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Fargo: Zweite Staffel ohne Schwung

Fargo: Zweite Staffel ohne Schwung © 2016 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Mit "Fargo" geht es diesmal zurück in die vermeintlich wilden Siebziger. Tatsächlich schleppt sich die zweite Staffel der Serie durch eine recht zähe Story.

Die TV-Adaption des Kultfilms "Fargo" aus dem Jahre 1996 versteht sich als Anthologieserie. In jeder Staffel wird eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählt. Diese kann aber durchaus mit den bereits erzählten Episoden aus dem verschneiten North Dakota in Verbindung stehen. Season 2 der Serie, die neu fürs Heimkino zu haben ist, verlagert die Handlung ins Jahr 1979 und fungiert damit als Prequel zur Auftaktstaffel.

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Grausames Blutbad im Diner

Verknüpfendes Element ist die Figur des Lou Solverson, der in der jüngeren Variante nun von Patrick Wilson und nicht mehr von Keith Carradine gespielt wird. Der Provinz-Cop bekommt es mit einem ganz besonders verzwickten Fall zu tun:

In einem Diner ereignet sich ein regelrechtes Blutbad mit drei Leichen, darunter eine Richterin aus Fargo. Bis hinaus in den Schnee muss das Gemetzel stattgefunden haben. Dort findet man auch einen Finger, der nicht zu einem der gefundenen Opfer gehört. Gibt es etwa noch einen Toten?

Solverson findet schnell heraus, dass es sich dabei um einen Sprössling der deutschen Einwanderfamilie Gerhardt handeln muss. An die organisierte Verbrecherbande ist allerdings nur schwer heranzukommen. Matriarchin Floyd (Jean Smart) hat momentan andere Sorgen, als einen neugierigen Kleinstadtbullen abzuwimmeln: Eine mafiöse Organisation aus Kansas City sitzt ihr im Nacken, nachdem ihr Mann Otto (Michael Hogan) einen Schlaganfall erlitten hat.

Kirsten Dunst als naive Friseurin

Ausgerechnet die naive Friseurin Peggy Blumquist (Kirsten Dunst) und ihr Mann, der Metzger Ed (Jesse Plemons), werden durch einen unglücklichen Zufall in die dunklen Machenschaften der Gangsterwelt verstrickt. Sie haben den Gerhardt-Sohn auf dem Gewissen, was nicht ohne Konsequenzen bleiben soll.

Ähnlich wie der unbeholfene Lester Nygaard in Staffel 1 zunehmend und nur mehr oder weniger verschuldet auf die schiefe Bahn gerät, übernimmt nun das ungleiche Blumquist-Ehepaar diese Aufgabe. Sie bringen die Geschichte ins Rollen und müssen als roter Faden herhalten. Dieser erweist sich als überaus wichtig bei der Vielzahl an Charakteren, mit denen "Fargo" diesmal zu jonglieren versucht.

Bei den ganzen Spielfiguren aus der Mafia-Welt mit all ihren Nebenschauplätzen verliert man als Zuschauer gerne mal den Überblick. Ohnehin ähneln sich all die Bösewichte mit ihren langen Haaren, buschigen Koteletten und den engen Schlaghosen. Viele davon sind schlichtweg überflüssig für die eigentliche Geschichte. Man hat fast den Eindruck, sie sollen einfach noch mehr 70er-Flair versprühen.

Authentisches 70er-Setting

Das Retro-Setting ist ohne Frage sehr gelungen und wirkt authentisch. Immer wieder werden Szenen aus verschiedenen Perspektiven im Split-Screen-Verfahren beleuchtet - ein beliebtes Stilmittel von TV- und Kino-Produktionen aus den 70ern. Auch die schönen Schneelandschaften und Panorama-Aufnahmen zeugen wieder von großem handwerklichen Können der "Fargo"-Regisseure, darunter Randall Einhorn (Nurse Jackie), Michael Uppendahl ("American Horror Story) und Adam Bernstein ("Californication"). Die Stimmung der Filmvorlage und die Handschrift des ursprünglichen Regie-Duos Joel und Ethan Coen wird wirklich sehr gut getroffen.

Die gelungene Optik kann aber nicht von der zähen Handlung ablenken. Die Story birgt wieder viele Überraschungen und ist nie durchschaubar. Doch bei all ihrer Unberechenbarkeit kommt sie nicht ohne Durststrecken aus und auch nie wirklich in Fahrt. Das Erzähltempo bleibt fast durchgehend und trotz kompakter 10-Episoden-Staffel sehr schleppend. Es gilt, schier endlose Einstellungen und zum Teil redundante Szenen zu überstehen, bis endlich wieder etwas Entscheidendes passiert.

Zurück in die Zukunft mit Staffel 3

Der trocken-ironische "Fargo"-Humor lockert das Ganze etwas auf. Allerdings sind die Dialoge lange nicht so pointiert und bissig ausgefallen wie noch in Staffel 1. Der Cast um Kirsten Dunst, Jesse Plemons, Patrick Wilson und Ted Danson (in einer Nebenrolle als Solversons Schwager und Sheriff) macht einen guten Job. So genial wie Martin Freeman und Billy Bob Thornton spielen die neuen Darsteller aber nicht. Das mag an ihren Charakteren liegen, die einfach nicht so viel Kultpotenzial mitbringen wie Lester Nygaard und Lorne Malvo.

Die bereits für 2017 angekündigte dritte Staffel von "Fargo" soll zeitlich nach der ersten spielen. Serienschöpfer Noah Hawley hat bereits die Rückkehr von mindestens einer vertrauten Figur in Aussicht gestellt. Welche das sein wird, wollte er noch nicht verraten.

Link: www.facebook.com/FargoFX

Veröffentlichung am 12.05.2016 auf DVD (Twentieth Century Fox)

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  • Rezension zu:
    Fargo: Staffel 2
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