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Der RTL-Lehrkörper macht keinen Spaß

Der RTL-Lehrkörper macht keinen Spaß © Universal Music Family Entertainment

Totgeglaubte leben länger. Dieses Sprichwort könnte nicht besser zur RTL-Serie "Der Lehrer" passen. Diese stand von Beginn an zwar unter keinem guten Stern, hat sich dann aber trotzdem durchgesetzt – jedenfalls mehr oder weniger.

Doch alles der Reihe nach: Der Kölner Sender ließ bereits im Jahre 2007 eine erste Staffel produzieren, war aber wohl hausintern nicht so wirklich vom Ergebnis überzeugt. Erst zwei Jahre später holten die Programmverantwortlichen "Der Lehrer" für eine Ausstrahlung im Sommerloch aus dem Archiv. Acht Folgen liefen im Doppelpack am Montagabend, eine weitere wurde ins Nachtprogramm verbannt.

Völlig überraschend und vielleicht aus Mangel an Alternativen wurde die 25-minütige Sitcom im September 2009 beim Deutschen Fernsehpreis als beste Serie ausgezeichnet. Zudem erhielt die Serie eine Nominierung als beste Comedyserie beim Deutschen Comedypreis. Dieser unerwartete Erfolg brachte RTL wohl ins Grübeln und letztlich zu dem Entschluss, eine acht Episoden umfassende zweite Staffel in Auftrag zu geben.

Von der Sitcom zur Dramedy

Die Verlängerung war jedoch mit einer Konzeptänderung verbunden: "Der Lehrer" sollte zur 45-minütigen Dramedy umgewandelt werden. Bereits Anfang 2012 wurden neue Geschichten um den unkonventionellen Lehrer Stefan Vollmer abgedreht – wieder mit Hendrik Duryn in der Hauptrolle. Anstatt diese zeitnah auszustrahlen, damit sich wenigstens noch ein paar Zuschauer an die erste Staffel erinnern würden, ließ man sich bei RTL wieder viel Zeit: Erst im Dezember 2013 schaffte es das Serienstiefkind zurück ins Programm und holte am Donnerstagabend keine überwältigenden, aber durchaus zufriedenstellende Quoten. Die Chancen auf eine dritte Staffel stehen gut.

Soweit die lange Vorgeschichte, die so viel spannender ist als die Serie selbst: "Der Lehrer" erweist sich auch in erneuerter Version wieder nur als typisch deutsche TV-Kost und insbesondere als typische RTL-Comedyserie. Will heißen: Die Darsteller neigen bei den teils abgedroschenen, teils absurden Storylines zu unglaubwürdigem Overacting. Die Kulissen scheinen direkt dem GZSZ-Set entsprungen zu sein und die Dialoge bewegen sich ebenfalls auf Daily-Soap-Niveau. Im besten Fall haben Letztere das Prädikat bemüht verdient, wirklich witzig sind sie nicht.

Demotivierter Hauptdarsteller, flache Gags

Tatsächlich scheitern die Gagversuche noch häufiger als in Staffel 1, vielleicht weil es nun eben 45 Minuten mit Sprüchen zu füllen gab. Allerdings würden die Lacher wohl selbst dann ausbleiben, wenn "Der Lehrer" mehr Wortwitz mitbringen würde: Hendrik Duryn leiert seine Texte durchgehend in einem extrem genervt-monotonen Tonfall herunter. So fällt es sehr schwer, mit dem Protagonisten warm zu werden. Fehlt es hier nur an Motivation oder doch eher an Talent? Die gefühlten zwei Gesichtsausdrücke, zwischen denen Duryn ständig hin- und herwechselt, lassen das Schlimmste befürchten.

Für die weiblichen Zuschauer verliert er aber immerhin mindestens zweimal pro Folge sein T-Shirt, um seinen trainierten Oberkörper zur Schau zu stellen. In seiner Rolle als Stefan Vollmer ist der Schauspieler natürlich ein echter Weiberheld, dem kaum eine Frau widerstehen kann. Nur die neue Kollegin Karin Noske (Jessica Ginkel, "Gute Zeiten, schlechte Zeiten") gibt sich zunächst noch ein bisschen zickig, bevor sie sich auf einen Flirt mit dem muskelbepackten Lehrkörper einlässt.

Diese kleine Romanze am Arbeitsplatz zieht sich quasi als roter Faden durch die zweite Staffel der Serie. Ansonsten bestimmt pro Folge ein obligatorischer Fall der Woche das Geschehen, der nach Schema F abläuft: Einer von Vollmers Schülern gerät in Schwierigkeiten, was aber nicht weiter schlimm ist. Der Pädagoge kümmert sich auch gerne nach Schulschluss um seine pubertierenden Problemkandidaten.

Ein Aufgebot an altbekannten Klischees

Diese sind mindestens so stereotyp gezeichnet wie die Lehrer: Der Quotentürke bekommt keinen vernünftigen deutschen Satz heraus und spricht krassen Jugendjargon. Die Teenie-Mädels sind dagegen Kaugummi kauende Tussies. Wegen Jungs gehen sie sich mal eben an die Gurgel, im nächsten Moment versöhnen sie sich aber wieder, um ihre aufgestylten Fingernägel nicht zu ruinieren. An oberflächlichen Klischees mangelt es "Der Lehrer" wahrlich nicht.   

Sollte sich RTL für eine dritte Staffel entscheiden, bleibt zu hoffen, dass die Serie noch einmal grundlegend überarbeitet wird. Als Dramedy funktioniert sie weder auf ernsthafter noch auf  komischer Ebene. Wer trotzdem mit Lehrer-Chaot Stefan Vollmer lachen oder gar weinen will, kann sich die komplette zweite Staffel ab sofort auf DVD ins Heimkino holen. In Sachen Extras schauen Fans jedoch in die Röhre. Die beiden Discs enthalten lediglich die acht ausgestrahlten TV-Folgen.

Link: www.rtl.de/cms/sendungen/serie/der-lehrer.html

Veröffentlichung am 31.01.2014 auf DVD (Universal Music Family Entertainment)

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  • Rezension zu:
    Der Lehrer: Die komplette 2. Staffel
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