der „heute wieder aktuellen Debatten um Rollenbilder, Machtverhältnisse und Revolution als Kampf um die Wahrheit“.

Der Sender hat die Serie gemeinsam mit Agat Films und Sunday Afternoon umgesetzt. Charbit, Muriel Meynard und Marc Bordure treten als Produzenten von „Die Revoluzzer“ in Erscheinung.

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