Das ZDF testet mit „Frankfurt Mord“ eine potenzielle neue Krimireihe mit Marie-Lou Sellem und Johannes Hegemann am Samstagabend.

Frankfurt Mord
Sarah Frankfurter (Marie-Lou Sellem) bemüht sich, Kollege Jakob Loose (Johannes Hegemann) auf Abstand zu halten / © ZDF, Daniel Dornhöfer

Marie-Lou Sellem und Johannes Hegemann begeben sich als ungleiches Frankfurter Ermittlergespann auf Mörderjagd: Eine engagierte Juristin wurde umgebracht.

Es gibt bereits unzählige Krimireihen im öffentlich-rechtlichen TV. Dennoch schicken ARD und ZDF regelmäßig weitere TV-Ermittlerteams ins Quotenrennen – mit leicht variierten Zutaten. Caroline von Senden und Sandra Dettki von der ZDF-Redaktion „Fernsehspiel 1“ versprechen für das neue Format „Frankfurt Mord“ aber immerhin ein paar Besonderheiten:

Die hessische Metropole bietet „unterschiedliche Milieus und Schauplätze“, um „die bunte und durchaus gegensätzliche Gesellschaft mit ihren vielfältigen Lebensräumen“ zu erzählen. Mit der von Schauspielerin Marie-Lou Sellem verkörperten Kommissarin Sarah Frankfurter steht zudem eine erfahrene Ermittlerin im Mittelpunkt, die eng „mit der dortigen jüdischen Gemeinde verbunden ist“. Im deutschen Krimigenre war diese Lebenswelt bisher wenig sichtbar.

Wiedersehen mit dem One-Night-Stand

Gleich der Pilotfilm „Ein neues Leben“ widmet sich darüber hinaus einem kontrovers diskutierten Thema – der künstlichen Befruchtung. Die zeitgemäße Krimigeschichte würzt das Autorentrio Elena Lyubarskaya, Tanja Bubbel und Nils Willbrandt nicht zuletzt mit einer ordentlichen Prise Humor.

Amüsieren soll vor allem eine unerwartete Überraschung, die Frankfurter bei ihrer Ankunft an einen Tatort erlebt: Ihr neuer Kollege, Polizei-Quereinsteiger Jakob Loose (Johannes Hegemann), entpuppt sich als ihr One-Night-Stand der vorausgegangenen Nacht. Das führt bei der weiteren Zusammenarbeit zu diversen Kabbeleien. Während sich Jakob offen für mehr zeigt, würde Sarah das Schäferstündchen gerne ungeschehen machen.

Von künstlicher Befruchtung und Eheproblemen

Seit der Trennung von ihrem Mann Martin (Wolfram Koch) tut sich die Kommissarin in Sachen Liebe schwer. Vor allem eines bereitet ihr noch immer Bauchschmerzen: Sie hat auch als Ermittlerin in 25 Jahren Ehe nicht erkannt, dass ihr Martin eigentlich auf Männer steht. Nach seinem Coming-out und der Scheidung vermeidet sie den Kontakt zu ihrem Ex.

Das ist auch der Grund, weshalb sie dem ersten Neujahrsgottesdienst ihrer Tochter Rakhel (Victoria Nikolaevskaja), die als Rabbinerin tätig ist, eine Absage erteilt. Der Mordfall um die Juristin Nicole Geissner (Anna Kubin) hält sie, Jakob und Kollegin Milli Schneider (Leona Grundig) ohnehin auf Trab. Das Opfer hatte sich für die Lockerung des Embryonenschutzgesetzes stark gemacht. Auch aus persönlichen Gründen: Geissner hatte selbst jahrelang erfolglos versucht, durch künstliche Befruchtung ein Kind zu bekommen.

Fortsetzung steht noch nicht fest

Die zermürbende Zeit und der unerfüllte Kinderwunsch stellten eine große Belastung für ihre Ehe mit Nils (Franz Hartwig) dar, der schnell als Hauptverdächtiger gilt. Durch ihr rechtliches Engagement hatte sich Nicole aber auch Feinde im Netz gemacht: Holger Manthey (Peter Schneider) schien sie besonders erzürnt zu haben. Inga Pacher (Isabell Polak), eine Nachbarin der Geissners, bringt noch eine weitere Spur ins Spiel: Nicole soll eine Affäre gehabt haben. Könnte ihr Lover der Mörder sein?

Wie der Fall schließlich aufgelöst wird, erfahren Zuschauerinnen und Zuschauer am 10. Oktober zur Primetime im ZDF oder schon jetzt im Streaming-Angebot des Mainzer Senders. Der 90-Minüter wurde von Franziska Margarete Hoenisch inszeniert. Billey Demirtaş, Patrycia Ziolkowska, Isaak Dentler, Inge Maux, Henri Klaus Georg Pemler und Dalila Abdallah verstärken das Ensemble des Auftaktfilms, der von der Olga Film GmbH umgesetzt wurde. Ob es eine Fortsetzung geben wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.

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