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Die Verlegerin: Hochbrisantes Plädoyer für die Pressefreiheit

Die Verlegerin: Hochbrisantes Plädoyer für die Pressefreiheit © Universal Pictures

Das prominente Hollywood-Trio Steven Spielberg, Meryl Streep und Tom Hanks widmet sich im Drama "Die Verlegerin", das ab 22. Februar im Kino zu sehen ist, einem hochbrisanten Thema.

In seinem neuen Film "Die Verlegerin" erzählt Regisseur Steven Spielberg die wahre Geschichte über einen der größten Polit-Skandale in der Geschichte der USA. Dieser liegt zwar bereits fast 47 Jahre zurück, könnte den aktuellen Nerv der Zeit aber kaum besser treffen. Es geht um die Bedeutung der Pressefreiheit, die große Verantwortung von Journalisten und machthungrige Regierungsköpfe, denen die Medien ein Dorn im Auge sind.

Für sein wichtiges Kino-Statement hat sich Spielberg einen hochkarätigen Cast ins Boot geholt: Die Hauptrollen spielen die beiden Hollywood-Größen Meryl Streep und Tom Hanks. Zur weiteren Besetzung gehören bekannte Namen wie Sarah Paulson ("American Horror Story"), Alison Brie ("Glow"), Bruce Greenwood ("Star Trek") und Matthew Rhys ("The Americans").

Meryl Streep als Kopf der "Washington Post"

Streep mimt die erste Zeitungsverlegerin der USA: Nach dem Tod ihres Mannes, übernimmt Katharine "Kay" Graham Anfang der 1970er das Familienunternehmen. Dabei handelt es sich um die "Washington Post", eine der renommiertesten Zeitungen im Land, die damals kurz vor dem Börsengang steht.

Kay fällt es zunächst schwer sich durchzusetzen. In der männerdominierten Branche scheint sie von den Anzugträgern nicht ernst genommen zu werden. Wichtige geschäftliche Entscheidungen überlässt sie dem Vorstand. Was journalistische Belange angeht, vertraut sie auf Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks). Der arbeitet mit seinem Reporter Ben Bagdikian (Bob Odenkirk) allerdings an einer Story, die er nicht ohne grünes Licht von der Verlagschefin in Druck geben kann und will.

Eine Story mit folgenschweren Konsequenzen

Die Veröffentlichung von geheimen Regierungsdokumenten, die ihnen von Whistleblower Daniel Ellsberg (Matthew Rhys) zugespielt worden sind, löst mit Sicherheit ein politisches Erdbeben aus. Während der Amtszeit von vier US-Präsidenten sind der Öffentlichkeit entscheidende Informationen zum Vietnamkrieg bewusst verschwiegen worden.

Jetzt steckt Kay in der Zwickmühle: Einerseits ist sie sich ihrer Verantwortung als Verlegerin bewusst und will ihre Leser unbedingt über die Machenschaften der Regierung aufklären. Andererseits setzt sie mit einer Veröffentlichung der sogenannten Pentagon-Papiere das ganze Unternehmen und damit die Arbeitsplätze all ihrer Mitarbeiter aufs Spiel. Präsident Richard Nixon übt bereits Druck auf den Verlag aus und droht mit schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen.

Der Skandal um die Pentagon-Papiere

Ohne das mutige Engagement von Katharine Graham, Daniel Ellsberg, Ben Bradlee und weiteren Journalistem hätte die Öffentlichkeit wohl nie von den Lügen der US-Regierung über den Vietnamkrieg erfahren. Dieser wurde bereits lange vor einem ersten Eingreifen geplant, auch wenn die beteiligten Präsidenten stets das Gegenteil beteuerten.

Die Pentagon-Papiere dokumentieren jedoch das systematische Vorgehen zur Bekämpfung des Kommunismus. Im Jahre 1964 wurde sogar ein Angriff Nordvietnams im Golf von Tonkin vorgetäuscht, um bei der US-Bevölkerung einen anschließenden Krieg zu rechtfertigen.

