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Independent-Serie ''Feral'' überzeugt mit Tiefgang

Independent-Serie ''Feral'' überzeugt mit Tiefgang © PRO-FUN MEDIA

Es müssen nicht immer Mainstream-Serien sein: Die Low-Budget-Produktion "Feral" über eine Clique von Mittzwanzigern in Memphis unterhält gerade deshalb so gut, weil sie unkonventionelle Wege geht und mit Klischees bricht.

"Feral" ist eine 8-teilige Webserie des Indie-Filmemachers Morgan Jon Fox, die für das US-Streaming-Portal Dekkoo.com entstanden ist. Hierzulande erscheint die erste und einzige Staffel des Dramas im Originalton mit deutschen Untertiteln auf DVD und in digitaler Form.

Die Geschichte entführt die Zuschauer nach Memphis, mitten rein ins Leben der Freunde Billy (Jordan Nichols) und Daniel (Seth Daniel). Gemeinsam mit dem jüngeren Jordan (Tristan M. Garner) teilen sich die beiden Künstler einen kleinen Bungalow als Wohngemeinschaft. Das soll sich zeitnah ändern: Als Jordan wieder Drogen nimmt, fliegt er aus dem Haus.

Erinnerungen an eine verlorene Liebe

Daniel hält das nicht davon ab, sich weiterhin mit dem Junkie zu gelegentlichen Schäferstündchen zu treffen. Dabei steckt er eigentlich in einer festen Beziehung mit CQ (Jacob Rickert). Doch Treue bedeutet für Daniel wenig: Selbst mit dem neuen Mitbewohner Carter (Chase Brother) ist der Grafik-Student gleich am Flirten.

Billy will und kann sein Herz und auch seinen Körper nicht so einfach verschenken: Nach dem tragischen Verlust seiner großen Liebe ist er traumatisiert. Auch Jahre nach dem Schicksalsschlag lässt er sich nicht auf lieb gemeinte Verkupplungsversuche seiner besten Freundin Emily (Leah Beth Bolton) ein.

Stattdessen lebt Billy in Erinnerungen an Carl (Ryan Masson), der unter schweren Depressionen gelitten hat. Schließlich stürzt sich der Nachwuchs-Regisseur in ein neues Kunstprojekt. Mit Hilfe eines Kurzfilms versucht er, mit der traurigen Vergangenheit abzuschließen. Die kreative Arbeit scheint die alten Wunden zunächst aber noch weiter aufzureißen.

Kompakt und trotzdem intensiv

Es ist erstaunlich, wie viele ernste Themen und Konflikte "Feral" innerhalb kürzester Zeit behandelt, ohne dabei an der Oberfläche zu kratzen. Die einzelnen Folgen haben eine Laufzeit von lediglich 15 bis 25 Minuten. Allerdings fokussieren sie sich so intensiv auf die Protagonisten, dass man sich mit ihnen auf Anhieb verbunden fühlt und an ihrem Leiden teilnimmt.

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Die Handkamera-Optik schafft zusätzlich Nähe und verleiht der Serie einen gewissen Reality-Doku-Charakter, aber nicht im negativen Sinne. Die gelungene visuelle Umsetzung lässt das Geschehen sehr realistisch wirken. Gleiches gilt für die vielem improvisierten Dialoge. Die vorwiegend noch unerfahrenen Darsteller spielen überraschend glaubwürdig und harmonieren gut.

Stark ist "Feral" aber vor allem in den Szenen, in denen wenig bis gar nicht gesprochen wird. In sehr poetischen Bildern erzählt Morgan Jon Fox von glücklichen und verzweifelten Momenten in der Beziehung zwischen Billy und Carl. Die aufrichtige Freundschaft zwischen Billy, Daniel, Emily und Carter kommt in einem gemeinschaftlichem Ausflug ins Grüne zum Ausdruck.

Hoffnungsvolle Zukunftsperspektiven

Das Ganze wird untermalt von einem stimmungsvollen Soundtrack, angeführt von der jungen Songwriterin Julien Baker. Die 1995 in Memphis geborene Musikern steuert das gefühlvolle Titellied "Something" bei und absolviert im Staffelfinale einen Gastauftritt.

Leider wird es keine Fortsetzung von "Feral" geben. Der knapp zweieinhalbstündige Blick in das Leben der Memphis-Clique endet jedoch versöhnlich und mit hoffnungsvollen Perspektiven für die ans Herz gewachsenen Figuren.

Kleiner Trost für alle, die trotzdem gerne mehr gesehen hätten: Fox plant bereits die nächste Indie-Serie für die LGBT-Community. Via Facebook lässt er darüber abstimmen, welche seiner neuen Story-Ideen umgesetzt werden soll.

Mehr Infos zu "Feral" und das Serien-Voting gibt es unter: www.facebook.com/feralseries

"Feral: Die komplette erste Staffel": Veröffentlichung am 29.09.2017 auf DVD und digital (Pro-Fun Media)

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  • Rezension zu:
    Feral: Staffel 1
  • Redaktionswertung:
    Redaktionswertung
Leserwertung:
(1 Stimme)
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