Culture-Clash-Komödie, Kindermusical und Bollywood-Hommage: Der bunte Genre-Mix „Träume sind wie wilde Tiger“ bietet amüsante Unterhaltung für die ganze Familie.

Träume sind wie wilde Tiger: Buntes Filmmusical trifft nicht immer den richtigen Ton
© Wild Bunch Germany / Euro Video Medien GmbH

Culture-Clash-Komödie, Kindermusical und Bollywood-Hommage: Der bunte Genre-Mix „Träume sind wie wilde Tiger“ bietet amüsante, aber auch recht oberflächliche Unterhaltung für die ganze Familie.

Der 12-jährige Ranji (Shan Robitzky) lebt mit seinen Eltern (Murali Perumal, Sushila Sara Mai) und seinem Großvater Daada (Irshad Panjatan) in Indiens pulsierender Metropole Mumbai. Der Heranwachsende träumt von einer großen Bollywood-Karriere und will eines Tages so berühmt werden wie sein Idol Amir Roshan (Terence Lewis). Da kommt ein Online-Aufruf des Schauspielers wie gerufen: Für seinen neuen Film sucht der Star nach einen Nachwuchsdarsteller.

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Das Timing könnte allerdings nicht schlechter sein. Als Ranji von dieser einmaligen Chance erfährt, sitzt er schon im Flieger gen Deutschland. Sein Vater hat dort einen Job angenommen und wandert mit seiner Familie aus – sehr zu Ranjis Missfallen. Schließlich lassen sie auch seinen geliebten Opa zurück. Dabei haben sie ihm überhaupt erst ihre Deutschkenntnisse zu verdanken.

Daada lebte einige Zeit in „Jarmanee“ und stand dort sogar vor der Kamera – als Häuptling im Film „Der Schuh des Manitu“. Die Schauspielambitionen Ranjis kann er daher nur allzu gut nachvollziehen – ganz anders als sein wenig kreativer Sohn. Der vertraut lieber auf die Regeln der Mathematik als auf unrealistische Träume. Er untersagt seinem Sprössling ausdrücklich, sich auf das besagte Casting zu bewerben.

Fieses Mobbing in der Schule

Ranji kann und will in dieser Sache aber nicht auf seinen Vater hören. Nur die Hoffnung, Amir mit einem selbstgedrehten Videoclip von sich zu überzeugen, lässt ihn das graue Berlin ertragen. Dort wird er in der Schule gemobbt, zunächst auch von Nachbarstochter Toni (Annlis Krischke). Seine Mitschüler nehmen ihm sogar sein Smartphone weg, das er unbedingt zum Filmen seines Casting-Beitrages braucht.

Zum Glück bekommt er dann aber unverhofft Hilfe von Toni. Das Mädchen plagt ein schlechtes Gewissen, weil sie an Ranjis Misere nicht ganz unschuldig ist. Gelingt es dem talentierten Jungen jetzt doch noch, seinen Plan zu verwirklichen und Bollywood im Sturm zu erobern?

Dies ist natürlich eine rein rhetorische Frage. Schließlich richtet sich „Träume sind wie wilde Tiger“ vorwiegend an ein ganz junges Publikum, dem Mut gemacht werden soll, leidenschaftliche Träume zu verfolgen. Die heitere Culture-Clash-Komödie von Regisseur Lars Montag („How To Sell Drugs Online (Fast)“), der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, spart zwar ernste Probleme nicht aus. Doch ganz egal, welche Hürden sich dem Protagonisten und seinem Sidekick Toni in den Weg stellen. Am Ende wird alles gut, weil es sich einfach so ergibt.

Nur ein Hauch von Bollywood

Mit fast schon kindlicher Naivität und recht oberflächlich geht der Film Themen wie Rassismus und Mobbing an, was diesen einfach nicht gerecht werden will. Trotz aller Schikanen, die er in der Schule ertragen muss, bleibt Ranji verhältnismäßig gelassen. Den Frust scheint er mit seinen Tagträumen zu kompensieren, die sich in mal nachdenklichen, mal schräg-bunten Sing- und Tanzeinlagen äußern.

So wirklich wie Bollywood fühlt sich das allerdings nicht an, auch wenn sich „Träume sind wie wilde Tiger“ als Hommage an die bunte Filmwelt Indiens versucht. Doch allein mit der musikalischen Untermalung vom erprobten Produzententeam Peter Plate und Ulf Leo Summer („Bibi & Tina“) mutet das Ganze typisch deutsch an – trotz hier und da eingeschobener indischer Klänge.

Gesungen wird ohnehin auf Deutsch. Warum Ranji die Fremdsprache anders als der Rest seiner Familie völlig akzentfrei beherrscht, erschließt sich nicht. Doch immer wieder versuchen die Drehbuchautoren, mit Klischees und Vorurteilen zu spielen. Dabei gehen sie aber meist nicht besonders elegant vor. Für einen schnellen oder platten Gag bedienen sie diese sogar ganz bewusst.

Potenzial als Familienserie

Wirklich witzig sind die kleinen sprachlichen Missverständnisse, die sich mit Ranjis Eltern ergeben. Auch die gewisse Selbstironie des zweifelsohne unterhaltsamen Streifens weiß zu gefallen: Irshad Panjatan, der als Ranjis Großvater zu sehen ist, war in Bully Herbigs „Der Schuh des Manitu“ tatsächlich als Häuptling zu sehen.

Als große Stärke von „Träume sind wie wilde Tiger“ erweist sich das sympathische Ensemble, das sichtlich Spaß bei der Arbeit hat. Jungdarstellerin Annlis Krischke sticht als rebellische Göre, die unter der Trennung ihrer Eltern leidet, fast mehr heraus als Newcomer Shan Robitzky in seiner ersten großen Rolle.

Die markanten Figuren des Film wären wie dafür geschaffen, in einer vergnüglichen TV-Familienserie weitere Geschichte zu erleben. In einer solchen bestünde dann auch die Möglichkeit, wichtige Themen im Detail und mit mehr Feingefühl zu ergründen.

„Träume sind wie wilde Tiger“: Veröffentlichung am 14. Juli 2022 auf DVD, als Video-on-Demand bereits erschienen (EuroVideo Medien GmbH)

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Quelle: YouTube / EuroVideo Medien GmbH

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