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Die Spezialisten: ''Bones'' made in Germany

Die Spezialisten: ''Bones'' made in Germany © ZDF / Pandastorm Pictures

Das ZDF hat sich vom US-Dauerbrenner "Bones" inspirieren lassen und mit "Die Spezialisten – Im Namen der Opfer" eine eigene Krimiserie um eine zickige Gerichtsmedizinerin kreiert.

Die deutsche Serie "Die Spezialisten – Im Namen der Opfer" läuft seit Februar 2016 im ZDF-Vorabendprogramm. Bislang wurden insgesamt 23 Episoden produziert und ausgestrahlt. Die zehnteilige erste Staffel erscheint Ende September auf DVD. Selbst wer sonst nichts mit öffentlich-rechtlichen Krimi-Produktionen anfangen kann und lieber internationale Crime-Unterhaltung bevorzugt, darf durchaus einen Blick in das "Fall der Woche"-Format wagen: Seine Prämisse erinnert nämlich stark an die US-Serie "Bones – Die Knochenjägerin".

Im Mittelpunkt von "Die Spezialisten" steht die ehrgeizige Dr. Katrin Stoll (Valerie Niehaus). Die selbstbewusste Rechtsmedizinerin tritt eine neue Stelle in Berlin an. Bei einer Spezialeinheit des LKA Berlin untersucht sie fortan alte Mord- bzw. Vermisstenfälle, die meist durch einen Skelettfund neu aufgerollt werden. Aus den Leichenüberresten gewinnt Stoll wichtige Hinweise zum Tathergang.

Ein wöchentlicher Blick zurück

Unterstützung bekommt sie von ihrem Assistenten Rufus Haupenthal (Tobias Licht) und der Kriminalbiologin Inga Biehl (Henriette Richter-Röhl). Die eigentlichen Ermittlungen leiten Kriminalhauptkommissar Mirko Kiefer (David Rott) und sein junger Kollege Jannik Meissner (Merlin Rose). Das gesamte Team untersteht der Leitung von Kriminaloberrätin Dr. Dorothea Lehberger (Katy Karrenbauer).

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Die viele Jahre zurückliegenden Verbrechen nimmt die Serie in jeder Folge zum Anlass für kurze Rückblicke in die Vergangenheit. Auf diesem Wege lässt sie viele Momente des Zeitgeschehens einfließen. So geht es etwa um einen Mord während der Fußball-WM 1990, das Verschwinden einer jungen Frau bei der letzten Berliner Loveparade oder ein vermeintliches Stasi-Verbrechen vor 30 Jahren. Doch das ist im Grunde schon das einzige Alleinstellungsmerkmal von "Die Spezialisten".

Ein Team voller Zicken

Wie viele andere Krimis fokussieren sich die einzelnen Fälle stark auf die Schicksale der Opfer. Die Hinterbliebenen zählen in der Regel zum Kreis der Verdächtigen. Als Täter entpuppt sich zumeist eine markante Nebenfigur. Kurzum: Das ZDF scheint sein Publikum am frühen Abend nicht mit allzu komplexen Geschichten überfordern zu wollen.

Stattdessen knistert es obligatorisch zwischen Stoll und Kiefer. Allerdings haben beide Protagonisten einen ziemlichen Dickkopf. Zudem mischt sich die Gerichtsmedizinerin immer wieder in Aufgabengebiete des Kollegen ein. Daher herrscht zumeist Knatsch statt Romantik. Überhaupt lässt die Stimmung im Team zu wünschen übrig: Ständig zickt sich jemand an. Stoll legt sich regelmäßig mit Lehberger an und auch Biehl wird nicht warm mit der Neuen im Team.

Die kindischen Konflikte wirken forciert und unglaubwürdig. Noch schlimmer: Bei so viel negativen Energien will man als Zuschauer kaum mit einer der Charaktere sympathisieren und mitfiebern. Jungspund Jannik und der nerdige Familienvater Rufus taugen noch am ehesten als Identifikationsfiguren. Sie bleiben aber zu sehr im Hintergrund, um dieser Funktion vollends gerecht zu werden.

Kabbeleien vor trister Kulisse

Stolls dominant-egoistisches Verhalten und ihre unnahbare Art rechtfertigen die Drehbuchautoren mit einem tragischen Schicksalsschlag in ihrer Vergangenheit. Dieser erklärt dann auch, weshalb die traumatisierte Spezialistin Hinterbliebenen überraschend einfühlsam begegnet, während sie im Job einen schroffen Befehlston pflegt.

"Verbotene Liebe"-Star Valerie Niehaus gibt ihr Bestes, die klischeehaft konstruierte Serienheldin möglichst glaubwürdig zu spielen. David Rott erinnert als arroganter Kommissar ein wenig an den Dr. Marc Maier aus der RTL-Serie "Doctor's Diary", der damals von Florian David Fitz verkörpert wurde. Die ewigen Kabbeleien zwischen Maier und Dr. Gretchen Haase punkteten mit Biss und frechem Humor.

Das giftige Hin und Her zwischen Stoll und Kiefer wird dagegen schnell anstrengend. "Die Spezialisten" zanken sich zu allem Überfluss vor sehr sterilen Kulissen, was die dialoglastigen Szenen zu einer tristen Angelegenheit macht. Die blassen Bilder besitzen den Charme eine Reality-Doku und nicht etwa die Atmosphäre eines spannenden Thrillers.

Personalwechsel in Staffel 2

Ganz dem Sendeplatz entsprechend sind die Fälle blutarm und familienfreundlich ausgefallen. Die für US-amerikanische Krimi-Procedurals typischen Action-Einlagen spart sich die deutsche "Bones"-Variante ebenso. Trotz der faden Umsetzung konnten "Die Spezialisten" bis zu 4,4 Millionen Krimifans in der ersten Staffel begeistern.

Ein zweite Staffel mit 13 Episoden versendete das ZDF im vergangenen Frühjahr. Nicht mehr zur Besetzung zählten David Rott und Merlin Rose, die durch Matthias Weidenhöfer und Timur Bartels in neuen Rollen ersetzt wurden.

Neben den zehn 43-minütigen Folgen enthält die erste DVD-Box zur Serie Kurz-Interviews mit den Hauptdarstellern und knappe Rollenprofile.

"Die Spezialisten – Im Namen der Opfer, Staffel 1": Veröffentlichung am 29.09.2017 auf DVD (Pandastorm Pictures)

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  • Rezension zu:
    Die Spezialisten – Im Namen der Opfer: Staffel 1
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