Der Kurs des Bitcoins hat sich im Jahr 2020 mehr als vervierfacht. Wenig überraschend spielen immer mehr Menschen mit den Gedanken, in Bitcoin zu investieren. Die erste Hürde dabei ist die Wahl der Krypto-Börse. Was gilt es bei dieser zu beachten? Mehr...

Krypto-Börse: Welche ist die richtige Wahl?
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Wer plant, in Bitcoin zu investieren, muss sich zunächst für eine Krypto-Börse entscheiden. Was gibt es bei der Wahl dieser zu beachten?

Der Kurs des Bitcoins hat sich im Jahr 2020 mehr als vervierfacht. Dieses Wachstum hat die Finanzbranche in Erstaunen versetzt. Die Rallye des Bitcoin-Preises hat viele beeindruckte Erstkäufer zu Bitcoin- und Krypto-Börsen gelockt.

Der Bitcoin-Markt ist extrem volatil. Bei der Investition in Bitcoin bestehen etliche Herausforderungen und Risiken. Daher sollte eine Krypto-Börse zum Einstieg in den Handel sehr sorgfältig ausgewählt werden. Darüber muss sich jeder Investor bewusst sein, bevor er mit traditionellen Fiat-Währungen experimentiert.

Bei der Auswahl der Krypto-Börse sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

KYC-Prüfung

Je nach Land gibt es ganz unterschiedliche Regelungen für Krypto-Börsen, was die Identifizierung und Überprüfung von Neukunden und Bestandskunden auf Basis geldwäscherechtlicher Anforderungen angeht (KYC - „Know Your Customer“). In Indien geben die Zentralbanken und die Regierung etwa keine spezifischen Richtlinien vor. Dort muss bei Investitionen also auf die Compliance der Krypto-Börsen vertraut werden.

China nutzt für seine neue Digitalwährung E-Yuan die KYC-Prozesse der Yuan Pay Group. Viele Krypto-Börsen haben aber auch ihre eigenen Methoden für den Identifikationsnachweis entwickelt und orientieren sich dabei an den Prozeduren der Banken.

„Wenn Börsen ihren KYC-Mechanismus selbst festgelegt haben, bedeutet dies möglicherweise einen nachlässigen Prozess. Das Onboarding von Investoren mag einfach sein, aber auf lange Sicht wird es zu Problemen oder Herausforderungen im KYC-Prozess kommen“, so Rahul Pagidipati, der Geschäftsführer der indischen Krypto-Börse ZebPay.

Orderbuch

Wie im regulären Börsenhandel gibt es auch beim Bitcoin-Handel ein sogenanntes Orderbuch. Dabei handelt es sich um eine vollständige Liste aller Käufe und Verkäufe. Diese hilft Investoren, gezielte Entscheidungen zu treffen. Allerdings unterscheiden sich die Orderbücher der verschiedenen Börsen. Wenn Investoren große Aufträge platzieren, ist deshalb mit Schlupfverlusten zu rechnen. Es kommt daher auch zu unterschiedlichen Preisen für die Investoren, nähere Informationen dazu unter bitcoin-buyer.de.

Die meisten Krypto-Börsen Indiens legen übrigens die Tiefe ihres Orderbuchs offen. Das macht es leicht, einen Vergleich anzustellen und den aktuellen Stand des Orderbuchs nachzuvollziehen.

Aufzeichnungsführung

Das „Recordkeeping“ beim Bitcoin-Handel bezeichnet die Schriftgutverwaltung, also die Aufzeichnungsführung bestehender Konten, zum Zwecke der persönlichen Buchhaltung und als Nachweis für die Einkommenssteuer. Die Qualität entsprechender Protokolle, die bei Krypto-Börsen zur Verfügung gestellt werden, schwankt enorm. Jeder Anleger sollte daher überprüfen, ob die von einer Krypto-Börse bereitgestellten Aufzeichnungen korrekt und ausreichend sind. Zudem sollten sie einfach verwaltet werden können.

Was es zu beachten gilt: Nicht nur die Preise der Kryptowährungen unterscheiden sich bei den Börsen, sondern auch die Transaktionsgebühren. Einige Börsen haben sich zusammengeschlossen, um in beiden Fällen ähnliche Konditionen darzustellen. So halten sich die Unterschiede gerade bei hohen Handelsvolumina einer Kryptowährung in Grenzen. Auch diesen Faktor sollte man unbedingt bei der Wahl eines Anbieters beachten.

Da die Krypto-Industrie floriert und im Mainstream angekommen ist, besteht eine große Nachfrage nach Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Dies hat zu einer Zunahme von Cyberangriffen wie Scams geführt. Daher müssen sich Anleger unbedingt vor Betrügereien an Krypto-Börsen schützen.

Verwahrungsmechanismus

Zieht man noch einmal den indischen Aktienmarkt als Beispiel heran, so sind die NSE („National Stock Exchange“) und die BSE („Bombay Stock Exchange“) hauptsächlich dafür verantwortlich, die Aufträge zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren abzugleichen. Die National Securities Depository Ltd und Central Depository Services Ltd übernehmen dagegen die Verwaltung der Wertpapierverwahrung.

Im Falle von Krypto-Börsen liegen beide Verantwortlichkeiten in der Hand des jeweiligen Anbieters. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, eine Börse zu wählen, die mit ihren bereitgestellten Technologien und Prozessen ausreichend Schutz für die digitalen Vermögenswerte bietet.

Fazit: Bei der Wahl einer Krypto-Börse sollten Investoren auf Expertenempfehlungen hören und vor einer Entscheidung auch das Volumen einer in Frage kommenden Börse überprüfen. Ob eine Krypto-Börse zuverlässig und seriös ist, verraten zudem Erfahrungsberichte anderer Nutzer. Vorab-Recherche lohnt sich auf jeden Fall, damit der Einstieg in den Bitcoin-Handel ganz ohne Probleme verläuft.