Dieser kostete unzählige Menschenleben und brachte die schlimmsten Flächenbombardements seit dem Zweiten Weltkrieg mit sich. Selbst als die USA immer mehr Verluste auf eigener Seite verbuchen musste, trieb die Regierung die militärischen Einsätze weiter voran. Die US-Bevölkerung wurde auch über dieses Vorgehen im Dunkeln gelassen.

Die ganze Wahrheit über den Vietnamkrieg

Dennoch wuchs die Kritik am Vietnamkrieg – nicht nur bei Friedensaktivisten. Daniel Ellsberg, ein Mitarbeiter im Verteidigungsministerium, brachte den Stein schließlich ins Rollen: Mit Hilfe seiner Kinder kopierte er über 7000 Seiten geheimer Unterlagen und spielte sie der Presse zu. Nixon und dem Justizminister John Mitchell gelang es zuerst noch, eine Veröffentlichung der Dokumente in der "New York Times" per Bundesgericht verbieten zu lassen.

Im Juni 1971 begann jedoch die "Washington Post" mit der Publikation der Pentagon-Papiere. Die Verlagsleitung lehnte es vehement ab, sich in der Pressefreiheit einschränken zu lassen. Der Oberste Gerichtshof der USA gab ihr schließlich Recht und die ganze Wahrheit über den Vietnamkrieg kam ans Licht.

Pressefreiheit in Zeiten von Trump und Erdogan

Mit "Die Verlegerin" greift Steven Spielberg eine Thematik auf, die leider auch gegenwärtig wieder topaktuell ist. Beunruhigende Meldungen über die Gefährdung und Einschränkung der Pressefreiheit bestimmen die aktuellen Nachrichten.

In der Türkei werden Journalisten, die kritisch über die dortige Regierung berichten, kurzerhand als Terroristen eingestuft und weggesperrt. So saß etwa der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel mehr als ein Jahr in türkischer Untersuchungshaft – ohne Anklageschrift.

© Universal Pictures
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In den USA wettert Präsident Donald Trump fast täglich in den sozialen Medien gegen die "Lügenpresse" und ihre "Fake News". Selbst versucht er mit "alternativen Fakten" jegliche Kritik an ihm und vor allem die Vorwürfe über eine Absprache mit russischen Geheimdiensten im Wahlkampf 2016 abzuschmettern. Diesbezügliche Ermittlungen und die Veröffentlichungen von belastenden Dokumenten werden immer wieder zu unterbinden versucht.

Oder man denke an Whistleblower Edward Snowden: Der ehemalige NSA-Agent spielte 2013 dem "Guardian"-Redakteur Glenn Greenwald und Filmemacherin Laura Poitras Geheiminformationen zu, die eine konsequente und umfassende Überwachung der weltweiten Tele- und Internetkommunikation durch die NSA offenbarte. Selbst Regierungsgebäude und politische Führungspersonen, auch verbündeter Staaten, wurden abgehört.

Die Medien tragen eine große Verantwortung

Die Beispiele zeigen eines ganz deutlich: Gerade in Bezug auf Machtmissbrauch, Fehlverhalten und Skandale in der Politik übernehmen die Medien eine wichtige Kontrollfunktion. Mit Einschränkung der Pressefreiheit, gerade durch die Regierung, kann diese nicht mehr gewährleistet sein.

Wie eine Kay Graham damals Verantwortung übernommen und Mut bewiesen hat, gilt es auch für heutige Publizisten und Journalisten, ihr Recht auf die Wahrheit selbst bei großem Widerstand zu verteidigen und dafür zu kämpfen.

Steven Spielberg ist mit seinem packenden Polit-Drama ein hochbrisantes Plädoyer für die Pressefreiheit gelungen, das schon jetzt zu den Kino-Highlights 2018 zählt.

Quelle: YouTube / Universal Pictures Germany

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